23.01.2010 | Bundesgeld für Wiederaufbau? Garnisonkirche: CDU will Welterbestätten-Topf nutzen

Innenstadt – Potsdams CDU will beim Bund um Geld für den Wiederaufbau der Garnisonkirche werben. Das kündigte Kreischefin Katherina Reiche gestern Abend beim Neujahrsempfang ihrer Partei im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte an. Die Mittel aus dem Welterbestättenprogramm des Bundes seien nicht alle abgerufen worden, sagte Reiche. Sie wolle daher mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann verhandeln, ob

Innenstadt – Potsdams CDU will beim Bund um Geld für den Wiederaufbau der Garnisonkirche werben. Das kündigte Kreischefin Katherina Reiche gestern Abend beim Neujahrsempfang ihrer Partei im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte an. Die Mittel aus dem Welterbestättenprogramm des Bundes seien nicht alle abgerufen worden, sagte Reiche. Sie wolle daher mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann verhandeln, ob es für den Wiederaufbau des 1968 auf Anordnung der SED gesprengten Gotteshauses aus diesem Topf einen „Nachschlag“ geben könne, so Reiche.

Insgesamt hatte der Bund über Gelder aus dem Konjunkturpaket I rund 150 Millionen Euro für die deutschen Unesco-Welterbestätten zur Verfügung gestellt. Auf diesen Fonds habe es „nicht gerade einen Run gegeben“, sagte Reiche. Erst kurz vor Weihnachten hatte die Stiftung Garnisonkirche die Nachricht erhalten, dass das Land Brandenburg das Projekt mit zwei Millionen Euro aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der DDR fördern will.

Reiche beschwor in ihrer Rede die Einigkeit der Potsdamer CDU im Jahr der Oberbürgermeisterwahl und richtete scharfe Attacken gegen die Linke, namentlich gegen den wegen seiner Vergangenheit als Stasi-IM umstrittenen Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg und dessen mögliche Kandidatur. „Ein ehemaliger IM an der Stadtspitze – das wäre für uns alle ein unerträglicher Gedanke“, sagte Reiche unter Beifall. „Wir sollten alle dafür kämpfen, dass das nicht passiert.“ Doch auch Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bekam von der CDU-Kreischefin sein Fett weg. Der sei zwar „sehr anständig“, vermittle allerdings auch den Eindruck, „nicht immer glanzvoll“ und „unkoordiniert“ zu agieren, stichelte Reiche. Auch habe Jakobs wohl nicht mehr den nötigen Rückhalt unter seinen eigenen Genossen, etwa bei Ministerpräsident Matthias Platzeck und Innenminister Rainer Speer.

Wie berichtet, will die CDU mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters gehen. Bei den letzten beiden Wahlen war der damalige Kreischef Wieland Niekisch angetreten. Wen die Christdemokraten diesmal aufstellen, ließ Reiche weiter offen. Die Arbeit der Stadtfraktion lobte sie als „sehr engagiert“. Zudem sei es gelungen, mit Iris Jana Magdowski eine Beigeordnete für die wichtigen Politikfelder Kultur, Bildung und Sport zu stellen. pee

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