Was denken Sie über das Projekt, was sind Ihre Wünsche, Meinungen, Anregungen? Teilen Sie es uns mit und tragen Sie sich in unser Gästebuch ein.


Eintragung
*Pflichtfelder
Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

Gästebuch

12. August 2014 | 22:09

Lammert, Elke

Zitiert aus Waltraud Volk "Potsdam - historische Straßen und Plätze heute" von 1988: "...Sie war die erste der evangelischen Kirchen, die Friedrich Wilhelm I. in Potsdam errichten ließ,... 1735 war der gesamte Bau fertiggestellt.....Die Kirche, die als der bedeutendste Sakralbau des preußischen Barock galt, ..., in dessen Spitze ein holländisches Glockenspiel, vom Vorgängerbau übernommen, aufgehängt war....Eine genaue Sitzordnung sah vor, daß die Zivilgemeinde im Schiff auf Bänken sitzen konnte, während die Soldaten auf den umlaufenden zweigeschossigen Emporen den Gottesdienst stehend anhöhren mußten...In ihr wurden er (Friedrich Wilhelm I.) und später auch sein Sohn Friedrich der II. beigesetzt..."
279 Jahre bedeutender deutscher Kulturgeschichte stehen hier einem winzigen Zeitraum von gerademal 21 Jahren sozialistischem Städtebau gegenüber. Der erfolgreiche Wiederaufbau der städtebaulichen Kubatur des Stadtschlosses sollte Ansporn sein auch dieses Gebäude wieder in seiner ursprünglichen, die Siluette Potsdams prägenden, Form zu errichten!


09. August 2014 | 19:52

Petra Günther

Hat die Garnisonkirche Hitler zugejubelt, oder waren es die Menschen? Wurde das Olympiastadion nicht nur für seine Propaganda gebaut und wie steht es jetzt darum?
Die Babelsberger Filmfabrik wurde auch für Hitlers Propaganda genutzt -und? Nach einer kräftigen Investition nach der Wende ging es voran und sind wir nicht alle stolz auf unsere Babelsberger Filmfabrik?
Wie viel Geld gibt man für Fußball oder Anderes aus-wo es doch so viel Armut auf der Welt gibt? Was tut denn jeder einzelne von uns gegen die Armut, die ja als Argument gegen den Aufbau spricht? Was wird sich ändern, wenn sie nicht gebaut wird? Wenn ich sehe, was man jeden Tag entsorgt…
Hat sich ein Bürger oder Tourist schon mal über das Brandenburger Tor beschwert? Militärsymbole sind oben drauf. Das Neue Palais ist streng genommen auch ein Symbol des Krieges- und für was wird ein Teil der Anlage genutzt? In der Garnisonkirche waren auch Widerständler nicht nur Militärs und Nazis und Wilhelm von Humboldt wurde dort getauft, wie viele andere auch...unsere preußischen Könige haben Akademien, Universitäten, die Charite` etc. ins Leben gerufen. Man kann doch nicht mit Sanssouci werben und das Militär verteufeln? Manufakturen, Handwerker etc. hätte es ohne das Militär doch gar nicht hier in Potsdam gegeben. Warum kommen denn Touristen in die Städte, wegen der Altstadt und nicht wegen der DDR- Bauten. Ihr müsst doch mal zu geben, dass architektonisch die DDR vieles versaut hat! Zu Hause macht man es sich doch auch schön. Und überlegt doch mal, was man mit dem Geld, was die Garnisonkirche( und überhaupt die neue/ alte Altstadt) einbringt, an sozialen Projekten fördern könnte. Schaut Euch die alten DDR Bilder an- Ecke Kanal /Friedrich- Ebert-Straße dieser Klotz, der da stand, oder das Haus des Reisens- Ihr wollt mir doch nicht allen Ernstes erzählen, dass das so hätte bleiben sollen? Wenn jetzt einer sagt: Eure Gärten, die Lieblingskneipe oder Garagen müssen weg, weil da ein Flüchtlingsheim gebaut wird oder ein Obdachlosenheim- seid Ihr dann auch noch so sozial eingestellt? Liegt die Ablehnung nicht einzig und allein daran, dass es sich um eine Kirche handelt? Wie auch immer Kirchen sind Anziehungspunkte und Eyecatcher. Viele sind hier in Potsdam auf Touristen angewiesen, natürlich keine Ärzte und Studenten, aber Händler ,Hoteliers und die Stiftung preußischer Schlösser und Gärten, die durch die Einnahmen das Weltkulturerbe erhalten müssen und möchten.
Wer entfernt eigentlich die Aufkleber mit der Endspurt- Parole? Ist nicht schön, diese an sämtlichen Pfählen und Haltestellen ran zukleben. Steuergeldverschwendung? Sieht so Eurer Meinung nach Stadtbildgestaltung aus?

