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Gästebuch

22. April 2014 | 20:40

Potsdamer

@franck_gk

Bezugnehmend auf ihre Anwort an “Herrn Zufall”.

Sie schrieben:

„Soldaten können nur dann Militaristen sein, wenn sie sich gesellschaftlich oder politisch betätigen und dabei systemwidrig nach militärischen Vorstellungen handeln.“

Ihre Auffassung das Soldaten nur Militaristen seinen können, wenn diese Soldaten systemwidrig handeln, steht im Widerspruch zu gängigen Definition von Militarismus.


22. April 2014 | 13:25

franck_gk

Sehr geehrter Herr Zehle,

Danke für Ihre Anmerkungen. Daß 2 Parteien das Thema „Wiederaufbau der Garnisonkirche“ für ihren Wahlkampf benutzen, ist offensichtlich – als Potsdamer müßte man blind sein, wenn man es nicht sähe. Nicht blind zu sein, ist nach meiner Ansicht keine Diskreditierung des Versöhnungsgedankens und auch keine Respektlosigkeit gegenüber Andersdenkenden. Blind und respektlos ist es dagegen, wenn die Unterschriftensammler gegen den Wiederaufbau die Potsdamer Passanten fragen: „Wollen Sie diese Nazi-Kirche?“. Ahnungslose können auf eine derartige Frage nur antworten: „Nein. Ich unterschreibe.“

Zum Thema „Versöhnung“: Wir befürworten seit dem „Ruf aus Potsdam“ im Jahre 2004 die Nutzung der Garnisonkirche als Stadtkirche, Symbolkirche und Versöhnungskirche. Als Versöhnungskirche soll sie ein Ort werden, an dem Beiträge zur Überwindung geistlicher, gesellschaftlicher und persönlicher Feindschaften geleistet werden – zum Beispiel im Bereich der Ökumene. In allen drei Nutzungsbereichen geht es um „Versöhnung“: mit Gott im Heute, mit unserer Geschichte im Gestern und mit unseren Mitmenschen in der Zukunft.

Diese Absicht hat sich nicht geändert. Geändert hat sich lediglich die ursprüngliche Vorstellung, die Garnisonkirche als ein „Internationales Versöhnungszentrum“ mit einem umfangreichen wissenschaftlichen Mitarbeiterstab zu errichten. Sie wurde frühzeitig aufgegeben, weil es sich um eine Kirche und nicht um ein politisches Institut handeln soll, das wir vermutlich auch nicht bezahlen könnten. Die Ziele der Friedens- und Versöhnungsarbeit bestehen dagegen unverändert weiter. Seit dem Bau der „Kapelle an der Garnisonkirche“ vor vier Jahren arbeitet unsere Pfarrerin an ihrer Umsetzung.

Kanonikus i. R. Dr. Paul Oestreicher hat den Ort „Garnisonkirche“ schon 2004 in die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry aufgenommen, er ist Mitglied unserer Fördergesellschaft und unterstützt den Wiederaufbau - entgegen den Behauptungen der Gegner des Wiederaufbaus. Der derzeitige Dekan von Coventry John Witcombe besuchte uns im Februar letzten Jahres und schied mit den Worten: „Baut sie wieder auf!“ Zurzeit erarbeiten wir genauere Vorstellungen über die zukünftige Nutzung der Garnisonkirche. Dabei ist uns jede ehrliche Anregung und Kritik willkommen. Das bisherige, ausführliche Nutzungs- und Versöhnungskonzept können Sie in unserer Ausstellung zur Garnisonkirche erhalten.

