16.04.2017 | Gottesdienst am Ostersonntag in der Nagelkreuzkapelle - Liturgie und Predigt -

Vorspiel

Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden - was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?

Gesegnete Ostern wünsche ich Ihnen an diesem Abend in der Nagelkreuzkapelle. Wir feiern mit einander einen abendlichen Gottesdienst zum Osterfest, in dem zu unser aller Freude Professor Uwe Ulrich das Klavier erklingen lässt und unseren Gesang beflügelt; Kathrin Schulze hat dankenswerter Weise den Kirchendienst übernommen und wird mit den Abkündigungen dieses Gottesdiensts zum Osterfeuern überleiten.

Die Botschaft von der Versöhnung erreicht uns an diesem der Versöhnung gewidmeten Ort nach einer Woche, die viel, zu viel Unversöhntes gezeigt hat. 

Doch wir vertrauen auf den gnädigen, versöhnenden Gott. Deshalb feiern wir Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Wir vertrauen auf die Hilfe Gottes, der Himmel und Erde gemacht hat, der Bund und Treue hält ewiglich und der nicht preisgibt das Werk seiner Hände. 

Der Herr sei mit euch (und mit deinem Geist)

Lied 103,1-6. Gelobt sei Gott, im höchsten Thron

Mit dem 118. Psalm loben wir Gott:

Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:

Die Rechte des Herrn behält den Sieg.

Ich werde nicht sterben, sondern leben

und des Herrn Werke verkündigen.

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,

ist zum Eckstein geworden.

Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unseren Augen.

Dies ist der Tag, den der Herr macht;

lass uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Gesungen: Ehre sei dem Vater  ...

Vor Gott treten wir mit unserem kleinen Glauben und bitten: Zeige dein großes Licht.

Vor Gott treten wir mit all den Bruchstücken von dem, was gelingt und misslingt und bitten: Zeige du, wie das Ganze gemeint ist.

Vor Gott treten wir mit allem, was wir an anderen versäumt haben und worin vor Gott schuldig geworden sind, und bitten: Nimm uns gnädig an und erbarme dich unser.

Liturg: Kyrie eleison

Gemeinde: Herr, erbarme dich.

Liturg: Christe eleison

Gemeinde: Christe, erbarme dich.

Liturg: Kyrie eleison

Gemeinde: Herr, erbarm dich über uns

Liturg: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Liturg: Ehre sei Gott in der Höhe

Gemeinde: und auf Erden Fried und den Menschen ein Wohlgefallen.

Gemeinde: 179,1: Allein Gott in der Höh

Als Lesung hören wir heute ein Stück aus der Erzählung „Unverhofftes Wiedersehen“ von Johann Peter Hebel, einem südbadischen Theologen – er brachte es bis zum Prälaten der badischen Landeskirche – und eindrucksvollen Poeten. Seine Erzählung spielt in Schweden, in Falun, vor etwas mehr als 200 Jahren.

Ein junger Bergmann sagte zu seiner Braut: „In zwei Wochen werden wir heiraten. Dann sind wir Mann und Frau und bauen uns ein eigenes Heim.“ Doch als der Pfarrer am Sonntag im Gottesdienst die Trauung der beiden aufrief, meldete sich der Tod. Denn am nächsten Morgen, als der junge Mann in seiner Bergmannskleidung am Hause seiner Braut vorbei ging, da wünschte er ihr zwar einen guten Morgen, jedoch keinen guten Abend mehr. Denn er kam nimmermehr aus dem Bergwerk zurück.

Da nahm die Braut das seidene Halstuch, das sie für ihren Liebsten umsäumt hatte, legte es weg und weinte um ihn. Und sie vergaß ihn nie.

Dann vergingen die Jahre und die Jahrzehnte und die Geschehnisse um das Unglück im Bergwerk waren längst vergessen.

Als aber die Bergleute 1809 kurz vor Johannis zwischen zwei Schächten eine Öffnung durchgraben wollten, tief unter dem Boden, gruben sie aus dem Schutt und Vitriolwasser den Leichnam eines Jünglings heraus, der ganz mit Eisenvitriol durchdrungen, sonst aber unverwest und unverändert war, sodass man seine Gesichtszüge und sein Alter noch völlig erkennen konnte, als wenn er ein wenig an der Arbeit eingeschlafen wäre.

