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Gästebuch

20. Januar 2016 | 16:25

Saskia Schubert

Demokratie Jetzt
Der demokratische Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zum Wiederaufbau der Garnisionskirche stammt aus der direkten Wendezeit. Heute sind seitdem 25 Jahre vergangen und es ist eine ganze Generation von Potsdamern nachgewachsen, die ein Recht auf Mitentscheidung in der Stadtentwicklung hat. Das einzige, was jedoch heute, im Jahr 2016 zu konstatieren ist, ist, dass die Bürgerschaft in der Frage des Wiederaufbaus der Kirche veritabel zerstritten ist. Deswegen: Keine Kirche um jeden Preis! Wichtiger als der Wiederaufbau der Kirche ist der demokratische Prozess dazu in der Stadt Potsdam. Nur dieser bringt tatsächlich "Versöhnung" und nicht eine "unversöhnlich" wiederaufgebaute Kirche. Ein Volksentscheid ist der einzige Weg, Frieden und Klarheit zu schaffen. Ich frage mich, was ist aus der Generation geworden, die noch zu Wendezeiten die Demokratie wollte...und heute selber nicht bereit ist, Demokratie walten zu lassen.


04. Januar 2016 | 18:51

Brandenburger

Frau Münzner,und mich macht es froh und zufrieden, das für den Versuch das alte Potsdam wiederzubeleben, es auferstehen zu lassen viele,,Bauwerke"in der für mich eher architektonisch städtebaulich nüchternen Epoche der DDR,errichtet wurden,zu recht viele,,auszuradieren"!Um das an ihrer Stelle etwas viel attraktiveres für Potsdam entsteht. Frau Münzner,Sie sind nicht nur in in den 70er
Jahren in Potsdam geboren und aufgewachsen-Sie leben anscheinend Gedanklich immer noch im Potsdam der 70er und 80erJahre.Das die Potsdamer Mitte jetzt mit ihren schon zahlreichen barocken Rekos viel attraktiver und schöner wird,kann wohl kein ehrlicher Mensch vom reinen Sachverstand bestreiten. Wer es dennoch tut,der kann schlechter nicht lügen.oder ist ein Ignorant.Frau Münzner,Potsdam ist und bleibt Ihre Heimatstadt,trotz aller baulichen Veränderungen.Letztendlich be und verurteilen Sie diese Veränderungen nur aus Ihrer persönlichen Sichtweise.Glauben Sie wirklich Frau Münzner,die DDR Gebäude haben mehr Ausstrahlung über Potsdams Stadtgrenzen hinaus,als die rekonstruierten Barockbauten?
Welche Ausstrahlung hat denn die Fassade zB des Rechenzentrums,FH,Staudenhof gegenüber P.Barberini, Landtagsschloss oder GK ? Barberini,Schloss und GK spiegeln die unverwechselbarkeit Potsdams ohne wenn und aber wieder! Sie sind Potsdam!Frau Münzner,,versuchen Sie die Veränderungen die Sie sowiso nicht ändern können,endlich einfach mal in einem anderen vor allen Dingen positiven Rahmen zu betrachten.Lesen Sie einfach mal das ein oder andere Fachbuch über die GK oder über Architektur und Städtebau in Deutschland nach 1945,dann würden Sie Zusammenhänge besser verstehen,-hätten ein realistischeres Urteilsvermögen und können sich besser in gegenteilige Meinungen als der Ihrigen hineinversetzen,und lösen sich vielleicht dadurch etwas von Ihren bisherigen festgefahrenen Ansichten.