Freundliche Grüße,
Burkhart Franck


22. April 2014 | 12:56

Stephan Zehle

Sehr geehrter Herr Franck,

zuerst einmal vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit Bedauern muß ich feststellen, daß Sie auch dieses Mal nicht ohne
Diskreditierung der Motive der Aufbaugegner auszukommen scheinen
(Stichwort: Wahlkampf). Spekulationen dieser Art sind meines Erachtens nicht angemessen und nähren meine Befürchtungen über den Zustand der Versöhnungsidee, die die Wiedererrichtung der Garnisonkirche doch
angeblich begleiten soll.
Für mich als jemandem, der Ihrem Projekt kritisch gegenüber steht, war Ihr Vorhaben, dieses an die Einrichtung eines Versöhnungszentrums zu koppeln, immer ein starkes Argument für Ihr Anliegen.
Auch weil es der ja zumindest zwiespältigen Rolle der Garnisonkirche Rechnung zu tragen scheint. Im Gegensatz übrigens zu der sonst tendenziell eher positiven Bewertung ihrer Rolle in der preußisch/deutschen Geschichte auf Seiten der Aufbaubefürworter.
So bleibt für mich die Frage, wie diese Versöhnungsarbeit wohl aussehen soll, wenn es Ihnen schon im Vorfeld wiederholt solche Schwierigkeiten bereitet, Meinungen und Eischätzungen, die den Ihren gegenüberstehen, respektvoll zu behandeln.

St. Zehle


21. April 2014 | 12:00

Helmut Krüger

Es ist m. E. schon ein recht merkwürdiges Demokratieverständnis, ausschließlich eine Mehrheitsbildung als das alleinige Merkmal von Demokratie zu verstehen, dies und nichts anderes.

Erinnern wir uns und ziehen wir Parallelen:

Die Gesamtmehrheit für ein gemeinsames Land Berlin-Brandenburg war 1996 zweifelsohne zustandegekommen, nicht aber die Mehrheit im Land Brandenburg selbst. Der rechnerisch Größere darf den rechnerisch Kleinen nicht überstimmen, so entschied es bereits Ende der sechziger Jahre des Bundesverfassungsgericht und das hatte - auch wenn sich viele anderes wünschten - auch Einfluss auf die berlin-brandenburgische Volksabstimmung. Also ist das gemeinsame Land 1996 nicht zustandegekommen.

Demokratie, soll sie etwas anderes sein als eine bloße Abstimmungsmaschinerie für oder gegen alles oder nichts, beweist dadurch ihre Stärke, dass sie um die "innere Grenze" der Mehrheitsabstimmung weiß. Darf eine Mehrheit der Potsdamer Bürger Karstadt auferlegen, das Warenhaus in der Brandenburger ab 7 Uhr zu öffnen?

Die Münchner haben seinerzeit - unabhängig davon, wer wo baut - mehrheitlich entschieden, dass kein Hochhaus höher sein dürfe als die Münchner Marienkirche. Zu Recht, wie ich finde. Dürfte aber zu Recht mehrheitlich entschieden werden, dass die Commerzbank ein Hochhaus bauen darf, die Deutsche Bank nicht?

Die Garnisonkirchenstiftung als Bauherr des Grundstücks in der Breiten Straße besitzt Baurecht. Welche Mehrheit wollte es ihr untersagen, zumal es auch noch die Forderung von 1989 und der Beschluss von 1991 war, zu einer Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss zu kommen, im Wissen, dass eine Stadt in ihrem Kern anders und älter aussehen muss als in dem, was von diesem Kern ausgeht?

So gesehen: Die 6.000 Unterschriften bislang, die aus recht unterschiedlichen Gründen gegen die Wiedererrichtung der Garnisonkirche gesammelt wurden (und die einen Bruchteil dessen ausmachen, was die dagegen einstelllten Parteien bei Wahlen zustande bringen:) Was sind diese Unterschriften anderes als das, was schon mehrfach gesagt und geschrieben wurde, ein bloßes Geplänkel Im Zuge des Wahlkampfes?