Als man ihn aber zu Tage ausgefördert hatte, Vater und Mutter, Freunde und Bekannte waren schon lange tot, kein Mensch wollte den schlafenden Jüngling kennen oder etwas von seinem Unglück wissen – bis die ehemalige Verlobte des Bergmanns kam, der eines Tages auf die Schicht gegangen und nimmer zurück kehrte. Grau und zusammen geschrumpft kam sie an einer Krücke an den Platz und erkannte die ehemalige Verlobte ihren Bräutigam; und sank auf die geliebte Leiche nieder, bewegt von heftigsten Erregungen ihres Gemütes.

Nach dem die alt und grau gewordene Verlobte heftig geweint hatte sagte sie endlich: „Es ist mein Verlobter, um den ich fünfzig Jahre getrauert habe und den mich Gott noch einmal sehen lässt vor meinem Ende.“

Am anderen Tag, als das Grab auf dem Friedhof gerichtet war, nahm sie das Halstuch, das sie ihm zum Hochzeitstag umsäumt hatte, und begleitete ihn alsdann in ihrem Hochzeitsgewand, als wenn es ihr Hochzeitstag und nicht der Tag seiner Beerdigung wäre.

Denn als man ihn auf dem Kirchhof ins Grab legte, sagte sie: „Schlafe nun wohl, noch einen Tag oder zehn im kühlen Hochzeitsbett und lass dir die Zeit nicht lang werden. Ich habe nur wenig zu tun und komme bald. Und bald wird‘s wieder Tag. Was die Erde einmal wiedergegeben hat, wird sie zum zweiten Mal auch nicht behalten.“

Lied 112, 1+2+5+6: Auf, auf, mein Herz, mit Freuden

Ankündigung des Evangeliums (Matthäus 28,1-10)

Gemeinde singt: Ehre sei dir, Herr.

Lesung des Evangeliums

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Erscheinung war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Die Wachen aber erbebten aus Furcht vor ihm und wurden, als wären sie tot.

Aber der Engel sprach zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, dass ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht die Stätte, wo er gelegen hat; und geht eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist auferstanden von den Toten. Und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.

Und sie gingen eilends weg vom Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu verkündigen.

Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt es meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen: Dort werden sie mich sehen.

Gemeinde singt: Lob sei dir, Christus.

Ankündigung des Glaubensbekenntnisses

Gemeinde: Apostolisches Glaubensbekenntnis

Entzünden der Osterkerze

Lied: 115,1-3: Jesus lebt, mit ihm auch ich

Predigt am Ostersonntag,16. April 2017

Liebe Gemeinde,

„Unverhofftes Wiedersehen“: diese Überschrift passt zu Johann Peter Hebels Erzählung über das Unglück im Bergwerk von Falun und die Begegnung der alt gewordenen Braut mit ihrem jung gebliebenen Bräutigam. „Unverhofftes Wiedersehen“ spiegelt sich auch in dem Erleben eines heute über achtzigjährigen australischen Freundes wider, dem die Liebe seiner Jugend wieder begegnete – und nach dreißig Jahren wurden die beiden zum unzertrennlichen Paar; man kann spüren, wie sie wechselseitig füreinander ein Lebenselixier sind.

 „Unverhofftes Wiedersehen“: für keine Erzählung trifft diese Überschrift genauer zu als für die Ostererzählung des Matthäus. Auf dem Weg zu einem Toten sind die beiden Frauen Maria von Magdala und die andere Maria, bei der wir wohl nicht an die Mutter Jesu, sondern an eine andere Frau aus dem Kreis seiner Vertrauten zu denken haben. Auf dem Weg zu einem Toten sind sie und stoßen auf den Lebenden. Furchtsam machen sie sich auf den Weg zum Grab, an dem sie dem Verstorbenen eine Wohltat erweisen wollen, furchtsam nicht nur angesichts des Todes, der sie tief betrübt, sondern ebenso wegen der politischen Verwicklungen, die zu diesem Tode geführt hatten. Wie ein Beweis stand „Jesus von Nazareth, der Juden König“ auf einer Tafel, angebracht an seinem Kreuz. Doch ihre Furcht stößt auf die Botschaft eines Gottesboten: „Fürchtet euch nicht!“ Was Weihnachten auf den Feldern um Bethlehem den Hirten widerfuhr, geschieht nun den beiden Frauen: Ihrer Furcht tritt die Botschaft der Hoffnung entgegen: Fürchtet euch nicht, der Tod hat nicht das letzte Wort. Jesus, der Gekreuzigte, wird zum Zeugen der Hoffnung, Gott selbst hat ihn der Macht des Todes entrissen. „Fürchtet euch nicht“: das ist der Rahmen um die ganze Geschichte Jesu, vom Anfang, der kein Anfang ist, denn es ist doch das ewige Wort Gottes – „Im Anfang war das Wort“ – das im Stall von Bethlehem zur Welt kam, bis zum Ende, das kein Ende ist: denn der Gekreuzigte ist durch Gott und bei Gott zum Leben erhöht. Ein Unterpfand der Hoffnung über den Tod hinaus. 

