29.10.2017 | Liturgie zum Baustartgottesdienst

Gottesdienst zu Baubeginn – Eine Kultur des Friedens bauen - „Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens“  (Lk 1,79) am 29.10. 2017 um 16 Uhr am Treffpunkt Nagelkreuz auf dem Baufeld, Breite Straße 7, 14467 Potsdam

• Läuten Reinhard Kwaschik 30’

• Eröffnung: „Lobe den Herrn“ Instrumental Jazz-Ensemble 2´30

• Votum Cornelia Radeke-Engst: Im Namen des lebendigen Gottes, der ein Gott des Friedens und der Versöhnung ist, im Namen Jesus Christi, der Frieden und Versöhnung unter den Menschen gelebt hat und im Namen des Heiligen Geistes, der Kraft, die uns aufrichtet und ermächtigt Frieden und Versöhnung auszubreiten. Amen.

 Begrüßung Pfrn Cornelia Radeke-Engst : Seien Sie alle sehr herzlich willkommen hier auf der Baustelle des Garnisonkirchenturms und der Nagelkreuzkapelle.Stellvertretend für Sie alle möchte ich namentlich begrüßen: für unsere Kirche, Kons. Antoine, Herrn Bundesminister Christian Schmidt und unseren Oberbürgermeister Jann Jakobs. Bitte fühlen Sie sich alle in diese Begrüßung herzlich eingeschlossen. 

Große Freude erfüllt uns an diesem Tag. Wir sind dankbar, dass so viele Menschen mit Worten, Taten und Spenden dafür eingetreten sind, dass dieses Gotteshaus wieder aufgebaut werden kann: Garnisonkirchturm, Heilig-Kreuz-Kapelle, Nagelkreuzkapelle.Ein Wort an Sie, liebe Kritiker: Sie haben uns über die Jahre hinweg mit Fragen an das Projekt begleitet. Ich möchte Ihnen im Namen aller sagen, diese Begleitung mit Fragen und Kritik war und ist für uns wichtig. Wir nehmen ihre Fragen ernst, wir überprüfen unseren Weg an diesen Fragen. Wir sind weiterhin gesprächsbereit. Aber bitte lassen Sie uns jetzt Gottesdienst feiern und erst nachher diskutieren.

Dr. Irmgard Schwaetzer: Ich freue mich darauf, dass nun hier ein Friedens- und Versöhnungszentrum aufgebaut werden kann. Wir definieren diesen Ort neu durch unsere Arbeit nach dem Dreiklang: Geschichte erinnern, Verantwortung lernen, Versöhnung leben. In ganz besonderer Weise soll hier auch mit Schulklassen gearbeitet werden und sollen Jugendbegegnungen initiiert werden. Wir danken Gott mit diesem Gottesdienst und stimmen das Danklied unseres Glockenspiels an.

• Lied „Lobe den Herren“ EG 316, 1-2 und 4-53 

• Kyriegebet/Schuldbekenntnis - gerahmt von EG 178.9

Cornelia Radeke-Engst (CRE): Aus uns selbst heraus sind wir nicht zu wirklichen Neuanfängen fähig. Gott ist es, der Neuanfänge schenkt. Wir wenden unsere Herzen zu ihm und bekennen, was uns von ihm trennt. Wir rufen zu Gott: Kyrie eleison2) 

Martin Vogel (MV): Im Werben und Eintreten für die Wiedergewinnung des Turms der alten Garnisonkirche als Ort der Versöhnung gab es starken Widerstand und Unterstellungen. Wir sind hin und wieder an die Grenzen unserer Friedfertigkeit geraten.

CRE: Die Geschichten dieses Ortes erzählen von der Ambivalenz menschlichen Handelns. Es geht um Glaubenstreue und um erschütterndes Versagen. Vor Dir erkennen wir heute unsere eigene Schuldverstrickung.Wir rufen zu Gott: Kyrie eleison

MV: Es wird uns nicht gelingen, alle Kritiker des Wiederaufbaus zu überzeugen. Bewahre uns vor Feindschaft und lass uns lernen, mit unterschiedlichen Auffassungen zu leben. Das erbitten wir undrufen zu Gott: Kyrie eleison

CRE: Mit dem Nagelkreuzgebet aus Coventry bekennen wir an diesem Ort unsere Mitschuld an den Verhältnissen in dieser Welt mit dem Nagelkreuzgebet und stellen uns in die Schuldgemeinschaft aller Menschen.

