06.12.2013 | Angeblich Kritik aus Coventry

Kritik aus Coventry? Ja oder nein? Nach Darstellung der Initiative “Potsdam ohne Garnisonkirche” hat ein führendes Mitglied der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft heftige Kritik an dem nun verfolgten Konzept beim Wiederaufbau der Garnisonkirche in

Kritik aus Coventry? Ja oder nein? Nach Darstellung der Initiative “Potsdam ohne Garnisonkirche” hat ein führendes Mitglied der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft heftige Kritik an dem nun verfolgten Konzept beim Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam geäußert.

Potsdam. Gegenwind für das Wiederaufbauprojekt Garnisonkirche: Paul Oestreicher, führendes Mitglied der weltweiten Nagelkreuzgemeinschaft und Altkanonikus an der Kathedrale von Coventry, habe schwerwiegende Zweifel an dem Vorhaben geäußert – das berichten Anhänger der Initiative “Potsdam ohne Garnisonkirche”. Oesterreicher missbillige die “besorgniserregende Entwicklung vom ursprünglichen Konzept des Versöhnungszentrums zur Militärkirche”, so die Initiative. Das habe Oestreicher gegenüber dem Publizisten Anselm Weidner, Unterstützer der Initiative, gesagt. Oestreicher beabsichtige, sich unter anderem an den Berliner Bischof Markus Dröge und an Nikolaus Schneider, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, zu wenden, um Alt-Bischof Wolfgang Huber zu veranlassen, zum ursprünglich verabredeten Konzept der Garnisonkirche als Versöhnungszentrum zurückzukehren.

Dieser Darstellung der BI hat die Garnisonkirchen-Stiftung am Donnerstag widersprochen. Man sei sich “weiterhin einig, dass die Versöhnungsarbeit das zentrale Anliegen beim Wiederaufbau der Garnisonkirche darstellt und die inhaltliche Arbeit sowohl jetzt als auch nach dem Wiederaufbau bestimmend bleiben muss”, teilte die Stiftung am Donnerstag mit. Außerdem werde die Ausschreibung für die Stelle der scheidenden Pfarrerin Juliane Rumpel demnächst veröffentlicht.

Das umstrittene Wiederaufbauprojekt der im Zweiten Weltkrieg zerstörten, 1968 gesprengten und abgetragenen Garnisonkirche verliert nach Wahrnehmung der BI immer mehr an Unterstützung.

Wie berichtet, bezieht die Linkspartei neuerdings eine klare Anti-Haltung – sie stört der massive Einsatz von Steuergeld für das ursprünglich als Spendenprojekt geplante Vorhaben. Kritische Töne kommen auch von der FDP. “Der Wiederaufbau der Garnisonkirche ist eine sträfliche Verschwendung von Steuergeldern”, sagte der FDP-Landtagsabgeordnete Jens Lipsdorf. Ähnlich hatte auch der FDP-Jugendverband “Julis” argumentiert. Dagegen werden laut Garnisonkirchenstiftung der FDP-Landesvorsitzender Beyer und der Fraktionsvorsitzender Andreas Büttner die Temporäre Kapelle an der Garnisonkirche zu Beginn des neuen Jahres besuchen. Büttner habe erklärt, “dass die Brandenburger FDP den Gedanken der Wiedergewinnung der ehemaligen Garnisonkirche als Bürgerkirche weiter positiv begleitet”. (Märkische Allgemeine Zeitung, 06.12.2013, von Ricarda Nowak)

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