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Gästebuch

25. April 2014 | 09:07

franck_gk

Sehr geehrter Herr Knaack,

danke für Ihr Verständnis, aber nervös bin ich nicht. Natürlich gibt es Menschen, die schon vor 20 oder auch schon vor 50 Jahren gegen einen Wiederaufbau waren. Ein Vorhaben von großer Bedeutung hat immer Gegner. Vor 20 Jahren gab es "Die Andere" noch nicht. Damals gab es die "Kampagne gegen Wehrpflicht, Zwangsdienste usw.", aus der sich die verschiedensten, meist kurzlebigen Protestgruppen bildeten, hinter denen häufig dieselben Personen standen. So auch hier. Ihren Anmerkungen zu den Aufgaben der Parteien stimme ich ebenfalls zu. Es gibt allerdings zu denken, wenn unser Thema von einigen nur für die Dauer des Wahlkampf genutzt wird. Da die meisten Potsdamer Parteien den Wiederaufbau unterstützen und die dafür erforderlichen Beschlüsse gefaßt haben, wäre es für sie sinnlos, damit Wahlkampf zu führen.
Meiner Ansicht nach wirbt selbst das aktuelle Anti-Plakat, das die Garnisonkirche als Rakete zeigt, mit ihrer Schönheit eher für als gegen den Wiederaufbau.

Burkhart Franck


25. April 2014 | 08:21

Randy Knaack

Sehr geehrter Herr Franck,

ich habe ja Verständnis dafür, dass Sie nervös werden, aber dennoch sollte ein Mindestmaß an Fairness und Sachlichkeit nicht unterboten werden. Sie wissen doch sehr gut, dass einige der Menschen, die nun Unterschriften sammeln, sich seit mehr als 20 Jahren gegen den Aufbau der Garnisonkirche engagieren. Damals gab es DIE ANDERE m.W. noch gar nicht. Sie können schon glauben, dass die Gegner die Garnisonkirche nicht nur in Wahlkampfzeiten ablehnen. Außerdem ist es doch nicht schlecht, wenn Politiker vor der Wahl klare Positionen beziehen, damit die Wähler gut informiert sind. Vielleicht sollten Sie sich mal fragen, warum kein Wahlplakat für die Garnisonkirche wirbt. Wahrscheinlich schätzen die Pareteien die Stimmung so ein, dass man damit keinen Blumentopf gewinnen kann.


24. April 2014 | 12:15

F. Rex

@Uhlenbrock

Fragwürdig an der Befragung zum Landtag war beispielsweise das Hinzuziehen von Scheinvarianten, die bis dato nicht zur Diskussion standen, einzig mit dem Ziel, die Gegner eines Landtagsneubaus in der Form des alten Schlosses zu splitten und die Befragung mit einer relativen Mehrheit pro Neubau Stadtschlosskopie zu beenden. Hätte es einzig die Wahl zwischen Sanierung Brauhausberg und Neubau gegeben, wären die Neubaubefürworter mit vollem Dampf krachen gegangen. Selbst Jakobs meinte mal dazu, dass wenn es nur diese 2 Möglichkeiten gäbe, ein Neubau auf keinen Fall zustande käme, und man das eben nicht wolle. Dazu gab es auf den Unterlagen Ungereimtheiten, wie zum Beispiel die bereits als verschwenkt eingezeichnete Straße vor dem sogenannten Stadtschloss. Es wurde dem Wähler suggeriert, dass ja der Platz da sei und folgende Kosten sowie der Aufwand und die Einschränkungen der Strassenverlegung damit unterschlagen.
Man hätte letztlich eine 'Stichwahl' durchführen können. (so einem der Bürgerwille interessiert...)

@Helmut Krüger

Ich gebe Ihnen recht, es kann nicht immer nur alles nach Mehrheitsentscheidung entschieden werden. Das wäre das Ende des 'Kleinen' und produziert Spannungen in der Gesellschaft. Warum man sich auf Seiten der Garnisonkirchenkopieaufbaufreunde dann aber immer auf eine scheinbare stumme Mehrheit in der Bevölkerung pro GK-Neubau beruft und die Unterschriften als belanglos, da eh nur soundsoviel-tausend abtut bleibt die große Frage?

@all

Die Andere ist keine Partei!

und: was spricht dagegen, mit einem Thema, dass viele Menschen interessiert und besorgt Wahlkampf zu betreiben? Ist das nicht der Sinn des Wahlkampfs? Eigene Positionen nach außen kehren und damit versuchen die Menschen anzusprechen.
Das Reduzieren der Aktion gegen den Neubau der GK auf den Wahlkampf wird den engagierten Streitern allerdings nicht gerecht und verunglimpft den gelebten Protest zur stumpfen, nicht ernstgemeinten Parole. Deswegen: ja, das Thema wird im Wahlkampf genutzt, aber nicht weil Wahlkampf ist, sondern das Thema bewegt.


22. April 2014 | 20:40

Potsdamer

@franck_gk

Bezugnehmend auf ihre Anwort an “Herrn Zufall”.

Sie schrieben:

„Soldaten können nur dann Militaristen sein, wenn sie sich gesellschaftlich oder politisch betätigen und dabei systemwidrig nach militärischen Vorstellungen handeln.“

Ihre Auffassung das Soldaten nur Militaristen seinen können, wenn diese Soldaten systemwidrig handeln, steht im Widerspruch zu gängigen Definition von Militarismus.