MV: Alle haben gesündigt und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten. (Röm. 3,23) – So bitten wir:

CRE: Den Hass, der Rasse von Rasse trennt, Volk von Volk, Klasse von Klasse: Vater, vergib!

MV: Das Streben der Menschen und Völker zu besitzen, was nicht ihr Eigen ist: Vater, vergib!

CRE: Die Besitzgier, die die Arbeit der Menschen ausnutzt und die Erde verwüstet: Vater, vergib!

MV: Unseren Neid auf das Wohlergehen und Glück der Anderen: Vater, vergib! Unsere mangelnde Teilnahme an der Not der Gefangenen, Heimatlosen und Flüchtlinge: Vater, vergib!

CRE: Die Gier, die Frauen, Männer und Kinder entwürdigt und an Leib und Seele missbraucht: Vater, vergib!

MV: Den Hochmut, der uns verleitet, auf uns selbst zu vertrauen und nicht auf Gott: Vater, vergib!  

CRE: Seid untereinander freundlich, herzlich und vergebt einer dem anderen, wie Gott euch vergeben hat in Christus! (Eph. 4,32)

• Lesung: Katrin Schulze: Wir hören die biblische Lesung für diesen Tag aus Lukas 1. Wir rahmen die Lesung mit dem Gebetsruf: Oculi nostri ad dominum deum.Gesang: Oculi nostri ad dominum deum EG 789.5

Bibeltext: Lukas 1, 67-79 „...richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“ 

Gesang: Oculi nostri ad dominum deum EG 789.5• Predigt: „Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens“Wolfgang Huber10-12• Lied: Gib Frieden, Herr, gib Frieden EG 430, 1,3,4

Kollektenansage: Am Ausgang werden wir nachher eine Kollekte sammeln. Sie ist zur einen Hälfte für die inhaltliche Friedens- und Versöhnungsarbeit hier der Nagelkreuzkapelle – Veranstaltungen, Gottesdienste und Seminare bestimmt. Die andere Hälfte soll den Grundstock bilden für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Zeit von 1914 bis 19 45 in der Garnisonkirche, die wir beginnen wollen.

Einleitung: Cornelia Kulawik: Die Leitsätze von Coventry fordern uns auf, in Blick auf die Vergangenheit: Die Wunden der Geschichte zu heilen, sich mit der Geschichte an diesem Ort auseinander zu setzen. In der Gegenwart: Mit Unterschiedenheit zu leben, Verschiedenheit zu feiern. Deshalb ist dieser Ort ein Ort des Dialogs von Menschen mit verschiedenen Lebenshintergründen, Lebensformen und Religionen. Für die Zukunft steht der dritte Leitsatz von Coventry: Eine Kultur des Friedens bauen. Das ist die Aufgabe an diesem Ort. Wir entfalten jetzt den Spruch mit diesem dritten Leitsatz von Coventry neu. Das Spruchband hing über die Jahre hinweg an der Wand des Rechenzentrums.Von dort war uns dieser Leitsatz Ansporn für alle Wiederaufbaubemühungen. Beim Schlussstück dieses Gottesdienstes hängen wir das Spruchband gemeinsam an den Bauzaun, damit dieser Auftrag auch in der Bauphase allen sichtbar vor Augen steht.