18. April 2014 | 09:22

Uhlenbrock

Den Beitrag von "Freiheit" muss man zweimal lesen.
Da ist die Rede von fragwürdigen Umfragen, wie zum Schloss. Er oder sie schreibt, man sei frustriert, wie man mit Ihnen umgegangen ist. Was ist an der bürgerbefrsgung zum Standort des Parlaments fragwürdig gewese? Was ist denn ihnen angetan worden, welcher Umgang passt denn nicht? Es hat ja nach dem Bürgerbescheid zum Standort des Landesparlamentes in der tstneinigengeuppen gegeben,die das Ergebnis uminterpretieren wollten. Dazu gehörten einige aus der Partei "Die Linke", die Partei "Die Andere". Und man höre und staune die DKP, eine westdeutsche von Honecker finanzierte Partei mischte dabei auch mit. Deren Interpretation war, der Platz für das Parlament hätte nur eine relative Mehrheit bekommen, also sei die Mehrheit der Potsdamer dagegen. Man müsste sich deshalb an das Ergebnis gar nicht halten. Das hat Gott sei Dank Herr Scharfenberg nicht mit gemacht. Das wird Freiheit wohl gemeint haben. Vor dieser Form von Freiheit bewahre man uns. Er ist wohl auf der Seite der Anderen, wie überhaupt die initiatoren der Bürgererhebung auf Seiten dieser Partei zu finden sind. Man sollte die Urheber ruhig benennen und deutlich deren Denkstruktur rausarbeiten.
Das ganze Gerede von der Wiederauferstehung des Militarismus ist nur vorgeschoben, da glauben die selbst nicht dran.


17. April 2014 | 21:27

franck_gk

Sehr geehrter Herr Maier,

wie Sie denke auch ich, daß wir beim Wiederaufbau der zerstörten Potsdamer Stadtmitte die Zukunft und nicht die Vergangenheit im Blick haben müssen.
Potsdam gehört in erster Linie seinen Einwohnern, darüber hinaus aber als Kulturerbe wohl allen Deutschen. Für die vielen Nichtpotsdamer war meines Wissens die Garnisonkirche bekannter und stadtbild- und vorstellungsprägender als das Schloß. Aber diese Frage ist unwichtig.
Wichtiger ist, daß die heutigen Touristen nicht wegen der Plattenbauten und nicht wegen der postmodernen Bauten nach Potsdam kommen, sondern wegen der historischen Bauten und des historischen Stadtbildes, gleich ob original oder rekonstruiert. Potsdams historische Innenstadt zieht bereits jetzt mehr Touristen an als seine Schlösser und Gärten.

Natürlich kann und will man modernisierte Plattenbauten oder unpassende postmoderne Gebäude nicht sofort wieder abreißen, aber man sollte sich für zukünftige Bauvorhaben mehr Gedanken machen als bisher, welche Architektur in welche Umgebung paßt. Das ist meiner Ansicht nach nicht rückwärtsgewandt sondern eine Aufgabe für die Zukunft, um zumindest in der historischen Mitte neue Bausünden zu vermeiden.

Viele Grüße,
Burkhart Franck


17. April 2014 | 20:40

Freiheit

Sehr geehrter Herr Franck,

es geht mir um die heutigen Gegebenheiten. Ob die Garnisonkirche stadtbildprägender als das Schloss früher war bezweifle ich. Dies steht auch im Widerspruch zu dem Verständnis eines absolutistischen Herrschers. Ihre unterschwellige westlertypische Kritik an Plattenbauten lassen ich außen vor. Was gerne vergessen wird Plattenbauten gibt es auch im Westen, sogar Eigenheime und Vorzeigebauten. Die wurden nicht von der DDR im Westen gebaut.

Wie kommen Sie darauf, dass der IHK der Postmoderne zu zuordnen sei? Welche Elemente bei der IHK ordnen Sie der Postmoderne zu?

Danke, dass Sie mir recht geben, dass die Kopie der Garnisonkirche nicht in die heutigen Gegebenheiten passt. Genau dies habe ich letztens gemeint. Sollen nun IHK und Studentenwohnheim abgerissen werden?

Bei meinen Hinweis auf das Versöhnungskonzept ging mir nicht um Architektur. Es ging darum das Entscheidungen gegen die Wünsche und Interessen vieler Potsdamer-Bürger getroffen werden. Man sollte den Potsdamern überlassen wie diese sich die Entwicklung der Stadt vorstellen, modern nach den heutigen Erfordernissen oder rückwärtsgewandt aus dem vor-vor-letzten Jahrhundert.