Dieser Ruf aus der Furcht in die Hoffnung erreicht die Frauen; er wird zu einer Gewissheit, die sie weitergeben. Eine Zuversicht ergreift sie, die auf keiner naturwissenschaftlichen Erklärung beruht, so wie es auch keine eindeutige Erklärung dafür gibt, dass Menschen hoffen, auch wenn sie in schier hoffnungsloser Lage sind. Der Osterglaube resultiert nicht aus Beweisen; er ist eine Erfahrung des Herzens. Er ist ein neuer Weg, den es vorher nicht gab. Er ist ein Leben voller Verheißung. Ein Leben, das in die Begegnung mit Jesus Christus führt.

Unverhofftes Wiedersehen: Ein Porträt der Hoffnung wird gezeichnet. Auf den Gesichtern der beiden Frauen verwandelt sich Trauer in Freude, Ängstlichkeit in Zuversicht, Tod in Leben. Ein Tag, der dem Grab gewidmet sein sollte, wird dem Leben zugewandt. Ein Tag, der für das Trauern reserviert war, wird zum Freudentag. Die beiden Frauen brauchen sich der Fröhlichkeit nicht zu schämen: Ihre Hochzeitskleider holen sie hervor, um den Jüngern vor Augen zu führen, worum es geht: um die Freude des Lebens schlechthin.

An jedem Osterfest werden Christen in aller Welt zum Porträt der Hoffnung. Oft sind es Frauen, die uns diese Botschaft entgegenrufen. Sie wecken uns Männer auf, wir sprechen es ihnen nach. Und machen uns die Botschaft der Hoffnung zu eigen – hoffentlich.

Noch gut erinnere ich mich an den Morgen meines ersten Osterfests in Berlin. Auf leeren Straßen war ich unterwegs zu dem Ostergottesdienst. Der erste Ostergottesdienst als Bischof; furchtsam fuhr ich der Osterpredigt entgegen. Plötzlich überholt mich ein Auto, fährt ein Stück vor mir, blinkt nach rechts und hält am Straßenrand. Ich folge der stummen Aufforderung und halte hinter dem Auto, das meine Fahrt unterbricht. Eine junge, mir bereits bekannte Pfarrerin, steigt aus, kommt mir entgegen und ruft mir fröhlich zu: Christus ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden. Spricht’s, steigt wieder ein und fährt weiter. Wie verwandelt komme ich in meinem Ostergottesdienst an. Eine Botin hatte mir die Osterbotschaft nahegebracht, bevor ich sie anderen weitergab.

Aus der Kette solcher Erfahrungen entstehen Porträts der Hoffnung. Wenn wir die Hoffnung über den Tod hinaus weitergeben, dann wird Ostern. Fürchtet euch nicht! Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Furcht wandelt sich in Hoffnung, Verzweiflung in neuen Mut. Der Überschuss der Verheißung verträgt sich nicht mit ängstlichem Stillstand. Er mündet in ein Leben, das alle Ausweglosigkeit nach vorne übersteigt. Die Zeichen des Lebens werden nach vorn gesetzt. Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Gottes Verheißung öffnet unser Leben nach vorne hin – ganz unabhängig davon, wie klein oder groß uns dieses Leben vorkommt. Gottes Verheißung gibt unserem Leben eine Perspektive, die am Ziel ist, wenn sich das Geheimnis der Auferstehung im eigenen Leben erfüllt. Das geschieht immer wieder; und schließlich geschieht es ein für alle Mal.

