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Gästebuch

15. April 2014 | 15:20

franck_gk

Sehr geehrter "Herr Zufall",

danke für die Definition von "Militarismus", die Sie so ähnlich auch von mir im Beitrag Nr. 167 finden. Militarismus spielt sich also in der Gesellschaft ab und ist damit eine bei Zivilisten mögliche Erscheinung. Soldaten können nur dann Militaristen sein, wenn sie sich gesellschaftlich oder politisch betätigen und dabei systemwidrig nach militärischen Vorstellungen handeln.
Das alles gab es an der Garnisonkirche nicht, soweit wir wissen.

Für das Kriegshandwerk wurden nicht Kirchen sondern Kasernen und Schießstände errichtet. Die Garnisonkirche war für die geistliche Betreuung der Soldaten, der Angehörigen des Hofes und für die umliegende Zivilgemeinde einschließlich der von Ihnen erwähnten Maurer, Tischler und Ärzte da. Mit der Dominanz und Bevorzugung des Militärischen im alten Preußen haben Sie sicherlich recht, sie war nicht unbegründet, denn auf der Qualität seiner Armee und seines Schul- und Bildungssystems beruhte schließlich der Vorsprung Preußens vor seinen Nachbarn. Der Soldatenkönig ist zwar ein gutes Beispiel für die Bevorzugung des Militärischen aber ein schlechtes Beispiel für kriegerische Politik - er war ein besonders friedliebender Monarch.

Die Symbolik der Trophäen an der Garnisonkirche zu verstehen, erfordert etwas Bildung: diese antiken Rüstungen usw. stehen für den siegreich beendeten Krieg und für die Fesselung der Gewalt - also nicht für Krieg sondern für Frieden.

Beste Grüße,
Burkhart Franck


14. April 2014 | 18:09

Rainer Zufall

"Die Garnisonkirche stand wohl für die Verbindung von preußischem Herrscherhaus und Militär “wie keine zweite”, aber nicht für Militarismus und Krieg."

Wissen Sie, wie Militarismus definiert wird?
Eine Hilfestellung: "Als Militarismus wird die Dominanz militärischer Wertvorstellungen und Interessen in der Politik und im gesellschaftlichen Leben bezeichnet [...]."
Nun wurde also in Potsdam diese Kirche errichtet ... aber keine Kirche für Maurer, keine für Tischler, keine für Ärzte ... sondern eben nur eine für das Kriegs"handwerk". Eine deutliche Dominanz/Bevorzugung des Militärischen (der Bauherr wird ja nicht umsonst Soldatenkönig genannt - das muss ich Ihnen doch nicht ernsthaft erklären, oder?).
Und die Symbolik (Flammenbündel, Harnische usw.), wofür steht die, wenn nicht für Krieg?


12. April 2014 | 15:15

Freiheit

Sehr geehrter Herr Weiss,

Die Zustimmung der Dresdner war erheblich größer als in Potsdam. Eine zukünftige Zustimmung sich zurecht zu basteln wie Herr Franck halte ich für verwegen. Die Befragung steht derzeit bei 5000. Viele Potsdamer sind frustriert davon wie mit ihnen Umgegangen wird und erinnern sich an die fragwürdige Umfrage welche zu dem Bau des Rosa Klotzes (Schloss-Attrappe) führte. Die daraus resultierende Gleichgültigkeit spielt den Verfechten der Garnison-Kirche allerdings zu. Herr Franck stellt eine Zustimmung von 60 der Einwohner zu recht in Zweifel. Ähnliche Umfragen zum Bau von Kulissen für das Preußische Disneyland oder zum Abriss des herrlichen Mercure Hotels verliefen nicht gut für die Verfechter des potemkinschen Dorfes des Preußische Disneyland.

Viele Grüße aus dem schönen Potsdam


10. April 2014 | 12:01

franck_gk

Die Stimmung ist wohl für jeden schwer einzuschätzen. Das Bürgerbegehren benötigt 13.500 Unterschriften, um "erfolgreich" zu sein. Damit ist aber noch nicht die Meinung der Potsdamer, sondern die Meinung der Gegner festgestellt. Über die Meinung der Mehrheit könnte ein anschließender Bürgerentscheid im nächsten Jahr mehr Aufschluß geben, an dem wenigstens 25% der Potsdamer Wahlberechtigten teilnehmen müßten. Bei einer Online-Umfrage der MAZ vor einiger Zeit ging 60 : 40 für den Wiederaufbau aus, diese Umfrage war allerdings wegen der Möglichkeit der Mehrfachstimmabgabe fragwürdig. Zum Sinn derartiger Umfragen muß man sich vor Augen führen, daß es heute große Zustimmung zur Frauenkirche in Dresden und zum Potsdamer Stadtschloß gibt, während vor dem Bau die üblichen Mehrheiten dagegen waren.


Burkhart Franck


10. April 2014 | 00:29

Holger Weiss

Ich kann die Stimmung in Potsdam schwer einschätzen. Rechnet denn die Stiftung mit einem Erfolg des Bürgerbegehrens? Wie viele Unterschriften sind denn zu erwarten?


