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Gästebuch

13. September 2014 | 11:18

Günther Mierisch

Was ich mir für die Stadt wünschen würde:-das diese Feindseeligkeiten, Provokationen und Hetze von Seiten der Gegnerschaft, gegen die GK, OB, der Stadtführung und die arrangierten Potsdamer,die sich für die Stadtmitte stark machen,endlich aufhören würde! Eigentlich nahm die negative Stimmungsmache ja erst mit dem Beginn der Unterschriftenaktion(Bürgerbegehren) seinen unheilvollen Lauf.Wäre es nicht langsam nachdenkenswert für die Gegner, endlich mit dem leidigen Dagegenhalten und Getöse aufzuhören, und sich mal anderen Dingen die auch noch für die Stadt wichtig sind,zuzuwenden.Lieber dort ihre Ideen, Kraft und Energie zu investieren.Die Gegnerschaft sagt doch immer,es gäbe wichtigeres als den Aufbau der GK-Na dann setzen Sie sich doch für das für Sie so wichtigere ein,und lassen Sie endlich dem GK Projekt seinen Lauf!
Es wird oft auf den Potsdamer Bürger verwiesen,dass der Bürger nicht gefragt wird. Da Frage ich mich, ja wo bleibt denn des Bürgers Meinung?! Ist des Bürgers Meinung, immer nur Kreutzchen und Unterschriften über Begehren und Entscheide zu leisten, zu Dingen in der Stadt zB. GK die irgendwelchen Minderheiten nicht passen! Für mich bedeutet Bürgerbeteiligung nicht das bloße Abstimmen per Unterschrift, und schon hat sich alles nach der Merheit der Bürger zu richten. Ich sage nein, das ist vielleicht die einfachste und bequemste demokratische Methode etwas durchzusetzen oder zu verhindern. Aber diese Art von Bürgerbeteiligung nutzen nur zu gern Gegnerische Kräfte der Stadt für sich und ihre Ziele aus,weil sie hier Einfluss auf den Bürger ausüben und Emotional steuern können.Für mich sieht Bürgerbeteiligung anders aus. Bei einer Bürgerbeteiligung, muss sich der Bürger schon aus seiner Kompfortzone begeben, um für seine Stadt etwas zu bewegen . An die Masse der Potsdamer Bürger kann man nur sagen:-Seid interessierter an eurer Stadt! Gründet Initiativen,aber nicht gegen andere Initiativen die schon für die Stadt viel tun,sondern die auch zum Wohl und im Interesse eurer Stadt dienen, und am Ende euch selbst.Nur durch aktives Bürgerinteresse und persönliches Arrangemant und der zusammenarbeit mit den Stadverantwortlichen könnt ihr als Bürger etwas Bewegen und versteht eure Stadt besser und kommt ihr näher.Nur dadurch könnt ihr die Zusammenhänge in der Stadt besser verstehen,ihr habt dadurch ein besseres Urteilsvermögen, und ihr werdet euch dann nicht mehr so leicht von irgendwelchen Gegnerschaften der Stadt durch Begehren /Entscheide Instrumentalisieren und Meinungen einreden lassen. Also werdet aktiv!


11. September 2014 | 00:52

Helmut Krüger

Geehrte Steven O´Fearna,

in den meisten Punkten stimme ich mit Ihnen überein, besonders mit dem mittleren Teil Ihres Beitrages. Das mit dem Zeitstrahl, der ja nicht rückwärts gerichtet sein kann, habe ich folgendes gemeint: Wir - also auch ich - wir als "Angehörige" der heutigen Generation sind zu weiten Teilen dazu geneigt, unsere heutige Denkwelt auf vorige Zeiten wie eine Folie hin auszuweiten. Das andere ist, die seinerzeitigen Zeiten aus sich selber heraus zu denken, um Aufschluss zu bekommen. Das hat selbstverständlich, was die Architektur angeht, auch seine Grenzen. Die Symbolik, wo Joachim Kuke sein Manuskript sicherlich zur Verfügung stellen wird, wenn es nicht sogar schon irgendwo veröffentlicht worden ist, ist bei Bauten wie der Garnisonkirche dem direkten und unmittelbaren Blick des Betrachters entzogen und das halte ich persönlich für einen sehr großen Unterschied. Dies bspw. zu anderen Bauten, die eine Einschüchterungswirkung entfalten sollen oder direkt propagandistisch sind.

