22.03.2013 | Demonstration: Kritik an Störaktion der Antifa

POTSDAM – Empörung. Ungläubigkeit. Auch gestern saß vielen noch der Schock in den Knochen nach den gespenstischen Stör-Aktionen der Antifa beim Demokratiespaziergang am Mittwochabend. Ratlosigkeit

POTSDAM – Empörung. Ungläubigkeit. Auch gestern saß vielen noch der Schock in den Knochen nach den gespenstischen Stör-Aktionen der Antifa beim Demokratiespaziergang am Mittwochabend. Ratlosigkeit herrschte auch bei vielen, warum die Polizei der Aktion mit SA-Uniformen und Fackeln kein Ende bereitet hatte. Polizisten hatten den Zug zwar begleitet, die Beamten mischten sich aber nicht ein. „Durch den Versammlungsleiter wurde die Gruppe geduldet – als Teilnehmerin der angemeldeten Versammlung “, erklärte Polizeisprecherin Ingrid Schwarz gestern dazu auf MAZ-Nachfrage.

Rathaussprecher Stefan Schulz sagte, man habe die Polizei nicht eingeschaltet, „weil das wahrscheinlich zu einer Eskalation beigetragen hätte“. Die Demonstranten in NS-Uniform hatten sich auch am Standort der ehemaligen Synagoge postiert, um gegen das Projekt Garnisonkirche zu protestieren. Oberbürgermeister Jann Jakobs äußerte sich gestern empört: „Der Protest gegen den Wiederaufbau, wie wir ihn erlebt haben, ist geschmacklos und nicht akzeptabel – eine Verhöhnung der Opfer des Nationalsozialismus.“ In dieselbe Kerbe schlug SPD-Kreischef Mike Schubert: Die Form des Protestes zeige „eine riesige Ignoranz vor der Geschichte. Einige in der Stadt sind von einer Gedenkkultur im Geiste der Toleranz meilenweit entfernt – obwohl sie selbst immer Toleranz einfordern.“

Von den Linken, die zeitgleich zum Demokratiespaziergang eine eigene Veranstaltung zum „Tag von Potsdam“ veranstaltet hatten und deshalb nicht dabei waren, kamen ebenfalls kritische Töne zur „Agitprop-Aktion“ der Demonstranten. „Auch mit einer krassen Form der Faschismus-Kritik kann man ungewollte Wirkung erzielen“, sagte Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Kreischef Sascha Krämer mahnte, man solle „Fingerspitzengefühl walten lassen“. (MAZ vom 22.03.2013, von ir)

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