J.Bethke,wer wir?Sie etwa auch? Es gibt bereits Menschen die schon lange sich auf das Konzentrieren was in der Stadt bereits vorhanden ist,bzw.noch nicht.Aber sicher nicht auf das was Sie sich wünschen.Sie meinen wohl ,auf die DDR Bauten konzentrieren.Sich nicht für die GK zu interessieren,können sich nur solche Leute, denen ihre Stadt egal ist.Und davon gibt es in der Stadt leider genug davon.Aber auf deren Meinung kann man dann getost verzichten.
Die GK ist ein stadtbildprägendes Barockgebäude ersten Ranges für die Potsdamer Stadtsiluette.Das steht wohl vom reinen Sachverstand außer Frage!Übrigens J Bethke,,diejenigen die unbedingt auf preußische Traditionen stehen",arrangieren sich sehr stark für Potsdam!Das wissen Sie ganz genau!Aber das passt Ihnen ja nicht!Diese Bürger kümmern sich um viel anspruchsvollere Dinge in der Stadt,und geben sich nicht mit irgendwelchen belanglosen Schmierereien ab!J Betke,es bleibt jedem Bürger offen,sich für seine Stadt in irgend einer Sache sich zu arrangieren.Mein Tipp an Sie.Vielleicht sind Sie ein Vorreiter in Sachen Preußische Ordnung und Sauberkeit und machen sich konsequent Nützlich contra den Schmierereien,die Sie so stören.Aber nicht nur Kritisieren und mit dem Finger auf andere zeigen.

Franz Steinfest,zu Ihrem Beitrag fasse ich mich etwas kürzer. Erst war es das böse Preußentum was gegen den Wiederaufbau der GK sprach ,dann die Nazizeit(Tag von Potsdam) und jetzt ist es vermeintliche Soziologische und Unwirtschaftliche Gründe .Mit was für weiteren Gegnargumenten kann man in diesem Jahr noch von Euch rechnen ?!Glauben Sie mir,hinter dem Aufbauprojekt stecken keine Dummköpfe die nicht wissen was sie tun.Was die Meinung der Potsdamer dazu betrifft-der größte Teil hat gar kein Interesse daran was in der Innenstadt gebaut oder nicht gebaut wird.Schon deshalb hat deren Meinung für mich wenig bis gar kein Gewicht, hingegen die 18000 Befürworter ein Sinn für historisch Gebäude und dadurch auch ein Urteilsvermögen haben.Ich habe mich schon im Maz Forum zu Ihren beiden Kommentaren geäußert.


03. Januar 2016 | 15:06

Franz Steinfest

Zum Interview von Herrn Eschenburg in der MAZ vom 01.01.2016 - 5 Millionen soll die evangelische Kirche zum Wiederaufbau des Turms der Garnisonkirche zahlen
Kurzfassung
Aus wirtschaftlichen und soziologischen Grunden bin ich gegen den Wiederaufbau des Turms
Die geplanten Bau- und laufenden Kosten zum Wiederaufbau und Unterhalt des Turms der Garnisonkirche werden (absichtlich!?) mit einem zu niedrigen Wert publiziert um zu erreichen, dass der erste Spatenstich erfolgt - die „Kostenberechnung“ wird nicht veröffentlicht bzw. zur Einsicht und Begutachtung von unabhängigen Fachleuten für Sakralbauten vorgelegt. Der Turm ist aus wirtschaftlichen Gründen völlig sinnlos, weil wir genügend Räumlichkeiten in Potsdam und Berlin haben, um Friedens- und Versöhnungsarbeit zu leisten und die entstehenden Kosten – insbesondere die laufenden Kosten - niemals ohne öffentliche Mittel (Staat und Kirche) gedeckt werden können. Aus soziologischen Gründen, weil die Mehrheit der Potsdamer das Projekt ablehnt, auch wenn es angeblich 18.000 Befürworter gibt. Ich frage mich nur, warum bei dieser „breiten“ Unterstützung erst so wenig Geld gespendet bzw. Zusagen auf Zahlung abgegeben wurden. Es fehlen auch nicht 17 Mio Euro um den Turm zu bauen, wie von Herrn Eschenburg genannt, sondern 24,2 Mio Euro, weil die Kulturstiftung des Bundes nur 4,8 Mio Euro für den Turm zahlen wird (anteilig 40 Prozent der zugesagten 12 Mio Euro).
Potsdam, das Land Brandenburg und auch die evangelische Kirche haben große Aufgaben vor sich und wissen teilweise nicht, wie sie finanziert werden sollen: den Bau und den Unterhalt des Turms der Garnisonkirche können wir uns schlicht nicht leisten!