Um direkt kriegsverherrlichend zu sein, dazu ist die Botschaft viel zu weit oben und das Bauwerk in seiner äußeren wie auch inneren Gestalt viel zu schön. Schön dergestalt, um darin und daran zu schwelgen. Anders sieht es m. E. beim Reichsluftfahrtministerium in Berlin aus, dem späteren Haus der Ministerien und heutigen Fnanzministerium. Da hätte ich mir persönlich gewünscht, es wäre nicht nur den Innenhöfe das Martialische genommen worden, sondern auch der äußeren Fassaden ihre einschüchternde Wucht.

Was an meinen Worten belehrend sein soll, wie Sie am Ende Ihres Beitrages leider in persönlicher Färbung schreiben, kann ich nicht nachvollziehen. Ich schreibe meine persönliche Überzeugung, wie es sich für mich persönlich darstellt.

"Viel hilft viel", worauf Sie Bezug nahmen, war nach meiner Empfindung das vorherrschende Denken der Nachkriegszeit und das systemübergreifend. Es müsse nur groß und vielspurig gebaut werden, um die bessere Wirkung eines (Auto)Verkehrsflusses zu erreichen, es müsse nur genügend Energie produziert werden, um Maschinen zu betreiben, um Wohnungen warum zu bekommen.

Heute hat sich diese Einstellung doch gewandelt. Mit der Hälfte der Energie wie zu vorigen Zeiten aufgrund verbesserter Energieeffizienz geht´s auch und so ist es auch beim Straßenverkehr. Wenn die Stadt als gebauter Raum den engsten Querschnitt einer Straße angibt, dann ist es nicht sinnvoll, Fahrbahn und Straße an anderer Stelle unnötig breit zu bauen, sondern von vornherein in dem Querschnitt zu bauen, den sie durchgängig auch halten kann. Das betrifft die Breite Straße in Potsdam gegenüber der Zeppelinstraße genauso wie die angefangene üppig breit angelegte Fahrbahnen an anderen Orten, die dann plötzlich und faktisch im Nichts enden. Insofern hat der Rückbau zwischen Langer Brücke und Dortustraße die städtischen Proportionen - breiterer Fußweg, Radweg ohne enorm hohe Begrenzungssteine - der Straße ein urbaner Gesicht gegeben als es vorher der Fall war, als die Fahrbahn für Tempo 70 und für die Mindestgeschwindigkeit von 50 ausgelegt war und alles andere sich danach auszurichten hatte.

Aber vielleicht liegt darin ja eine Chance, die Veranstaltung mit Herrn Kuke nochmal zu wiederholen, ,mit unterschiedlicher Einschätzung. Treten Sie doch einfach an die Fördergesellschaft oder an Pfr.in Radeke-Engst heran.

Herzliche Grüße
Helmut Krüger


10. September 2014 | 11:49

Steven O'Fearna

Da in dem Beitrag von Herrn Krüger ausdrücklich auf meinen Beitrag Bezug genommen wird,
würde ich gerne erfahren, was Herr Joachim Kuke in seinem kundigen Vortrag über die Kriegstrophäen geäussert hat.
Ich würde gerne wissen, ob eine Trophäe nicht auch damals schon das Konzept
'Machtzuwachs durch siegreiche kriegerische Ausdehnung' in Szene gesetzt hat. Triumph über die Unterlegenen usw.