Es kommt darauf an, dass wir die Zeichen der Auferstehung in unserem eigenen Leben entdecken und zu deuten wissen. Ein Ostertag mit Kindern, die Begegnung mit Menschen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, das Gebet für die gestorbene Freundin, die wir der Güte Gottes anempfehlen – von der Geburt bis zum Tod spannen sich die Begegnungen mit der Ewigkeit. Von der Geburt bis zum Tod können Menschen zu Porträts der Hoffnung werden.              

„Auferstanden von den Toten“: Unter dieser Überschrift steht nicht nur der Tod Jesu, sondern auch unser endliches Leben. Es steht unter einer Verheißung, die am Tod nicht zerbricht. Es hat teil an einer Hoffnung, die über die Endlichkeit unseres Lebens hinausweist. Jedes einzelne menschliche Leben weiß der Glaube geborgen in Gott; jedem einzelnen menschlichen Leben gilt die Verheißung der Auferstehung. Deshalb wird auch unser eigenes Leben zu einem Porträt der Hoffnung. 

Das Leben ist uns verheißen. Wir werden nicht auf ein anderes Leben vertröstet. Wir brauchen nicht zu denken, das „eigentliche Leben“ stehe erst noch aus. Wer auf morgen vertröstet, leugnet die Gegenwart. Doch den Nöten der Gegenwart wird man nicht gerecht, wenn man behauptet, das eigentliche Leben komme erst noch. Und auch die Schmerzen der Vergangenheit würdigt man nicht, wenn man meint, sie habe eben noch nicht zum eigentlichen Leben gehört.

Jetzt ist das eigentliche Leben. Darüber, dass Menschen an ihm so ungleichen Anteil haben, wie wir an denen sehen, die in unserem Land Zuflucht sehen, wie an denen, die sich vor ihnen fürchten – darüber kann niemand hinweggehen. Dunkle Zeiten wie die unseren brauchen das Licht der Hoffnung erst recht.

Freilich gibt es auch eine andere Deutung unserer Zeit. Sie zeichnet unsere Gegenwart als eine Zeit, die eher an ihrem Überfluss erstickt als an ihrem Mangel. „Für einen Amerikaner oder Europäer der Gegenwart ist Coca-Cola die größere Bedrohung als al-Quaida“, sagt der israelische Historiker Yuval Noah Harari. Er beruft sich für diese kühne Aussage auf Statistiken. An Überernährung sterben in unserer Welt mehr Menschen als am Mangel. Zivilisationskrankheiten dieser Art raffen weit mehr Menschen hinweg als der Terror. Doch wenn die Menschen diese Risiken vermeiden, haben sie nach Hararis Überzeugung die Möglichkeit, alle Gefährdungen des Lebens hinter sich zu lassen. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts, meint dieser Historiker der Zukunft, kann die Menschheit Hunger, Krieg und Armut überwinden. Nicht nur ein Macher ist der Mensch dann, ein Homo Faber, sondern ein Herrscher über das Leben, ein Homo Deus, ein Gottmensch. Er gewinnt Fähigkeiten, die in traditionellen Vorstellungen Göttern vorbehalten sind: die Herrschaft über Krankheiten und das Wetter, die Erschaffung von Leben und die Herrschaft über den Tod. Die technische Beherrschung des Lebens, die Verbindung menschlichen Lebens mit künstlicher Intelligenz und die Erschaffung anorganischen Lebens sind die drei Wege zum Homo Deus. Nicht nur die Erde liegt dann in der Hand des Menschen, er gewinnt sogar Macht über die eigene Endlichkeit.

Ganz sicher ist der Historiker Harari seiner Sache allerdings nicht. Er erwartet, dass vielleicht nur ein kleiner Teil der Menschheit von solchen Entwicklungen profitieren wird, während andere den Anschluss verlieren. Er hält es für möglich, dass das 21. Jahrhundert zur Geburt einer neuen sozialen Klasse führt: der „Klasse der Nutzlosen“. Daran zeigt sich: In der Vorstellung, der Mensch werde selbst zu Gott wird, stirbt alle Hoffnung. Der Mensch hört auf, ein Porträt der Hoffnung zu sein. Die einen arbeiten an der eigenen Unsterblichkeit. Das geschieht auf Kosten der anderen, der neuen Klasse der Nutzlosen.

