13.08.2013 | Bund gibt 12 Millionen für Garnisonkirche

Die Bundesregierung investiert 12 Millionen Euro in den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte, er wolle dadurch ein Signal für künftige Spender setzen

Die Bundesregierung investiert 12 Millionen Euro in den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche. Kulturstaatsminister Bernd Neumann sagte, er wolle dadurch ein Signal für künftige Spender setzen. Der Bau steht unter anderem wegen der zwiespältigen historischen Vergangenheit des Gebäudes in der Kritik.

Potsdam. Der Bund fördert den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam mit zwölf Millionen Euro. Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) will aus seinem Etat in den Jahren 2014 und 2015 jeweils sechs Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Das Gotteshaus würde eine alte Wunde im Stadtbild schließen, sagte Neumann gestern. Der Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, Altbischof Wolfgang Huber, sprach von einem „großartigen Signal“.

Potsdam hat den Wiederaufbau der in der DDR als Kriegsruine gesprengten Garnisonkirche genehmigt. Schon 2017 soll die Replik des prägnanten Barockturms mit einer spektakulären Aussichtsplattform eingeweiht werden.

 6,5 Millionen Euro wurden nach Angaben von Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand der Stiftung Garnisonkirche, bisher für den Wiederaufbau eingeworben. Mit der Unterstützung des Bundes sei ein Drittel der Kosten für den Turm mit Seitenflügeln abgesichert. Geplanter Baubeginn sei 2014, Ziel sei die Fertigstellung von Turm und Seitenflügeln im Jahr 2017. Die Kosten des Gesamtprojekts inklusive Kirchenschiff lägen bei 100 Millionen Euro und sollten „ganz überwiegend aus Spenden finanziert“ werden. Vom Bund kamen im Juni in einer ersten Rate bereits 400 000 Euro aus einem Denkmalschutz-Programm.

Die 1730 bis 1735 errichtete Hof- und Garnisonkirche wurde im April 1945 von Bomben schwer beschädigt, 1968 gesprengt und abgetragen. Ihr Wiederaufbau ist umstritten. Kritikern gilt sie als Symbol des preußischen Militarismus und als Kulisse des Tags von Potsdam am 21. März 1933 mit der konstituierenden Sitzung des Reichstages unter Hitler. Der Fraktionschef der Linken in der Stadtverordnetenversammlung, Hans-Jürgen Scharfenberg, reagierte auf die Millionenzusage aus Berlin mit „Unverständnis“.

Die neue Garnisonkirche soll ein Versöhnungszentrum werden. 2004 wurde mit prominenten Erstunterzeichnern wie dem TV-Moderator Günther Jauch eine Spendenkampagne „Ruf aus Potsdam“ eröffnet. Die Landeshauptstadt übertrug der Stiftung 2010 das Baugrundstück. (Märkische Allgemeine Zeitung, 13.08.2013, von Volker Oelschläger)

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