26. November 2015 | 16:28

Helmut Krüger


Ich glaube, dass es wichtig ist, zwischen "Geschichte" und "Geschichte" zu unterscheiden.
Für mich stellt sich das so dar: Selbstverständlich gäbe es kein einziges Bauwerk, keinen Carport und keine Laupenpiperhütte, die außerhalb des Geschichtsverlaufes stünde - die genannten Beispiele allerdings, ohne dass sie damit zu "geschichtlichen Bauwerken" würden.

Ich denke, dass "geschichtliche", also "historische" Bauwerke jene sind, die kunstgeschichtliche zeitübergreifende Bedeutung haben, also über eine Generation bewusst hinausreichen. Das ist - es sei geklagt - bei kaum einem Bauwerk der Nachkriegszeit geschaffen worden, ja, es ist noch nicht einmal so gewollt worden. Der Zukunft zugewandt, sind sie für 50, 60, maximal 70 Jahre geschaffen worden, bis dann endlich wiederum Neues an ihre Stelle tritt. Im Osten wie im Westen.

Das ist diesen Gebäuden auch anzusehen. Von handverlesenen, rühmlichen Ausnahmen abgesehen.

Nicht jedes Bauwerk kann und sollte in diesem Sinne generationsübergreifend bedeutend sein, doch im Kern des Kerns einer Stadt wäre es sehr gut, wenn die dort stehenden Gebäude gehörige Bedeutung in sich tragen. Allein die Stadtgeschichte wäre sonst nicht mehr ablesbar, vielmehr würde er, dieser Kern des Kerns, aus einem recht zufällig erscheinenden Flickenteppich bestehen.

Also wäre es gut, zwischen dem Zentrum und den angrenzenden Gebieten zu unterscheiden. Wachstum geschieht von innen nach außen, nicht von außen nach innen, das wäre gänzlich paradox. - Die Garnisonkirche ist der allererste und überaus bedeutende Bau an dieser Stelle gewesen. Allein das "verlangt" geradezu ihre Wiedererrichtung an genau diesem Ort.


24. November 2015 | 14:16

J. Bethke

Wir sollten uns lieber auf das konzentrieren, was bereits oder noch in unserer Stadt vorhanden ist, konzentrieren. Weder Alt-/Neu-Potsdamer mit deutschen oder ausländischen Wurzeln interessiert wirklich dieses Bauwerk. Es gibt in Potsdam so viele alte und typische Bauwerke, die zum Teil sehr schön restauriert wurden und im neuen Glanz entstanden sind. Mit der gegenwärtigen rasanten Ansiedlung von neuen Potsdamern Bürgern und den daraus resultierenden infrastrukturellen Problemen, fehlt es eigentlich überall an Mitteln oder Menschen. Übrigens, für diejenigen, die unbedingt auf preußische Traditionen stehen mein Tipp, kümmert Euch erst einmal um die konsequente Beseitigung der vorhandenen und künftigen Schmierereien in unserer Stadt. Das Preußentum stand für Ordnung, Sauberkeit und Disziplin.


21. November 2015 | 12:51

Franziska Münzner

Mich schmerzt es und hat mich wütend gemacht, dass für den Versuch das "alte Potsdam" wiederzubeleben, es auferstehen zu lassen, viele, alle, zu viele Bauwerke, die in der nun historischen Epoche der DDR errichtet wurden, vernichtet, abgerissen werden.
Ich bin in Potsdam aufgewachsen, in den 70ern zur Welt gekommen. Potsdam ist meine Heimatstadt. - Gewesen?
Ich halte es für ein Ding der Unmöglichkeit diese Teile des Stadtgesichtes auszuradieren!
Weshalb lassen Sie kein Nebeneinander, Integration zu!?
Das würde ich viel spannender und unverletzend finden.

(Abgesehen davon,eine kleine, schöne Oase aus dieser Zeit wäre für mich der Staudenhof (gewesen), zwischen den originalen, sanierten Fassaden des FH-Gebäudes und des Wohnblocks, mit den Stufen,... und der wieder angelegten grünen Oase, in der die Frauen-Plastik noch wartet.)

