10.12.2011 | Ex-Topmanager wird Kurator für Garnisonkirche – 14. Januar 2012: Eröffnung der neuen Ausstellung Vorwürfe von Max Klaar zurückgewiesen

Innenstadt – Der frühere Topmanager Manfred Gentz ist von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ins Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche berufen worden. Damit gewinne

Innenstadt – Der frühere Topmanager Manfred Gentz ist von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ins Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche berufen worden. Damit gewinne das Potsdamer Wiederaufbauprojekt einen bundesweit und international hoch angesehenen Kurator, erklärten Stiftung und Kirchenleitung am Freitag. Der Kuratoriumsvorsitzende und frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Wolfgang Huber, sprach von einem „hochrangigen Unterstützer und Botschafter“.

Der 1942 in der lettischen Hauptstadt Riga geborene Gentz war nach seinem Jurastudium ab 1970 für Daimler-Benz tätig. Dort hatte er viele Funktionen bis hin zum Vorstand inne. Besonders engagiert hatte sich Gentz auch bei der Schaffung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ zur Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter. Heute übt der 69-Jährige verschiedene Ehrenämter in wissenschaftlichen und kulturellen Organisationen aus und ist Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Börse AG.

Nach bisheriger Planung soll bis zum Reformationsjubiläum 2017 zunächst für rund 40 Millionen Euro der Turm der Garnisonkirche wieder aufgebaut werden. Danach soll für rund 60 Millionen Euro auch das Kirchenschiff wieder errichtet werden. Der Wiederaufbau wird den Plänen nach aus Spenden finanziert.

Eine weitere Neuigkeit: Am 14. Januar 2012 eröffnet in der temporären Kapelle an der Breiten Straße die neue Dauerausstellung über die von 1730 bis 1735 errichtete Barockkirche, wie der Geschäftsführer der Garnisonkirchen-Stiftung, Peter Leinemann, den PNN sagte.

Leinemann ging auch auf Anwürfe des Vorsitzenden der Stiftung Preußisches Kulturerbe, Max Klaar, ein. Klaar hatte in seinem Jahresbericht für 2011 Anstoß daran genommen, dass die zwei Millionen Euro, die die Garnisonkirchen-Stiftung aus dem Vermögen der DDR-Parteien und -Massenorganisationen erhalten hat, bis zum Jahresende ausgegeben sein müssen. Das sei der Grund, warum die temporäre Kapelle errichtet wurde, was nach Klaars Ansicht „verplempertes Geld“ sei. Und weiter: „Ebenso werden nun zu ebener Erde Sandsteinelemente errichtet, die eigentlich in über 20 Metern Höhe ihren Platz haben sollen.“ Wörtlich heißt es weiter: „Normalerweise errichtet man ein Gebäude doch von unten nach oben.“

Leinemann bestätigte die sachliche Richtigkeit der Tatsache, dass die Fördergelder bis Jahresende ausgegeben und abgerechnet werden müssen. Dies werde auch geschehen. Die Kapelle ist Leinemann zufolge bereits im Förderantrag als Wunsch der Stiftung formuliert worden. Ziel sei es gewesen, „so früh wie möglich wieder einen geistigen Ort entstehen zu lassen“, was insbesondere durch die eigens für die Kapelle berufene Pfarrerin Juliane Rumpel auch gelungen sei. Leinemann: „Wir stehen dazu.“ Ferner sei mit dem Geld die Entwurfsplanung für den Wiederaufbau der Kirche finanziert worden, die ebenfalls zum Jahresende vorliegen werde. Letztlich werden Leinemann zufolge Einzelbauteile fertiggestellt, die nach dem Motto „sehen und anfassen“ Interessierten zu ebener Erde „den ästhetischen Charakter und die Größendimension“ des Bauwerks vor Augen führen. Leinemann: „Das tut den Menschen gut.“ (Guido Berg, PNN vom 10.12.2011)

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