02.11.2013 | Der Millionenzuschuss vom Bund kommt

SPD will sich nicht mehr gegen die Bundesförderung der Garnisonkirche stellen. Der 12-Millionen-Euro-Zuschuss des Bundes wird bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU wohl durchkommen. Der Schwenk der SPD dürfte die Gegner des Wiederaufbaus, der im

SPD will sich nicht mehr gegen die Bundesförderung der Garnisonkirche stellen. Der 12-Millionen-Euro-Zuschuss des Bundes wird bei den Koalitionsverhandlungen mit der CDU wohl durchkommen. Der Schwenk der SPD dürfte die Gegner des Wiederaufbaus, der im Frühjahr 2014 beginnt, zum Schäumen bringen.

Die Zeichen für deb Zwölf-Millionen-Euro-Zuschuss vom Bund für den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche stehen gut: Sowohl CDU als auch SPD wollen sich für die Fördermittel einsetzen – oder zumindest nicht dagegen stimmen. So sagte die Potsdamer SPD-Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein, die sich im Wahlkampf noch vehement gegen die Verwendung von öffentlichen Geldern ausgesprochen hatte, nun auf PNN-Anfrage: „Ich werde mich im Rahmen der Haushaltsberatungen des Bundes nicht dafür einsetzen, dass die Zusage der jetzigen Bundesregierung rückgängig gemacht wird.“ Und Katherina Reiche, CDU-Bundestagsabgeordnete und bekennende Unterstützerin des Projekts, teilte mit: „Es gibt eine Absprache, dass Leistungen, die von der vorherigen Regierung zugesagt wurden, nicht von der nachfolgenden Regierung rückgängig gemacht werden. Dies trifft auch auf die Fördergelder für die Garnisonkirche zu.“

Diese Nachricht und vor allem der Schwenk der SPD dürfte die Gegner des Wiederaufbaus zum Schäumen bringen. Sie sehen die Garnisonkirche vor allem als Symbol des Militarismus und hatten eine Finanzierung ausschließlich aus privaten Mitteln gefordert. Doch bei der Stiftung für den Wiederaufbau sieht man das anders. Am liebsten würde diese den Wiederaufbau jetzt mit einer „Drittelfinanzierung“ stemmen: Je ein Drittel solle aus öffentlichen Mitteln, Großspenden sowie kleinen und mittleren Spenden aufgebracht werden, wie Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung, am Freitag vor Journalisten sagte. Die jüngste „mittlere“ Spende konnte er auch gleich verkünden: Die Witwe eines kürzlich verstorbener Münchners habe entschieden, 10 000 Euro aus dem Nachlass ihres Mannes für den Wiederaufbau zu spenden, so Leinemann. Das Geld soll für ein Fassadenelement ausgegeben werden, auf dem eines Tages der Name des Spenders – Eckard Wegner – vermerkt sein wird.

 

Insgesamt rund 4,5 Millionen Euro wurden bislang aus Spenden eingenommen, außerdem gab das Land Brandenburg zwei Millionen Euro aus dem Vermögen der DDR-Parteien und -Massenorganisationen. Doch erst mit den versprochenen zwölf Millionen vom Bund kann nun der Wiederaufbau begonnen werden – schließlich kostet allein die erste Etappe, noch ohne Kirchenschiff, 40 Millionen Euro. Seit Juli liegt die Baugenehmigung der Stadt vor, im Frühjahr soll der erste Spatenstich für Turm und Kapelle der Kirche gesetzt werden.

Zunächst müssen auf der Baustelle an der Breiten Straße 38 Betonpfeiler 40 Meter tief in die Erde gerammt werden – sie sorgen für die Statik und zapfen gleichzeitig Erdwärme für die Heizung in der künftigen Kirche an. Eine der engagiertesten Mitstreiterinnen für den Wiederaufbau wird bei diesem Ereignis aber nicht mehr dabei sein: Die jetzige Pfarrerin der Interims-Kapelle, Juliane Rumpel, gibt ihre Stelle demnächst auf. Diese sei ohnehin auf drei Jahre befristet gewesen, sagte Rumpel am Freitag. Die Arbeit in der Interims-Kapelle sei ihre erste Stelle gewesen, nun habe sie etwas Neues in Aussicht. „Ich will mal Gemeinde ausprobieren“, sagte sie mit Blick auf die jetzige Sondersituation eines Pfarramtes ohne Kirche und ohne feste Gemeinde. Wo sie hingehen wird, wollte Rumpel nicht verraten. Allerdings stellt sie sich am Sonntag in der Dorfkirche Langerwisch vor, für die Besetzung der vakanten Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinden Langerwisch und Wilhelmshorst, wie die dortige Gemeinde mitteilte. Die Potsdamer Stelle sei bereits ausgeschrieben, sagte Leinemann. Allerdings könne es gut sein, dass die Interimskapelle bis zur Nachbesetzung einige Monate ohne Pfarrer auskommen müsse. (Potsdamer Neueste Nachrichten, 02.11.2013, von Katharina Wiechers/Henri Kramer)

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