Lesbar sind doch auch andere Sinnbilder heute noch,
etwa "Ceres lehrt Tripolmeus das Pflügen" oder Allegorien für Bildung, Wohlstand, die zahlreichen christlichen Bilder etc.
Meist wird ja eine Idee vorgestellt, eine Geschichte erzählt, Assoziation geweckt.

Bilder sind in der Regel auch für den Laien lesbar,
eine Exegese nicht unbedingt notwendig.
Klar können durch intensive Beschäftigung immer noch mehr Nuancen der Botschaft gefunden werden.
Gemacht sind solche öffentlich ausgestellten Sinnbilder aber doch, um dem Vorübergehenden eine Botschaft zu geben.
So werden Gedankenwelten ausgestaltet und das wussten Auftraggeber für Kunst seit es sie gibt, die Kunst im Auftrag.

Den Impuls mit dem Zeitstrahl und viele andere Gedanken Ihrer Texte verstehen vermutlich nur Sie selbst, Herr Krüger,
Sie nehmen leidenschaftlich Partei für die Rekonstruktion dieser Stadt in einem bestimmten Duktus.
Argumentieren in alle möglichen Felder hinein, versteigen sich zu Belehrungen,
beleidigen Menschen und Gruppierungen, und machen selbst die beleidigte Leberwurst, den unverstandenen Kunstsinnigen.

Also viel hilft nicht viel.
Es ist in Ordnung, Partei zu ergreifen, Schwätzerei dient Ihrer Sache nicht unbedingt.

Ich wiederhole meinen Vorschlag:
Christen, füllt die Kelche der Garnisonkirche mit neuen Symbolen!


08. September 2014 | 23:59

Helmut Krüger

Erst einmal finde ich es gut, dass auf diesen Seiten - sehr im Gegensatz zu vielen Beiträgen der untersten Schubladen auf ach so vielen Internetseiten - in den allermeisten Fällen neben den zustimmenden Kommentaren gegenüber den Kritischen ein Dialog stattfindet.

Das war ja auch das Anliegen sowohl von Pfarrerin Juliane Rumpel als auch von der neuen Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst. Bislang hat wohl nur eine Versammlung der Partei Die Linke vor einigen Jahren eine Einladung gegenüber einem Vertreter der Fördergesellschaft - Martin Vogel - ausgesprochen, nachdem dieser ausdrücklich angefragt hatte.

Im Umfeld der weiteren erklärten Gegner der Garnisonkirche, selbst bei Menschen, die der Garnisonkirche kritisch gegenüberstehen, sucht man Dialogangebote vergebens. Insofern handelt es sich um recht verschobene Maßstäbe, wer wen auf welche Weise akzeptiert und auch das sollte klar benannt werden:

Bislang war es so, dass Menschen, die dem Garnisonkirchenprojekt positiv gegenüberstehen bzw. es ausdrücklich fördern viermal mehr Toleranz gegenüber erklärten Gegner aufgebracht wird, als es umgekehrt der Fall ist.

So ist einfach meine Wahrnehmung.

Es erscheint selbstverständlich, dass hier kritische Kommentare veröffentlicht werden, anregende Kommentare, soweit sie sich auf einen Dialog konzentrieren.

Ich denke, wie Steve OFearna geht es vielen Menschen, das kann der positive Impuls sein auch der Initiative Christen brauchen keine Garnisonkirche. Joachim Kuke als Kunsthistoriker hat allerdings in einem sehr fachkundigen Vortrag die sinnbildlichen Kriegssymbole SEINERZEIT auch aus seinerzeit heraus entschlüsselt und sie damit für uns und unsere heutige Zeit übersetzt.

Viel zu oft besteht m. E. die Versuchung, unsere Zeit quasi gegen den Zeitstrahl auf das bauliche Erbe der Vergangenheit hinaus zu dehnen, auch wenn ich den Impuls sehr gut verstehen kann.