Viele Grüße
Freiheit


16. April 2014 | 18:24

franck_gk

Sehr geehrte Sabine-Luise,

Wann die Heilig-Kreuz-Gemeinde erstmalig in Westdeutschland Unterstützung erbat, weiß ich nicht - dazu müßten Sie bitte ihren damaligen Pfarrer Uwe Dittmer befragen. Sie erhielt in den sechziger Jahren ein Stahlrohr-Baugerüst aus Spenden westdeutscher Kirchen und konnte 2 von 4 geplanten Stahlbetondecken in den Turm einziehen. 1966 ordnete der Stadtbaudirektor einen Baustopp an, weil angeblich die Baukapazitäten fehlten. 1967 entschied Ulbricht: "Das Ding muß weg!". In diesen Jahren war es also nicht ein Mangel an westdeutscher Unterstützung sondern eine Verhinderung des Wiederaufbaus mit administrativen Mitteln.

Wir distanzieren uns in der Tat sowohl von rechtsextremen als auch von linksextremen als auch von religiös-fundamentalistischen Gruppierungen.
Allerdings sind Rechts- wie Linksextreme in der Regel kirchenfeindlich eingestellt, so daß es bisher nicht zu Annäherungsversuchen gekommen ist - eher zu Angriffen.

Beste Grüße,
Burkhart Franck


16. April 2014 | 17:44

Sabine-L.

Sehr geehrter Herr Franck,

Ihre Antwort verfehlt leider die Intention meiner Frage. Mehr als 20 Jahre war gar nichts -außer eine kleinere Sicherungsmaßnahme- passiert. Warum gab es da keine Unterstützung aus dem
Westen? Wo Sie die Nikolaikirche ansprechen, da wurde bereits 1955 mit dem Wiederaufbau begonnen.

Ich finde es begrüßenswert, dass Sie auf die Unterstützung rechter Gruppen verzichten. Dies würde der Sache nur schaden. Die Gemeinde der Nikolaikirche am Altem Markt war weniger sensibel
und hat sich die Glocken von der Stiftung preußisches Kulturerbe bzw. Traditionsgemeinschaft Potsdamer Glockenspiel e.V von Oberstleutnant a. D. Max Klaar bezahlen lassen. Von
Oberstleutnant a. D. Max Klaar gegen welchen die Bundeswehr wohl wegen Hinweisen auf rechtsextreme Bestrebungen ein umfassendes Kontaktverbot erließ.

Mit freundlichen Grüßen
Sabine


15. April 2014 | 15:20

franck_gk

Sehr geehrter "Herr Zufall",

danke für die Definition von "Militarismus", die Sie so ähnlich auch von mir im Beitrag Nr. 167 finden. Militarismus spielt sich also in der Gesellschaft ab und ist damit eine bei Zivilisten mögliche Erscheinung. Soldaten können nur dann Militaristen sein, wenn sie sich gesellschaftlich oder politisch betätigen und dabei systemwidrig nach militärischen Vorstellungen handeln.
Das alles gab es an der Garnisonkirche nicht, soweit wir wissen.

Für das Kriegshandwerk wurden nicht Kirchen sondern Kasernen und Schießstände errichtet. Die Garnisonkirche war für die geistliche Betreuung der Soldaten, der Angehörigen des Hofes und für die umliegende Zivilgemeinde einschließlich der von Ihnen erwähnten Maurer, Tischler und Ärzte da. Mit der Dominanz und Bevorzugung des Militärischen im alten Preußen haben Sie sicherlich recht, sie war nicht unbegründet, denn auf der Qualität seiner Armee und seines Schul- und Bildungssystems beruhte schließlich der Vorsprung Preußens vor seinen Nachbarn. Der Soldatenkönig ist zwar ein gutes Beispiel für die Bevorzugung des Militärischen aber ein schlechtes Beispiel für kriegerische Politik - er war ein besonders friedliebender Monarch.

Die Symbolik der Trophäen an der Garnisonkirche zu verstehen, erfordert etwas Bildung: diese antiken Rüstungen usw. stehen für den siegreich beendeten Krieg und für die Fesselung der Gewalt - also nicht für Krieg sondern für Frieden.

Beste Grüße,
Burkhart Franck




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