31.03.2014 | Dienstantritt in Garnisonkirche in Potsdam

Zum 1. April nimmt Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst ihre Tätigkeit in der Temporären Kapelle an der Garnisonkirche auf. Ihr großes Anliegen ist es, die jüngere Generation miteinzubeziehen

Zum 1. April nimmt Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst ihre Tätigkeit in der Temporären Kapelle an der Garnisonkirche auf. Ihr großes Anliegen ist es, die jüngere Generation miteinzubeziehen und Glaubenskurse für Neugierige anzubieten. Die Bedenken der Wiederaufbau-Gegner möchte sie am liebsten öffentlich diskutieren.
Potsdam. Der Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche soll nach dem Willen der neuen Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst (58) ein Symbol des gemeinsamen bürgerschaftlichen und kirchlichen Engagements werden. Die gebürtige Dresdenerin erhofft sich eine ähnliche Entwicklung wie bei der Friedenkirche. Im Februar wurde sie von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) berufen.
Bedenken öffentlich diskutieren Angesichts von Bedenken zu dem Projekt wolle sie die Diskussion über historische Fragen fortsetzen, betonte die Pfarrerin, die am Dienstag ihr Amt offiziell antritt und am Samstag ihren ersten Gottesdienst feiert. Es sei wichtig, einen Ort zu haben, bei dem Menschen verschiedener Generationen darüber miteinander ins Gespräch kommen.
Die Garnisonkirche gilt als Symbol der Verbindung von Preußentum und Nationalsozialismus. Am 21. März 1933, dem “Tag von Potsdam”, reichten sich Reichspräsident Paul von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitler dort demonstrativ die Hände. 1968 wurde die Kriegsruine gesprengt. Radeke-Engst legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass an dem besagten Datum nicht nur “eine ‘einzelne Kirche’ beteiligt, sondern genauso die anderen Kirchen, in denen vor dem Staatsakt am ‘Tag von Potsdam’ Gottesdienste stattfanden”.
Die Bedenken der Initiative “Potsdam ohne Garnisonkirche” teilt sie nicht, findet es aber wichtig, diese öffentlich zu diskutieren.
Geplante Eröffnung 500 Jahre nach der Reformation Im Jahr 2017, genau 500 Jahre nach der Reformation, soll die Kirche an der Breiten Straße wieder aufgebaut sein und eingeweiht werden. Das Projekt kostet 100 Millionen Euro. Bislang gingen rund 6,5 Millionen Euro Spenden ein. Der Bund sicherte für dieses und das kommende Jahr 12 Millionen Euro zu. (MAZonline, 31.03.2014)

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