Petra Günther aus Potsdam


06. August 2014 | 14:52

Helmut Krüger

Ergänzung zum Beitrag vom 6. August, 12:44 Uhr:

@ L. Rother,

selbstverständlich muss - wie am Beispiel des Babelsberger Parks - zuallererst die Erklärung versucht werden, wie mustergültig geschehen seitens von Karl Eisbein. Jedoch ist der Rückschluss m. E. zu kurz gegriffen, dass ein vehementes Dagegen-Sein PAUSCHAL Antwort auf unzureichende Erklärungsversuche sei.

Wenn in einem bayerischen Bergdorf von 100 Häusern 99 sauber gestärkte Gardinen vor den Fenstern haben und der eine,, der Zuageroaste, der hat´s nicht: Dürften die Mehreren bestimmen, was der eine vor´ m Fenster hat (oder nicht hat) oder dürften die dies nicht?


06. August 2014 | 12:44

Helmut Krüger

@ L. Rother,

selbstverständlich ist es ein lohnenswertes wie aufschlussreiches Unterfangen, sich durchaus realistische Fälle vorzustellen und diese gegenüber einander abzuwägen. Nichts anderes ist ja die Aufgabe einer politischen Gestaltung, wenn nicht nur durchgestimmt werden soll. Gleich mal, von welcher Seite. Von daher geht die etwas polemische Antwort - wie ich das empfunden habe - die das etwas in den Bereich des Absurden abzuschieben versucht, fehl.

Eine Ablehnung der Baumfällungen nach zum Teil massiven Protesten lag genauso im Bereich des Möglichen wie eine Abstimmung und ein Dafürstimmen eines asphaltierten Radweges quer zur Hauptachse von Sannsouci durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Es ist keinesfalls eine Entmündigung der Bürger, vielmehr wäre es eine Selbstentmündigung sowohl der Stiftung Schlösser und Gärten, als auch eine Selbstentmündigung der gewählten Stadtverordneten, auf das Unstatthafte derartiger Abstimmungen nicht hinzuweisen.

Offene Frage, gleich aller möglichen Abstimmungsergebnisse: Wie liegen die Grenzen rein rechnerischer Abstimmungen, wo liegen die Grenzen des Überstimmtwerdens (Musterbeispiel eben BaWü 1952 bzw. BVerfG-Entscheidung Ende der 1960er Jahre, Überstimmverbot bei Berlin-Brandenburg 1996)?

Es wäre m. E. fatal, wenn sich eine Demokratie diese Frage nicht stellte, so viel Wert auch immer darauf gelegt werden und so viel Anstrengungen auch immer unternommen werden müssen, das eigene Vorhaben zu erklären.


