17.01.2011 | Die Spitze zuerst – Kopie der Wetterfahne der Garnisonkirche wird noch dieses Jahr errichtet / Spendenbriefmarke gedruckt

Innenstadt – Eine Kopie der riesigen Wetterfahne, die einst auf der Spitze der Garnisonkirche stand, will die Fördergesellschaft noch dieses Jahr weithin sichtbar an der Breiten Straße errichten. Das teilte Vereinsvorsitzender Johann-Peter Bauer am Samstag auf einem Neujahrsempfang im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam mit. „Im Laufe der nächsten 14 Tage findet die

Innenstadt – Eine Kopie der riesigen Wetterfahne, die einst auf der Spitze der Garnisonkirche stand, will die Fördergesellschaft noch dieses Jahr weithin sichtbar an der Breiten Straße errichten. Das teilte Vereinsvorsitzender Johann-Peter Bauer am Samstag auf einem Neujahrsempfang im Gebäude der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam mit. „Im Laufe der nächsten 14 Tage findet die Ausschreibung statt“, sagte er. Die Kosten für das symbolträchtige Kunstwerk belaufen sich laut Bauer auf 140 000 Euro, 14 000 Euro seien aus Spenden zu seinem 70. Geburtstag zusammen gekommen. Aus weiteren Spenden sowie dem Erbe von Johanna Helene Hofmann werde der „Rest“ bestritten. Die im vergangenen Jahr Verstorbene hatte der Fördergesellschaft als Alleinerbin 700 000 Euro vermacht.

Um die Wetterfahne gab es wegen der vermeintlichen Insignien Preußens in der Vergangenheit heftige Kontroversen. Zeitweise war sogar der Plan entstanden, als Versöhnungssymbol das Nagelkreuz von Coventry auf die Spitze des wieder aufgebauten Turms zu setzen. Dieser Plan ist vom Tisch. Bauer erklärte am Samstag, dass die Spitze vollständig originalgetreu hergestellt werde. „Das Nagelkreuz wird vor der Kirche stehen“, sagte er.

Bei der so genannten Wetterfahne handelt es sich um eine 1,2 Tonnen schwere Konstruktion auf dem 88 Meter hohen Kirchenturm. Über einer vergoldeten Krone mit Reichsapfel und Kreuz ist eine zehn Meter hohe Stange befestigt. Diese trägt die Wetterfahne mit einer vergoldeten Sonne als Abschluss. Die Sonne mit ihrem Durchmesser von 2,5 Metern leuchtete einst weithin über der Stadt. Eine über fünf Meter lange Querstange trägt an ihren Enden einen kupfernen Adler und den königlichen Namenszug „FWR“. Der Überlieferung zufolge musste extra eine Kanonenkugel angebracht werden, um das Ganze im Gleichgewicht zu halten.

Bauer zog eine positive Bilanz seines nunmehr fünfjährigen Vorsitzes in der Fördergesellschaft: „Es ist uns gelungen eine Stiftung ins Leben zu rufen und die Planungsaufträge für den Wiederaufbau des Turmes zu vergeben.“ Die Spendenbereitschaft wachse. Nach Schätzung der Fördergesellschaft würde der Wiederaufbau der Kirche derzeit 80 Millionen Euro kosten, der Turm etwa die Hälfte. Bisher verfügen Stiftung und Fördergesellschaft über drei Millionen Euro. Auf dem Neujahrsempfang gab Bauer bekannt, dass das Evangelische Bundesamt für die Bundeswehr jetzt der Garnisonkirchenstiftung angehöre.

Mit viel Beifall bedachten die reichlich hundert Anwesenden den Potsdamer Kaufmann Siegfried Grube. Der ehemalige Betreiber von Rewe im Markt-Center hat den Druck einer von der Post zugelassenen Briefmarke mit dem Motiv der Garnisonkirche initiiert Der Erlös kommt dem Wiederaufbau zugute. Bei den Briefmarken handelt es sich um insgesamt nur 200 Stück zum Nennwert von 45 und 55 Cent. „Es ist ein Sammlerstück, welches wohl bald das Vielfache wert sein dürfte“, meint Grube. Die Marken gibt es unter anderem in der neuen Ausstellung über den Wiederaufbau der Garnisonkirche, die am 23. Juni dieses Jahres an der Breiten Straße öffnet. Wie berichtet, ist diese in einem neu zu errichtenden Gebäude neben dem Portal des Langen Stalls vorgesehen. (PNN vom 17.01.2011)

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