Abgesehen davon, kommt mir der Alte Markt, wie er jetzt fast "vollständig" ist, wie eine Filmkulisse aus Babelsberg vor.
Ich hoffe, das bleibt nicht so....

(Abgesehen vom IHK-Gebäude, so wie es ist, in der Breiten Straße vor die Bauwerke aus Potsdams älterer Geschichte in der H.-v.-Tresckow-Straße geschoben wurde - aber auch das soll seine Berechtigung behalten.)

(Abgesehen davon, wo ist Poztupimis Burg?)

....

Ich wünsche innigst, dass der Erhalt markanter, prägender Potsdamer DDR-Gebäude einschließlich ihrer Ausstrahlung (Fassade) beginnt
oder wenigstens, dass die Garnisionskirche nicht wiedererrichtet wird!

Franziska Münzner


14. März 2015 | 13:32

Ashley Niman

There are two profound reasons why the Garrison Church should be reconstructed. Firstly, the church is part of the architectural and town planning history and appearance of the town. It is an integral part of the historic townscape, as much as the Frauenkirche is to Dresden. Its reconstruction will help the Breite Strasse recover some of its dignity and humanity, which was lost in the post war period with the crude process of demolition of historic buildings, excessive road widening, and the replacement with poor buildings from the 1960s and1970s.

Secondly, there is an unacceptable attempt to prevent the construction of the church on ideological grounds, on the basis that the church is associated with Prussian militarism. The Prussian state had its faults over the 300 years it and its monarchs existed but the country brought good into the world too, including a tolerance and acceptance of minorities. There is a parallel in England with Elizabeth I and later Cromwell and the Roundheads with the welcoming of Huguenots and Jews back to England. To associate a building solely with the Nazi period and its leadership is not intelligent and would justify the demolition of almost every castle, palace, church and wealthy mansion across Europe and beyond.

The reconstruction of the church would be a mature act to perform and would signal Potsdam's return to the greater world, beyond the provincial.


13. März 2015 | 12:26

Friederike Schuppan

Sehr geehrter Herr Rudolf,

bereits heute befindet sich am Ort der ehemaligen Garnisonkirche eine durch die Evangelische Kirche geweihte temporäre Kapelle: die Nagelkreuzkapelle. Es werden an jedem Samstag um 18 Uhr Abendgottesdienste zum Wochenschluss gefeiert, jeden Mittwoch wird gemeinsam das Friedensgebet gebetet. Auch im wiedererrichteten Turm der Garnisonkirche wird der zentrale Raum eine Kapelle sein. Insofern stimmen Ihre Informationen, dass ein Profanbau errichtet werden wird, nicht.
Kommen Sie doch einfach einmal in der Nagelkreuzkapelle vorbei, dann können Sie sicher selbst vor Ort informieren.

Mit freundlichen Grüßen
Friederike Schuppan

Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Stiftung Garnisonkirche Potsdam
Potsdam Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche e.V.


11. März 2015 | 19:34

K.D. Rudolf

Guten Tag,
ich bin Atheist aus Überzeugung, weil mir Pfarrer vor Jahren den Glauben "abgenommen" haben.
Was nun die bewußte "Kirche" betrifft, so entnehme ich vielen Texten usw., daß da zunächst erst einmal keine Kirche sondern ein Profanbau errichtet werden wird. Ob dieses Gebäude später irgendwann einmal geweiht werden wird, steht in den Sternen. Also, nicht Kirche vortäuschen, wo zunächst nicht - vielleicht nie - Kirche drin steckt. (Diesen faulen populistischen Trick gab es schon beim Verwaltungsgebäude namens "Schloß"). Erst nach der Weihe ist es eine Kirche - so meine ich.
Was den Bau an sich betrifft - na ja, es soll ja Kirchengrund sein, wo gebaut werden möchte. Es liegt ja wohl auch eine Baugenehmigung vor. Eine Stiftung gibt es auch. Nur Geld fehlt allenthalben. Das heißt: der Rahmen ist zwar da, aber es fehlt an Substanz. Wie lange will man eigentlich bauen bei der schwachen Finanzlage, wo es ja sogar schon Rückzieher geben soll?
Man sollte doch einmal offen sagen: "So wie derzeit die Qullen sprudeln, werden wir - na sagen wir einmal - im Jahre 2050 fertig sein mit dem Profanbau. Ob sich dann ein Weihbischof findet, der das Ding weiht, steht in den Sternen.
Sagen wir es doch dem Volke ehrlich. Potsdam soll durch einen bestimmten Personenkreis zu einem der Historie nachempfunden Bau ohne sakrale Bedeutung verholfen werden. Seien wir doch ehrlich, das, was die Baumeister damals geleistet haben, schafft heute keiner mehr. Dazu fehlt es an Geld, Kunst, Sichweise in der Sache, Weltsicht, Gläubigkeit und vielem anderen. Es kann nur ein Abklatsch werden - vielleicht ein schöner.
Man könnte sich viel Gedöhns sparen. Und sinnlose Hetze in Richtung "Links" - s.h. weiter oben - ist auch kaum hilfreich, um für Akzeptanz zu werben.
Freundlichst
K.D. Rudolf