01. August 2014 | 20:48

Günther Mierisch

Es ist für mich erschreckend, mit wieviel Hass,Wut, Intoleranz und Unnachgibigkeit der harte Kern der Gegnerschaft hier auftritt. Es wurde und wird weiterhin auf die Potsdamer so lange Contra GK eingeredet bis sie am Ende wirklich denken es ist eine böse Nazikirche die wir in der Stadt nicht haben wollen.So kann man den Bürger auch auf seine Seite bekommen ,deshalb weil er die wichtigste Kraft für den radikalen Teil der Gegner ist. Was in der Stadt zur Zeit vorgeht ist, als wurde eine boshafte Garnisonkirchhassende Kreatur freigesetzt, die ihr Unwesen mit ihren Helfershelfern in der Stadt treibt .Viele Bürger mit ihrem Gift zu gehorsamen Mitstreitern infiziert, und alles gnadenlos verschlingen will mit Stumpf und Stiel, was mit der GK zu tun hat. Das man jetzt sagt, man habe dem Bürger die Thematik GK nicht nahe genug gebracht- da kann ich nur sagen, wenn wirkliches Interesse für die GK und ihrer Bedeutung für die Stadt beim Bürger da wäre, würde er sich interessiert Informieren. Informationsquellen sind genug da. Muss man dem Bürger alles auf einem Tablet vor dem Sofa servieren?! Aber ich glaube doch , dass die meisten Potsdamer zu der Thematik GK eher gleichgültig, uninteressiert oder gar keine Meinung haben. Das verurteile ich auch nicht. Denn jeder Mensch hat unterschiedliche Interessensgebiete.Architektur und Städtebau ist ein spezielles Fachgebiet, wo ich glaube damit beschäftigen sich nur wenige Potsdamer. Das Schlimme aber ist am desinteresse, dass viele Potsdamer sich nicht einmal Gedanken machen vor wessen Karren sie sich spannen lassen, und im Interesse welcher Kräfte sie ihre Unterschrift setzen. Und wenn man noch als beeinflusster Bürger hört Nazikirche, na dann her mit dem Stift ich unterschreibe! Gerade das ist es dass der überwiegend unwissende Teil der Bürger zur leichten Beute für die Initiatoren des Begehrens wurde.Egal mit welchem Hintergrund, es braucht eine Minderheit nur durch ordentlicher Stimmungsmache, selbstbewusst und überzeugend dem unbedarften Bürger gegenübertreten, und schon lässt er sich steuern, beeinflussen und sagt ,na klar ihr habt Recht! Deshalb waren die Organisatoren so Interessiert am Begehren, da es ja so einfach war die Bürgermasse zu ihren Gunsten zu lenken. Das dieses Begehren eine stark beeinflusste Kampangne war, müsste inzwischen auch jedem Dummkopf klar sein.Zitat:,,Die meisten Menschen haben gar keine Meinung;
sie muss von außen in sie hineingepreßt werden, wie das Schmieröl in die Maschiene". Was hier von Seiten der radikalen Gegner zur Zeit abläuft führt aus meiner Sicht zu einem zeitweisen Imageschaden der Stadt. Aber ich komme immer wieder gern nach Potsdam. Uff das ist viel.


01. August 2014 | 14:16

Schuppan

Sehr geehrte Frau Berger,

vielen Dank für Ihre Nachfrage. Es ist tatsächlich so, dass die Hälfte der für den ersten Bauabschnitt (Turm) benötigten ca. 41 Millionen Euro finanziell abgesichert ist. Dies setzt sich aus den Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien und privaten Groß- und Kleinspenden zusammen. Die Spender kann ich Ihnen leider nicht namentlich nennen. Da für die Mittelfreigabe der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien eine geschlossene Finanzierung nachgewiesen werden muss, können wir nicht - anders als geplant - schon vorzeitig mit dem Bau beginnen.

Mit freundlichen Grüßen
Friederike Schuppan


01. August 2014 | 13:40

Renate Berger

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Süddeutschen habe ich gelesen, dass Sie 9 Mio. Euro Spenden + 12 Mio. Euro Bundesgelder für den 41 Mio. Euro Turmbau zusammen haben. Das verwundert mich ein wenig, lange hieß es, dass Sie so gut wie kein Geld haben, bzw. schon 6,5 Mio. Euro ausgegeben haben. Daher meine Frage: Woher kommen plötzlich die 9 Mio. Euro her? Wieviele Großspender konnten Sie überzeugen? Haben Sie so etwas wie ein Finanzbericht? Warum bauen Sie nicht einfach drauf los, wenn Sie schon so viel Geld beisammen haben?

Mit freundlichen Grüßen,

Renate Berger


30. Juli 2014 | 16:13

L. Rother

Hallo Herr Krüger.
Ich beziehe mich mal auf ihr Beispiel, vom Babelsberger Park. Zitat:

„Wenn sich eine Mehrheit in Babelsberg gefunden hätte, unterhalb der Terrasse des Schlosses Babelsberg den seinerzeit dort wild gewachsenen Baumbestand NICHT zu fällen: Wäre das zulässig gewesen oder nicht?“

Es hat sich aber keine Mehrheit dagegen gefunden. Hätte, hätte, Fahrradkette würde Peer Steinbrück kommentieren. Im Gegenteil, engagierte Leute wie Herr Eisbein konnte Vorurteile abbauen und von der Richtigkeit des Fällens kranker Baumbestände und der Wiederherstellung der historischen Parklandschaften überzeugen. Da fanden sich dann sogar Mitstreiter, die im Park mit anpackten. Darunter auch ein HS- Absolvent aus meinem Bekanntenkreis, der mir seine Motivation für sein Arbeiten im Park erklärte.
Entscheidend sind überzeugende Argumente für Aktionen. Und da mangelt es nach meiner Beobachtung bei den Wiederaufbaubefürwortern des Projekts Garnisonkirche.