Daran zeigt sich, was auf dem Spiel steht. Denn in Gottes Augen ist kein Mensch nutzlos. Jede und jeder wird gebraucht. Keiner soll abgehängt werden. Allen gilt die Verheißung, eine Verheißung über den Tod hinaus. Dieser Verheißung geben wir nur dann Raum, wenn wir die eigene Sterblichkeit nicht leugnen, sondern annehmen. Wir können es ohne Angst tun; denn Jesus ist uns in den Tod vorausgegangen. Wir können es voller Hoffnung tun; denn der Tod hat nicht das letzte Wort.

In der Zukunft wohnt nicht der Homo Deus, der Mensch, der sich selbst zum Gott macht, eher der Deus Homo, der Gott, der für uns zum Menschen wurde. Dass wir beherzt für diesen Gott eintreten, statt denen nachzulaufen, die sich selbst zum Gott machen möchten – darum geht es in unserer Zeit. Ostern war noch nie aktueller als heute.

Welch eine Verheißung, dass wir zum Porträt der Hoffnung werden können, jede und jeder von uns: zur eigenen Überraschung - wie die Frauen, die auf dem Weg zu einem Toten waren und den Auferstandenen fanden: unverhofftes Wiedersehen! Amen.

 

Lied: 115,4-6: Jesus lebt, mit ihm auch ich

Auferstandener Christus, du hast dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Dafür sagen wir dir Lob und Dank. Wir sehen die Welt im Licht deiner Auferstehung mit neuen Augen: mit den Augen des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe.

Wir beten für deine Kirche in all ihren Gestalten und an allen Orten: Hilf, dass sie die Zuversicht ausstrahlt, die du ihr schenkst: Das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden. Darum bitten wir dich und rufen gemeinsam zu dir: Herr, erbarme dich.

         Wir bitten dich um die Umkehr, die wir alle nötig haben, damit wir den Menschen das Evangelium weitersagen und Lust am Glauben in ihn wecken können. Hilf, dass unser Glaube auch die bewegt, denen er bisher fremd war; denn du willst, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Darum bitten wir dich und rufen zu dir: Herr, erbarme dich.

         Wir bitten dich um Frieden in unserer Welt. Gib den Verantwortlichen Augenmaß und Weitsicht, damit ihre Reaktion auf die Gewalttätigkeiten, die wir zu beklagen haben, die Gewalt nicht vermehrt, sondern ihr ein Ende setzt. Gib uns allen Entschlossenheit, alte Feindschaften hinter uns zu lassen und das Entstehen neuer zu verhindern. Mache uns wachsam gegenüber der Gewalt, wo immer sie aufflackert und sich einnistet. Mach uns stark dazu, unsere Mitmenschen zu schützen und dem Frieden zu dienen. Darum bitten wir dich und rufen zu dir: Herr, erbarme dich. 

         Wir bitten dich um Gemeinschaft für Kranke und Einsame. Hilf ihnen, dass sie sich in der Hoffnung auf dich geborgen wissen. Wir bitten dich um leibliche und seelische Stärke für, alle die zum Helfen und Heilen berufen und bereit sind. Wir bitten für uns alle um die Kraft, zu trösten und zu helfen, wenn wir gefragt sind. Darum bitten wir und rufen zu dir: Herr, erbarme dich.

         Wir bitten um deine Hilfe für die Menschen, die in Armut und Hunger leben, die aus bedrückenden Lebensverhältnissen einen Weg in die Freiheit suchen, die als Fremde unter uns leben und eine neue Heimat suchen. Zeige ihnen einen Weg, der in die Zukunft führt. Und hilf uns dabei, auch in Zukunft zum Beistand bereit und fähig zu sein. Darum bitten wir und rufen zu dir: Herr, erbarme dich.

Was uns sonst auf dem Herzen liegt, verbinden wir mit den Worten Jesu und beten gemeinsam:

Vater Unser

Abkündigungen Katrin Schulze

Lied: 99: Christ ist erstanden.

Segen

Nachspiel

 

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