Was will ich sonst noch sagen:
Ich habe der Initiative "Christen brauchen keine Garnisonkirche" über deren Info-Adresse meine Meinungsäußerung zugeschickt. Ich bin allerdings nicht so eitel, dass ich meine, sie müsste unbedingt auch dort veröffentlicht werden. Es gibt mir allerdings schon zu denken, dass auf der Internetseite der Initiative auf die positiven Äußerungen hier verwiesen wird - so, als wenn es NUR positive Äußerungen wären, was ja nicht stimmt - dort aber keine anderen Auffassungen zu lesen sind, soweit sie denn sich eines verhaltenen Tones bedienen.

Nachfolgend also hier mein Schreiben dorthin:

Liebe Bewegte des Friedens und liebe Freunde der Friedfertigkeit,

die Motive achte ich hoch, an dem Weg, die Motive zur Entfaltung zu bringen, habe ich meine Zweifel.

Es mag jedem Menschen so gehen und selbstverständlich geht es auch mir so, dass oft genug das Vorstellungsvermögen fehlt, dass ein rekonstruierter Bau mit anderem aufwartet als mit jenem, was ursprünglich zur Bauzeit üblich und an Gepflogenheiten da war. Pazifistisch eingestellte Kirchen - vielleicht mit Ausnahme der Quäker - sucht man aus jenen Jahrhunderten vergebens. "Mein Kampf" liegend neben der Bibel gehörte zur NS-Zeit zur Grundausstattung von Kirchen, in denen die sich selbst bezeichnenden "Deutschen Christen" das Wort führen, da nimmt sich die Potsdamer Garnisonkirche mit ihrer größeren Nähe zur Bekennenden Kirche vglw. friedliebend aus.

Die wesentlichste persönliche Aufgabe bestünde wohl darin, in sich zu spüren, ob wir weit oder eng in uns sind. Wenn wir eng in uns (geworden) sind, so wäre zu spüren, was den Grund für dieses Engsein abgibt und wie es zu lösen wäre. Kein Engsein kann fortdauern, wenn der Mensch nicht innerlich verhärten und wegen dieser Verhärtung destruktiv werden will.

Warum schreibe ich das?

Die architektonische Enthauptung der so bezeichneten preußischen Kriegstreiber war erklärtes Ziel der Ulbricht-Zeit, wovon die Honecker-Periode teilweise Abstand nahm, wie bspw. die Wiedererrichtung der Reiterstatue Unter den Linden treffend belegt. Direkt nach dem Krieg gab es Pläne (von Hans Scharoun und Walter Gropius bspw.), das ausschließlich als Reichshauptstadt begriffene Berlin und die zur Zurichtung vorgesehende Welthauptstadt Germania unter demokratischen Vorzeichen in seinem Zentrum völlig neu zu bauen. Nur ein spärliches, winziges Geschichtsfenster entlang der Straße Unter den Linden solle den Blick in die vergangenen Epochen ermöglichen, denen man sich als Demokrat endgültig entfernt glaubte.

Es ist anders gekommen, (bei aller städtebaulicher Wüstenei in Ost und West). Ist es schlechter gekommen, als in diesen anfänglichen Plänen, einen vollkommenen Bruch zu vollführen?

Ist die Stadt nicht wie ein aufgeschlagenes Buch, in dem wir nur zu lesen brauchen?
Es gibt Grundthemen, mit denen jeder Ort befasst ist, der eine so, der andere anders, genau so, wie es Themen gibt, die sich über Generationen hinweg durch die Familiengeschichte ziehen.

Suchet der Stadt Bestes, kann also nicht nur so verstanden werden, dass es um die bloße Verbesserung dessen geht, was zweifellos im Argen liegt und für Menschen unerträglich geworden ist. Das Beste zu suchen und das Beste zu wollen, heißt auch, sich diesen grundlegenden Themen eines örtlichen Gemeinwesens zu nähern, mit ihnen umzugehen und die Menschen bei der Loslösung des oft all zu Festgefahrenen und Festgezurrten zu unterstützen.

