02.11.2015 | „Daß mein Beispiel wirken möge“ - Vortrag von Wilhelm Hüffmeier in der Nagelkreuzkapelle

Aus der Geschichte lässt sich oft etwas für die Gegenwart lernen: Wilhelm Hüffmeier zeigte dies in einem Vortrag „Friedrich Wilhelm III., das Reformationsfest 1817 und die Anfänge der preußischen Kirchenunion“ in der Potsdamer Nagelkreuzkapelle.

Aus der Geschichte lässt sich oft etwas für die Gegenwart lernen: Wilhelm Hüffmeier zeigte dies in einem Vortrag „Friedrich Wilhelm III., das Reformationsfest 1817 und die Anfänge der preußischen Kirchenunion“ in der Potsdamer Nagelkreuzkapelle.

Burkhart Franck, Veranstaltungsverantwortlicher in der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, hatte den Referenten mit zahlreichen früheren Tätigkeiten vorgestellt:  Leiter der Kirchenkanzlei der Evangelischen Kirche der Union (EKU) und der darauf folgenden Union Evangelischer Kirchen (UEK), Pfarrer in Berlin-Lankwitz und  São Leopoldo (Brasilien). Die wissenschaftlichen Tätigkeiten konnte Franck kaum alle aufführen: Wissenschaftlicher Assistent in Zürich und Tübingen, promoviert als Dr. theol., Dozent für Neues Testament, Ehrendoktor an der Berliner Humboldt-Universität. Aktuell ist er noch Präsident des Gustav-Adolf-Werkes.

Zuerst, das Reformationsfest am 31. Oktober 1817 wurde als ein Versöhnungsfest begangen. Damit traf es schon damals ein Anliegen, das bis heute existiert: Die unterschiedlichen Auffassungen der Konfessionen gegenseitig anzunähern. Im 19. Jahrhundert lagen die Differenzen vor allem im Verständnis des Abendmahls: Ist Jesus Christus dabei real präsent oder ist es ein Mahl der Erinnerung? Einig war man sich in der Annahme, dass es um ein „geistliches Essen“ gehe, so Hüffmeier. Vor allem: das Opfer sei unwiederholbar. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. nahm die 300-Jahrfeier der Reformation zum Anlass, zur Versöhnung der Gläubigen in seinem Land aufzurufen. Zehn Millionen Einwohner zählte man 1816, 5, 7 Millionen Lutheraner, 0,4 Mio. Reformierte, 3, 9 Mio. Katholiken und 500.000 Juden.

Friedrich Wilhelm hatte sich keinen anderen Ort als die Potsdamer Hof- und Garnisonkirche ausgesucht, um erstmals am Reformationsfest 1817 die Vereinigung der Evangelischen  in einem heiligen Abendmahl zu feiern. „So hoffe Ich, daß dies mein eigenes Beispiel wohltuend auf alle protestantischen Gemeinen in Meinem Lande wirken möge“, zitierte ihn der Redner. Der Unionsaufruf des Königs wünschte einen besseren Geist, eine neue evangelische Kirche. „Es war kein Diktat - das stimmt einfach nicht“ korrigierte Hüffmeier  anderslautende Darstellungen. Er hatte damit auch klar gemacht, dass die Garnisonkirche in einer überzeugenden Tradition von Versöhnung und Frieden steht und die heutige Ausrichtung durch die Stiftung in keinem Fall zufällig ist. Die zahlreichen Zuhörer sahen sich darin in ihrer Meinung bestätigt und gaben das mit ihrem Beifall kund.

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