15. Januar 2015 | 16:05

Helmut Krüger

Heute las ich voller Interesse ein Interview mit Ludwig Güttler, wie er sich voller Zustimmung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche äußerte. So, wie er seine ganze Kraft seinerzeit in die Frauenkirche gesteckt habe, so könne er nur den Wiederaufbau der Garnisonkirche befürworten, wenngleich ihm eben auch - nachvollziehbar - als der Stadt Auswärtiger die Kraft fehlt, sich hier aktiv zu betätigen.

Da ist mir auch eine seinerzeitige Äußerung Güttlers in den Sinn gekommen, getätigt mitten im Aufbauprozess der Frauenkirche und sich beziehend auf seine Motivation:
Es war das leider immer etwas ins Hintertreffen geratene Stichwort des "Genius Loci", des Geistes des Ortes, ein Begriff, der sich fast schon so lange durch die Menschheit zieht, wie es das absichtsvolle und beständige Bauen gibt: Es ist die Empfindung, es ist "das Wissen", dass nicht jeder Bau an jeder beliebigen Ecke errichtet werden kann, sondern hervorragende, gestaltprägende Bauten sehr spezifische Orte brauchen und sie auch dort gebaut wurden.

Die Dresdner Frauenkirche ist genau vis á vis zur Dresdner katholischen Hofkirche gebaut worden, auf einem kleinen Erdhügel, den schon die Slawen "Misni" nannten, dort, wo sich in Fließrichtung der Elbe die linkselbischen Uferlinien in der Biegung schneiden. Wer geschichtsträchtige Städte auf diese Weise zu entschlüsseln in der Lage ist, dem tut sich eine Welt auf. Auch die Potsdamer Garnisonkirche ist an einer Linie entstanden, diejenige des Barock, nach Pest und Cholera, nach dem menschengemachten Dreißigjährigen Krieges wurde in einem Zeitalter des Aufbruchs nicht mehr das so bezeichnete "Böse" im Westen der untergehenden Sonne vermutet, vielmehr waren Menschen in der Lage, den Bogen von der aufgehenden Sonne bis zu ihrem Untergang aufklärerisch nachzuzeichnen.

Proportioniert in der Breiten Straße, dieser Achse nach Westen, die den Bogen der Sonne vollendet und ihre Geschwister in Berlins Unter den Linden findet, in der Pariser Champs d´ Elysée, steht sie, die Garnisonkirche, hervorragend, auch wenn die seinerzeitigen Sinnbilder an ihr losgelöst und hineingeworfen in die heutige Zeit einige ggf. befremden, doch wie überall, was eben alt ist, übersetzt werden müssen.

Klassische Musik und klassisches Schauspiel kann und darf niemand aufgezwungen werden, weil es nur die Empfindung besagt, ob ein Mensch mit derartigem etwas anfangen kann. Ein Stadtkern aber "muss" geradezu stadtbildprägend Überliefertes "zur Aufführung" bringen, so empfinde ich das, soll das aufeinander Aufbauende seinen Sinn bekommen - vom Kern und von dort anders in anderen Stilen gebaut in Richtung Rand.



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