02.06.2014 | „Die Garnisonkirche soll eine Schule des Gewissens werden“

Burkhart Franck von der Garnisonkirchen-Fördergesellschaft über das Wiederaufbauprojekt, die Argumente der Gegner und die Streitkultur der Debatte Herr Franck, im Bürgerbegehren gegen die Garnisonkirche wurden inzwischen 11 000 Unterschriften gesammelt

Burkhart Franck von der Garnisonkirchen-Fördergesellschaft über das Wiederaufbauprojekt, die Argumente der Gegner und die Streitkultur der Debatte
Herr Franck, im Bürgerbegehren gegen die Garnisonkirche wurden inzwischen 11 000 Unterschriften gesammelt. Haben Sie persönlich je mit so viel Gegenwind gerechnet?
Es gab zu Beginn mehr Gegenwind. Als wir in den 1990ern mit dem Projekt des Wiederaufbaus begonnen haben, war tatsächlich eine gefühlte Mehrheit in Potsdam dagegen. Mit den Jahren hat sich das verändert, da haben sich aus meiner Sicht die Mehrheiten zugunsten des Wiederaufbaus verschoben.
Im Augenblick bestimmen aber die Gegner die Debatte.
Der Versuch der Wiederaufbaugegner, die Deutungshoheit zu gewinnen, wird vermutlich auf die Zeit des Wahlkampfs begrenzt bleiben. Das Thema hilft doch vor allem der Wählergruppe Die Andere, die sich – neuerdings zusammen mit der Linken – an dem Wiederaufbau abarbeitet. Für sie ist das ein Mittel, die eigenen Leute zu mobilisieren. Es werden dabei jene Kreise erreicht, die ohnehin gegen das Projekt sind. Ich glaube aber auch, dass die 13 500 nötigen Unterschriften zusammenkommen.
Dann stünde womöglich ein Bürgerentscheid an …
Selbst wenn dieser Entscheid im Sinne der Gegner des Wiederaufbaus erfolgreich wäre, würde dann der Oberbürgermeister nur damit beauftragt, gegen seine Überzeugung die Auflösung der Stiftung zu beantragen – was von den anderen Mitgliedern des Stiftungskuratoriums vermutlich abgelehnt würde. Auf der anderen Seite gibt es für den Wiederaufbau eine gültige Baugenehmigung, die durch Beschlüsse der Stadtverordneten zum Wiederaufbau und zur Wiederannäherung an die historische Potsdamer Mitte legitimiert ist. (Potsdamer Neueste Nachrichten, 02.06.2014, von Henri Kramer)
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