Krieg dem Krieg war noch nie Frieden, immer nur das Denken abseits davon.

Angesichts dessen, was an Menschenverachtung im Nordirak und in Teilen Syriens vonstatten geht, werden Pazifisten vor bislang unbekannte Herausforderungen gestellt. Verführerisch und auch menschlich nachvollziehbar erscheint da die Versuchung, die unübersichtlich gewordene Gemengelage auf wesentliche Symbole - und was liegt da näher als eine zur Rekonstruktion vorgesehene ehemalige GARNISONkirche? - hin zuzuspitzen, doch damit eben, pardon, die Weite, die Öffnung, zu verfehlen, dass Rekonstruktion auch mit Neuem einhergehen kann.

MIt freundlichen Grüßen
Helmut Krüger, Potsdam


04. September 2014 | 04:53

Thomas Klein

Guten Tag,
zunächst möchte ich jedem Befürworter und Gegner einen Spaziergang empfehlen, und zwar über die Schloßstraße in die Werner-Seelenbinder-Straße. Mit Beachtung der Fassaden von Haus zu Haus, Schritt für Schritt, ist festzustellen, dass das Innenstadtleben, die Aufenthaltsqualität mit jedem Meter in Richtung der ehemaligen Garnisonkirche abstirbt. Zunehmend werden die Häuser blass, Gaststätten, Cafes, kleine Einzelhändler sind nicht zu finden, der Wunsch hier zu verweilen entwickelt sich nicht, wenn da nicht das Projekt zum Wiederaufbau der Kirche am Ende der Wern.-Seelenb.-Straße wäre, das mir zumindest den Wunsch vermittelt auf ein mögliches, nicht nur ästhetisches Ziel mit einer provisorischen Ausstellung zu der Geschichte incl. der Umgebung zuzugehen. Es ist in dieser Straße sichtbar, welche Ödnis sich hier über die Jahrzehnte entwickelt hat. An dieser Stelle möchte ich empfehlen, sich u.a. das Video auf Y. Tube -Die Potsdamer Garnisonkirche - Geschichte eines preussischen Kulturerbes- anzuschauen, um zu sehen, was hier wirklich nebst Stadtkanal verloren gegangen ist. Heute ist das Interesse verloren, gemütlich durch die angrenzenden Straßen zu gehen, es macht sich bei mir ein Fluchtgefühl breit. Zudem hat die heutige Breite Straße den ehemaligen Lustgarten weitgehend zerstört. Dennoch ein Lichtblick, das dort wieder Bäume gepflanzt wurden! Nun ist die Frage zu stellen, was ist hier zu tun, um den Besuchern und Bürgern wieder eine innerstädtische Aufenthaltsqualität zu geben? Brauchen wir beachtungs-, bzw. gesichtslose, meist dem Kommerz dienende Fassaden, an denen man schnell mal vorbei geht oder möchten wir verweilen, vor den Mauern und Bauwerken wieder stehen bleiben und staunend nach oben schauen?
Hier wünsche ich mir, sich als Beispiel Dresden in den Gassen um die Frauenkirche vor Augen zu halten, um sich bewusst zu machen, welche Qualität und welches Leben hier zwischenzeitlich wieder jeden Tag erlebbar ist. Zudem strömen Touristen gezielt dort hin, um genießen zu können, was wieder sichtbar gemacht worden ist. Ein Ort an dem man sich gerne aufhält, nicht nur um zu staunen.
Seitens der Stadt Potsdam möchte ich kritisch bemerken, das keine Zeichen gesetzt werden, z.B. durch die Wiederherstellung des kompletten Stadtkanals und zum Auftakt den nördlichen Teil der ehemaligen Plantage, um den Menschen eine sichtbare Vorstellung zu geben, was tatsächlich wieder zu erreichen ist! Durch die aktuelle Verbauung incl. aller Provisorien, auch der ehemaligen, verwaisten Volkshochschule ist nicht zu erkennen, was möglich werden kann und dann aus meiner Sicht nur noch ergänzt werden muss. Wenn es geplant ist, den Stadtkanal wieder freizulegen, sollte umgehend damit begonnen werden, um neben dem Stadtschloss weitere Zeichen zu setzen!
Persönlich würde ich mir von den Befürwortern des Wiederaufbaus der Garnisonkirche mindestens soviel Engagement, aber mit ausgearbeiteten, handfesten Argumenten des Sinns des Projekts wünschen, mit kontinuierlicher Präsenz auf der Straße, Plätzen vor Supermärkten etc. wünschen, wie es die Gegner, aber eher mit unhaltbaren Darstellungen durchgeführt haben. Gerade die Sommermonate sollten hierzu einladen, voran zu gehen, um zusätzliche Aufmerksamkeit und damit hoffentlich auch weitere Spenden in unterschiedlichsten Aktionen, z.B. abspielbare Visualisierungen des Areals auf der Homepage zu mobilisieren! Ich finde, das hier weitaus zu wenig passiert, um den Eindruck zu entkräften, das hier nur Steuergelder eingesetzt werden müssen. Zudem sollten die angebotenen Ziegel, auf Wunsch mit Namensnennung für jeden erschwinglich sein und die derzeitigen, gezwungenen Preise überdacht werden!
Mit freundlichen Grüßen