09. April 2014 | 17:30

franck_gk

Sehr geehrter Herr Zehle,
Über das Interesse an der Garnisonkirche freuen wir uns in der Tat sehr, auch wenn es zurzeit von einigen Parteien kräftig und einseitig für ihren Wahlkampf genutzt wird. Mit dem Bürgerbegehren wird noch nicht die Meinung der Potsdamer festgestellt, sondern nur, ob die Zahl der Gegner eines Wiederaufbaus für einen anschließenden Volksentscheid (im nächsten Jahr?) ausreicht. In meiner Antwort auf den vorhergehenden Beitrag in unserem Gästebuch können Sie erkennen, daß es mir gerade nicht um ihre Diffamierung sondern um eine Relativierung der Aussage ging, alle Gegner seien "kirchenhassende Kommunisten". Allerdings habe ich nicht erwähnt, daß unter den Gegnern natürlich auch solche ohne ideologische oder geschichtliche Voreingenommenheiten sind, was ich hiermit gerne nachhole.
Beste Grüße,
Burkhart Franck


Danke und Gruß,
Ihr
Burkhart Franck


09. April 2014 | 17:02

Stephan Zehle

Sehr geehrter Herr Franck,

ich als Potsdamer freue mich ja über die Möglichkeit, mittels des Bürgerbegehrens meiner Meinung über den Wiederaufbau der Garnisonkirche
Ausdruck verleihen zu können. Meines Erachtens sollte es doch auch für Sie sehr wichtig sein zu erfahren, welches Interesse Ihr Projekt
in der Stadt genießt, in der Sie es realisieren wollen.
Wenn ich nun aber Ihre Einschätzung der ideologischen Verfaßtheit der Gegner dieses Projektes lese, bestürzt mich das.
Soll denn auch das geplante Versöhnungszentrum in diesem Geiste geführt werden?
St. Zehle


08. April 2014 | 11:57

franck_gk

Sehr geehrter Herr Uhlenbrock,

Sie sollten das nicht ganz so schwarz (oder rot) sehen. Das Projekt steht nicht auf der Kippe: alles ist für den Baubeginn vorbereitet. Es fehlt nur noch der Nachweis über die Gesamtfinanzierung des 1. Bauabschnitts, der bis zur großartigen Förderzusage des Bundes von 2013 auch nicht erforderlich war. Das gegenwärtige Wahlkampfgetöse derjenigen Parteien, die mit dem Thema "Garnisonkirche" Aufmerksamkeit erlangen wollen, braucht uns nicht zu beunruhigen. Es wird mit der Landtagswahl schlagartig verstummen. Der verdrehte Inhalt des Begehrens hat ohnehin keinerlei Chance, den Wiederaufbau zu stoppen.

Nach meinem Eindruck sind die Gegner des Wiederaufbaus nicht nur kirchenhassende Kommunisten. Es sind auch andere Menschen mit geringen Geschichtskenntnissen oder verzerrtem Weltbild darunter, die noch heute der Propaganda von Goebbels und der SED zum "Tag von Potsdam" aufsitzen. Seit der Beteiligung des AStA der Uni Potsdam sind darunter auch Studenten mit fröhlicher Unbefangenheit gegenüber geschichtlichen Fakten.

Daß sich nun so viele Menschen des Themas "Garnisonkirche" annehmen, sollte auch uns fröhlich stimmen und uns veranlassen, noch mehr Aufklärung zu leisten und Freunde zu gewinnen.

Viele Grüße,
Burkhart Franck


07. April 2014 | 19:52

Helmut Krüger

@ Freiheit bzw. sehr geehrter Herr Maier,

weder die Kirche noch die Freiheit sehe ich als begründungspflichtiges Erfordernis, sondern als Selbstverwirklichung von Menschen an. Insofern sehe ich weder das eine noch das andere unter Vorbehalt.

Sehr geehrter Herr Bauer,

insoweit stimme ich auf jeden Fall mit Ihnen überein: Vorfestlegungen haben die Eigenart, hinterher nicht "lockerer" werden zu können.

Mit freundlichen Grüßen
Helmut Krüger


07. April 2014 | 13:12

Uhlenbrock

Sehr geehrter Herr Franck!

Um Argumente geht es doch schon lange nicht mehr. Die Argumente sind alle längs ausgetauscht. Es geht darum, welche Denkschule in Potsdam das Sagen hat, die kommunistisch geprägte mit einer konsequenten Ablehnung aller auch positiven Bestandteile unserer Geschichte,mit einem unbändigen Hass auf Preußen und Deutschland im allgemeinen, mit jeglichem Widerstand gegen eine Wiederherstellung von Bezügen zu dem alten Potsdam und mit einem unglaublichen Kirchenhass. Diese Leute werden Sie nicht mit Argumenten überzeugen können. Aber wenn es erstmal zu einem Bürgerbescheid gekommen sein sollte, werden noch weniger Menschen bereit sein zu spenden.
Das Projekt steht auf der Kippe.



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