• Symbolhandlung Ausrollen des Spruchbandes "Eine Kultur des Friedens bauen": Wieland Eschenburg Leitung 5mit Peter Leinemann, Martin Vogel, Katrin Schulze, Cornelia Radeke-Engst, Matthias Dombert, Christian Rüss, Peter Struppek, Astrid Brenning, Katharina Körting, Heike Gensch, Heike Schulz, Frank Bublitz und dem ganzen FWG-Vorstand. Dazu Musik: „Agnus Dei“ aus der Jazz-Mass von Ike Sturm (USA)

• Fürbitte u. Vaterunser:

Matthias Dombert: Wenn Gott nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen. Ewiger Gott, wir danken dir, dass du uns Kraft gegeben hast für den Weg, den wir bis zum heutigen Tag gegangen sind. Wir danken dir, für alle Menschen, die diesen Weg durch ihre Arbeit, ihre Spenden, Kredite und Fördermittel aus Kirche und Gesellschaft ermöglicht haben. Segne sie. Wir bitten dich:

Alle: Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens.

Joachim Zehner: Wenn Gott nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen. Ewiger Gott, wir bitten dich für alle, Architekten und Planer, Bauarbeiter und Handwerker und die Hersteller der Baumaterialien. Gib deinen Segen für all ihr Tun. Wir bitten dich: Alle: Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens. Georg von Gayl: Wenn Gott nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen. Ewiger Gott, wir bitten dich für alle Menschen, die an diesem Ort haupt- und ehrenamtlich die „innere Kirche“ bauen, geistliche und bildungspolitische Arbeit tun und Friedens- und Versöhnungsarbeit im Geiste von Coventry gestalten. Gib deinen Segen für all ihr Tun. Wir bitten dich:

Alle: Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens.

Anneke Smalla: Wenn Gott nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen. Ewiger Gott, wir bitten dich lass diesen Bau ein Haus des Friedens und der Versöhnung für diese Stadt werden, einen Ort der Begegnung und des Dialogs, eine offene Tür für Alte und Junge, für Menschen die der Kirche nah stehen und die ihr fern stehen. Gib deinen Segen für dieses Gottes Haus in dieser Stadt. Wir bitten dich: Alle: Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens.

Peter Leinemann: Wenn Gott nicht das Haus baut, dann arbeiten umsonst, die daran bauen. Wir bitten dich für alle Menschen, die ohne ein Dach über dem Kopf sind, in zerstörten Häusern oder Flüchtlingscamps leben oder auf der Flucht sind. Baue du ihnen Orte an denen sie sicher wohnen können und Heimat haben und lass uns erkennbar für sie eintreten. Segne du das Tun aller Menschen, die ihnen helfen. Wir bitten dich:

Alle: Richte unsere Schritte auf den Weg des Friedens.  

Peter Leinemann: Alle ausgesprochenen und unausgesprochenen Bitten fassen wir zusammen in dem Gebet Jesu Christi:

Alle: Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

• Lied: EG 496 Lass dich, Herr Jesu Christ

• Segen Wolfgang Huber 

• Schlussstück: „Wer nur den lieben Gott lässt walten“, Arrangement Albrecht Gündel vom Hofe 2’30 

Mitwirkende: Pfr. i. R. Reihard KwaschikPräses Dr. Irmgard Schwaetzer, stellv. Vorsitzende des Kuratoriums Stiftung Garnisonkirche (SGP), Synode EKBO und EKD, Pfrn. Cornelia Radeke-Engst, Nagelkreuzgemeinde Garnisonkirche Potsdam, OKR Pfr. Martin Vogel, Theologischer Vorstand der Stiftung Garnisonkirche Potsdam (SGP), GP Katrin Schulze, Vorsitzende des Beirats der Nagelkreuzgemeinde, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Kuratoriums SGP, Pfrn. Dr. Cornelia Kulawik, Vorstand der Deutschen Nagelkreuzgemeinschaft, Prof. Dr. Matthias Dombert, Vorsitzender der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche und Kuratorium SGP, Sup. Dr. Joachim Zehner, Superintendent und Kuratoriums SGP, Georg von Gayl, ARGE (AG Wiederaufbau Garnisonskirche Potsdam)Anneke Smalla, UnterstützerinPeter Leinemann, Verwaltungsvorstand der SGP,

Musik: „Jazz-Ensemble-Albrecht Gündel-vom Hofe“* Nico Lohmann - sopran & alto sax, flute * Uwe Steinmetz - sopran & alto sax, orkon * AlbrechtGündel-vom Hofe - E-piano und Arrangement* Andreas Henze - double bass ,

 

 

 

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