29. August 2014 | 17:03

Steven O'Fearna

Vorschlag zur Versöhnung der Befürworter und Gegner der Wiedererrichtung der Garnisonkirche

Es wird viel über die Symbolik der Garnisonkirche geschrieben.
Betrachten wir die Symbole, die an der historischen Fassade der Garnisonkirche zu finden waren, sehen wir Trophäen, Sinnbilder für siegreiche Kriegshandlungen, nicht ein einziges christliches Symbol.

Einer Versöhnungskirche steht das meiner Meinung nach schlecht zu Gesicht.
Wie könnten Bilder des kriegerischen Triumphs - zumal neu errichtet - das Äussere einer Versöhnungsstätte zieren?
Christliche Inhalte lassen sich beim besten Willen nicht glaubwürdig hinein interpretieren, der Wunsch nach Versöhnung kann so nicht sichtbar werden

Wegen der eindeutigen Botschaft, die Kriegstrophäen bildhaft aussenden, würde auch eine Umbenennung des Neubaus nicht ausreichen. Selbst wenn im Innern gute Arbeit zu Frieden und Versöhnung geleistet würde, bliebe stets ein Unbehagen bestehen.

Nun ist ein Neubau der Garnisonkirche ja kein Projekt des Denkmalschutzes, daher bietet sich ein Kompromiss an:
Warum nicht eine Versöhnungskirche oder nur den Turm in der alten Form wieder errichten, aber neue, dem neuen Inhalt angepasste Symbole als Schmuckelemente anbringen?
Es könnte ein Wettbewerb unter Künstlern stattfinden: Die barocke Formensprache und Proportionen beibehalten, aber die Symbolik verändern, Skulpturen schaffen, die von Versöhnung und Frieden handeln.

Erst dann würden die Befürworter in meinen Augen wirklich glaubwürdig sein in ihrem Wunsch, die Schönheit der zerstörten Kirche wieder herstellen zu wollen und gleichzeitig ein Zentrum der Versöhnung zu schaffen.
Überflüssig wäre dann die Häme, mit der die Befürworter die Gegner des Projekts immer wieder überschütten, überflüssig wäre dann der Vorwurf, ein Symbol des Militarismus vergangener Zeit wieder auferstehen zu lassen.

Schwerter zu Pflugscharen war nicht der schlechteste Vorschlag, den Christen machen können.
Worthülsen der Versöhnung vor eindeutig gegenteiliger Formensprache in Stein machen den christlichen Versöhnungsgedanken nicht wirklich glaubwürdiger.


