22.10.2020 | "Adam und Eva in Potsdam?" - Bilder zu einem informationsreichen Stadtspaziergang

Anfang Oktober hat der Wissenschaftliche Beirat der Stiftung Garnisonkirche zu einem besonderen Stadtspaziergang eingeladen. Gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Dirk Schermer M.A. und der Geschäftsführerin des Wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Garnisonkirche Potsdam Dr. Anke Silomon wurden das Industriemosaik „Adam und Eva“ von Peter Rohn (1981) und das Glasmosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ von Fritz Eisel (1972) gegenübergestellt.

Betrachtet wurden die Inhalte, Hintergründe, Raumwirkung und Symbiose von Kunst und Architektur, die Grundvoraussetzungen zur Umsetzung von Kunstwerken im öffentlichen Raum in der DDR sowie deren Vorbilder (Christliche Ikonografie, russische Avantgarde, Sozialistischer Realismus). Es wurde diskutiert, wie Albert Einsteins Relativitätstheorie und Karl Marx‘ Ökonomie der Zeit mit Adam und Eva, dem Ursprung des Lebens, in Einklang oder in einen Gegensatz zu bringen sind, welche Rolle die Deutungshoheit der Parteiführung spielte und welche Rolle Kunst als Kommunikationsmittel gesellschaftlicher/religiöser Ideen zur Mobilisierung der Massen spielte. Nach dem Spaziergang ging es um die Frage des Umgangs mit dem kunsthistorischen Erbe in der heutigen Zeit: Haben die Wandbilder mit dem Systemwechsel an Relevanz verloren? Sollte man sie erhalten, einlagern oder neu installieren und durch Informationsstelen aufklären und kontextualisieren?

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