23. Juli 2014 | 14:55

Helmut Krüger

Wer tatsächlicher Demokrat sein will und Demokratie nicht nur als bloßes Instrument der Mehrheitsbeschaffung missversteht, der kommt um die Frage nicht herum, wozu eine Mehrheit befugt ist und wozu nicht. Mit anderen Worten: Demokratie behilft sich mit der Mehrheit, ausschließlich ist die Mehrheitsfindung für die Demokratie nicht. Das wird von vielen leider missverstanden. So gibt es ein Überstimmverbot in spezifischen Angelegenheiten und spezifischen Bereichen. Mustergültig war hier das BVerfG-Urteil Ende der 1960er Jahre zu Baden-Württemberg. Der religiöse Bereich gehört zu den Bereichen, die sich der gefundenen Mehrheitsentscheidung außerhalb von ihr entziehen. Zeitungen gehören dazu als Tendenzbetrieb und vieles andere mehr.

Potsdamer Beispiele: Wenn eine Mehrheit der Potsdamer für eine asphaltierte Radwegverbindung zwischen Botanischen Garten und Kuhtor, sprich: die Hauptallee von Sanssouci kreuzend, stimmen würde: Wäre das zulässig oder wäre das nicht zulässig? Wenn sich eine Mehrheit in Babelsberg gefunden hätte, unterhalb der Terrasse des Schlosses Babelsberg den seinerzeit dort wild gewachsenen Baumbestand NICHT zu fällen: Wäre das zulässig gewesen oder nicht?

Ich plädiere in beiden Fällen für nicht zulässig, aus Gründen des Welterbes. Es steht nicht der Generation der Heutigen zu, anvertrautes Erbe derart zu verändern, dass es mehrheitlich mit heutigen Nutzungsvorstellungen überzogen und entstellt wird. Hier ist die Schlösserstiftung und letztlich das Welterbekomittee höher als jede gefundene Mehrheitsentscheidung, so breit sie auch ist. Im Fall der Garnisonkirche muss es offen bleiben, wie eine Abstimmung ausgehen würde. Zulässig ist es lt. Wahlamt und lt. Stadtverfassung, dass die Vertreter der Stadt ein Auflösungsbegehren zur Stiftung stellen, einfach darum, weil die Stadt dort vertreten ist. Selbst ein Austritt der Stadt entzieht sich der Mehrheitsentscheidung und die Frage zum Bau ja sowieso.


22. Juli 2014 | 10:52

Stefan Schmittbauer

Noch mehr als über die Potsdamer Gegner der GK ärgere ich mich über die Einlassungen aus Coventry und auch von Herrn Stolpe. Natürlich muss die Kirche originalgetreu wiederaufgebaut werden. Der Zeithorizont ist mir hierbei ziemlich egal. Es wird in schönster Betroffenheitsprosa von "Brüchen" und "Verantwortung" geredet. Die "Brüche", welche vor allem architektonischer Natur sind, zeigen sich in jeder deutschen Großstadt und der Begriff der "Verantwortung" wird durch seine Überhöhung und seine fast schon rituelle Nutzung überstrapaziert. Verantwortung liegt für mich allein in den Anforderungen des christlichen Glaubens und nicht in der jeweiligen Nationalität. ich kann die GK-Stiftung nur davor warnen, den Gegnern durch Umbenennungen und architektonische Veränderungen entgegenkommen zu wollen. Somit wird das Projekt durch die Hintertüre torpediert. Auch finde ich die Unterstützung aus Coventry und namentlich von Herrn Oestreicher, mehr als zweifelhaft. Es wird doch wohl ernsthaft niemand daran glauben, dass in der GK zu Krieg und Unrecht aufgerufen wird!

Was den Wiederaufbau betrifft, kommt es letztendlich nicht auf das ganze salbungsvolle Gerede an. Schlicht und einfach muss Geld her!




Logo Wiederaufbau Garnisonkirche Potsdam
zum Seitenanfang