Steven O'Fearna Potsdam


28. August 2014 | 13:42

Petra Günther

Betreff:MAZ- Beitrag "Pfarrer gegen die Garnisonkirche"

Was hat ein Bau an sich, mit dem zu tun, was Menschen in ihm veranstalten?
Zitat: „Die Kirche habe von ihrer Eröffnung 1735 an „der Einstimmung von Soldaten auf Gehorsam bis in den Tod“ gedient. In ihr sei eine „religiöse Deutung des Krieges als „Gottes Wille“ gepredigt worden“. Also ehrlich liebe Leute, es reicht!!! Da wird ja wieder auf dem Militär und König rumgehackt Die ehrenwerten Pfarrer sollten doch am besten wissen, dass gerade die Kirche doch diesbezüglich sich eher zurückhalten sollte… wenn sie schon die Vergangenheit aufrollen, dann doch erstmal an die eigene Nase fassen. Auch die Kirche hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, sondern eher durch Folter, Hexenverbrennung, Abgaben, oder auch zahlreiche Kriege- die im Namen des Herren geführt wurden, von sich reden gemacht, wo die Kirche selbst kriegstreibend war. Und? Die evangelische sowie die katholische Kirche werden doch auch nicht auf die Vergangenheit reduziert, man hat sich entwickelt und Möglichkeiten bekommen zu beweisen, dass sie Gutes tun. Da wurde doch auch nicht gesagt:" oh, im Namen der Kirche wurden Verbrechen an Menschen begangen, lasst sie uns auflösen!"
Gerlachs Bau ist einzigartig, hat das Stadtbild lange geprägt und ist auch für Nichtchristen wie mich, einfach ein Eyecatcher, Anziehungspunkt und ein respektverdienender Prachtbau! Wenn man Bilder von früher und heute vergleicht, da fehlt sie einfach. Es ist einfach ungerecht, sie für alles Schlechte verantwortlich machen zu wollen Als sie gesprengt wurde, gab es zahlreiche Tränen, es wurde auch damals Beschwerde eingereicht, nur kam man gegen Ulbrichts Wille nicht an. Was Sie veranstalten, ist für viele ein Schlag ins Gesicht, weil Sie stellen uns- die Befürworter, als Kriegsverherrlicher dar. Die Menschen bewirken tag täglich, wie etwas bewertet wird und tun einzig und allein durch ihr Handeln etwas Gutes oder Schlechtes- aber NIEMALS kann ein Gebäude etwas dafür.

Warum muss ausgerechnet die Garnisonkirche wieder dafür herhalten, dass sich entweder vorher Unbekannte , wie Herr Boede und Herr Wohlfahrt, jetzt auch noch etwas in vergessene Personen, auf ihre Kosten profilieren müssen…
Es wurde niemals behauptet, dass alle Christen für den Wiederaufbau sind und auch der Eindruck ist nie entstanden, was bitteschön, muss man dann in der Öffentlichkeit gerade rücken? Und warum fängt man solche Diskussionen in der Wahlperiode an? Das hat alles nichts mit dem Wohlwollen für Potsdam zu tun, sondern nur für das Eigene..

Petra Günther


28. August 2014 | 12:59

Steven O'Fearna

Nun haben sich endlich auch Christen zu Wort gemeldet,
die drauf aufmerksam machen wollen, dass es nicht nur unisono Zustimmung gibt zum Aufbauprojekt der Garnisonkirche.
Zweifellos gibt es Gegner, die hier ein Möglichkeit sehen gegen Kirchenbau im Allgemeinen zu protestieren. Aber es gibt auch für Christen genügend Gründe, den Wiederaufbau der Garnisonkirche in Frage zu stellen.
Mit dem Aufbau könnte ich mich gut arrangieren, wenn es denn so sehr gewünscht wird. Städtebaulich könnte Potsdam an der Stelle auch tatsächlich etwas schönes zurückgewinnen.
Was mir aber wirklich unangenehm auffällt ist die Symbolik, mit der die Fassade geschmückt war/sein wird: Kriegstrophäen!
Wie könnte ein Ort der Versöhnung weithin sichtbar mit Attributen von Siegen übersät sein?
Als in Bayern aufgewachsener Katholik ist mir schon vor Jahren aufgefallen, dass die Garnisonkirche kein einziges christliches Symbol nach aussen zeigt:
Kein Kreuz auf der Spitze (In die Wetterfahne Christliches hinein zu interpretieren ist schon arg weit hergeholt), und eben die vielen militärischen Zeichen, die für Siege stehen.
Es hat mich immer persönlich angegriffen, dass behauptet wurde, die Gegner des Wiederaufbaus der Garnisonkirche seien gegen eine sichtbare Kirche im Stadtbild Potsdams.
Vielmehr sind es die unchristlichen Symbole, die einem Kirchenbau nicht besonders gut stehen.
Gerade wegen der viel beschworenen nationalen Bedeutung muss das doch auffallen, dass hier bildhaft Triumphe gefeiert werden über militärisch geschlagene ehemalige Gegner Deutschland.
Gerne also einen Ort des Nachdenkens und der Versöhnung, aber die Formensprache ist der nach aussen sichtbare Ausdruck dessen was in einem Gebäude repräsentiert ist.
Mein Vorschlag: die Kelche neu zu füllen mit Symbolen für Frieden - Vielleicht ein Wettbewerb unter Künstlern - von mir aus auch in barocker Formensprache nah an den ursprünglichen Schmuckelementen.


26. August 2014 | 21:25

Uhlenbrock

Gestern war ich in Wismar und stand fassungslos vor dem Turm der Marienkirche. Das Kirchenschiff ließ Ulbricht sprengen. Der Platz des Kirchenschiffes ist noch unbebaut und natürlich gibt es in der Stadt eine rege Diskussion, ob man die Kirche nicht komplett wieder aufbauen soll. Und wieder sind es die Linken, in welcher organisatorischen Form auch immer, die dagegen sind. Sie sind überall dagegen, ob in Potsdam, in Magdeburg beim Aufbau der Ulrichskirche, in Leipzig beim Aufbau der Universitätskirche St. Pauli. Die Argumente wechseln, in Wismar heißt es, das Geld wird dringend gebraucht für soziale Zwecke, in Magdeburg heißt es, man wolle keine Disneyland-Replik, außerdem gehören Kirchen verboten wegen des Missbrauchs von Kindern. Zu Ulbrichts Zeiten wurden in der DDR 60 Kirchen abgerissen, 17 allein in Berlin, 10 in Magdeburg, 3 in Rostock u.s.w. . Wenn einige wenige davon wieder aufgebaut werden sollen, sind immer die Linken mit wechselnden Argumenten dagegen. Das sollte man sich mal vor Augen halten. Die Linken stecken immer noch im tiefsten kirchenfeindlichen Sumpf der Ulbricht-Ära. Da können alle noch so sehr davon reden, dass man den Menschen das Projekt nicht nahegebracht hat. Das interessiert die Linken nicht , da können alle noch so viele Argumente sammeln. Leider sind viele linke Funktionäre noch nicht einmal in der Honecker-Ära angekommen, die ja eine Neubewertung Preußens vorgenommen hatte. Nein,im Denken ist das ein Rückfall in die Stalin -Zeit. Und da muss man die Menschen abholen. Man muss ihnen klarmachen, dass sie doch in Wirklichkeit mit dieser furchtbaren Zeit nichts zu tun haben wollen. Und wer sich für die Christen im Nahen Osten einsetzt, kann nicht ernsthaft etwas gegen den Aufbau von Kirchen in unserem Land haben.

Mit freundlichen Grüßen


17. August 2014 | 20:38

Mathias Kalt

Weil man Geschichte nicht einfach in die Luft sprengen darf.



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