22. April 2014 | 13:25

franck_gk

Sehr geehrter Herr Zehle,

Danke für Ihre Anmerkungen. Daß 2 Parteien das Thema „Wiederaufbau der Garnisonkirche“ für ihren Wahlkampf benutzen, ist offensichtlich – als Potsdamer müßte man blind sein, wenn man es nicht sähe. Nicht blind zu sein, ist nach meiner Ansicht keine Diskreditierung des Versöhnungsgedankens und auch keine Respektlosigkeit gegenüber Andersdenkenden. Blind und respektlos ist es dagegen, wenn die Unterschriftensammler gegen den Wiederaufbau die Potsdamer Passanten fragen: „Wollen Sie diese Nazi-Kirche?“. Ahnungslose können auf eine derartige Frage nur antworten: „Nein. Ich unterschreibe.“

Zum Thema „Versöhnung“: Wir befürworten seit dem „Ruf aus Potsdam“ im Jahre 2004 die Nutzung der Garnisonkirche als Stadtkirche, Symbolkirche und Versöhnungskirche. Als Versöhnungskirche soll sie ein Ort werden, an dem Beiträge zur Überwindung geistlicher, gesellschaftlicher und persönlicher Feindschaften geleistet werden – zum Beispiel im Bereich der Ökumene. In allen drei Nutzungsbereichen geht es um „Versöhnung“: mit Gott im Heute, mit unserer Geschichte im Gestern und mit unseren Mitmenschen in der Zukunft.

Diese Absicht hat sich nicht geändert. Geändert hat sich lediglich die ursprüngliche Vorstellung, die Garnisonkirche als ein „Internationales Versöhnungszentrum“ mit einem umfangreichen wissenschaftlichen Mitarbeiterstab zu errichten. Sie wurde frühzeitig aufgegeben, weil es sich um eine Kirche und nicht um ein politisches Institut handeln soll, das wir vermutlich auch nicht bezahlen könnten. Die Ziele der Friedens- und Versöhnungsarbeit bestehen dagegen unverändert weiter. Seit dem Bau der „Kapelle an der Garnisonkirche“ vor vier Jahren arbeitet unsere Pfarrerin an ihrer Umsetzung.

Kanonikus i. R. Dr. Paul Oestreicher hat den Ort „Garnisonkirche“ schon 2004 in die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft von Coventry aufgenommen, er ist Mitglied unserer Fördergesellschaft und unterstützt den Wiederaufbau - entgegen den Behauptungen der Gegner des Wiederaufbaus. Der derzeitige Dekan von Coventry John Witcombe besuchte uns im Februar letzten Jahres und schied mit den Worten: „Baut sie wieder auf!“ Zurzeit erarbeiten wir genauere Vorstellungen über die zukünftige Nutzung der Garnisonkirche. Dabei ist uns jede ehrliche Anregung und Kritik willkommen. Das bisherige, ausführliche Nutzungs- und Versöhnungskonzept können Sie in unserer Ausstellung zur Garnisonkirche erhalten.

Freundliche Grüße,
Burkhart Franck


22. April 2014 | 12:56

Stephan Zehle

Sehr geehrter Herr Franck,

zuerst einmal vielen Dank für Ihre Antwort.
Mit Bedauern muß ich feststellen, daß Sie auch dieses Mal nicht ohne
Diskreditierung der Motive der Aufbaugegner auszukommen scheinen
(Stichwort: Wahlkampf). Spekulationen dieser Art sind meines Erachtens nicht angemessen und nähren meine Befürchtungen über den Zustand der Versöhnungsidee, die die Wiedererrichtung der Garnisonkirche doch
angeblich begleiten soll.
Für mich als jemandem, der Ihrem Projekt kritisch gegenüber steht, war Ihr Vorhaben, dieses an die Einrichtung eines Versöhnungszentrums zu koppeln, immer ein starkes Argument für Ihr Anliegen.
Auch weil es der ja zumindest zwiespältigen Rolle der Garnisonkirche Rechnung zu tragen scheint. Im Gegensatz übrigens zu der sonst tendenziell eher positiven Bewertung ihrer Rolle in der preußisch/deutschen Geschichte auf Seiten der Aufbaubefürworter.
So bleibt für mich die Frage, wie diese Versöhnungsarbeit wohl aussehen soll, wenn es Ihnen schon im Vorfeld wiederholt solche Schwierigkeiten bereitet, Meinungen und Eischätzungen, die den Ihren gegenüberstehen, respektvoll zu behandeln.

St. Zehle


21. April 2014 | 12:00

Helmut Krüger

Es ist m. E. schon ein recht merkwürdiges Demokratieverständnis, ausschließlich eine Mehrheitsbildung als das alleinige Merkmal von Demokratie zu verstehen, dies und nichts anderes.

Erinnern wir uns und ziehen wir Parallelen:

Die Gesamtmehrheit für ein gemeinsames Land Berlin-Brandenburg war 1996 zweifelsohne zustandegekommen, nicht aber die Mehrheit im Land Brandenburg selbst. Der rechnerisch Größere darf den rechnerisch Kleinen nicht überstimmen, so entschied es bereits Ende der sechziger Jahre des Bundesverfassungsgericht und das hatte - auch wenn sich viele anderes wünschten - auch Einfluss auf die berlin-brandenburgische Volksabstimmung. Also ist das gemeinsame Land 1996 nicht zustandegekommen.

Demokratie, soll sie etwas anderes sein als eine bloße Abstimmungsmaschinerie für oder gegen alles oder nichts, beweist dadurch ihre Stärke, dass sie um die "innere Grenze" der Mehrheitsabstimmung weiß. Darf eine Mehrheit der Potsdamer Bürger Karstadt auferlegen, das Warenhaus in der Brandenburger ab 7 Uhr zu öffnen?

Die Münchner haben seinerzeit - unabhängig davon, wer wo baut - mehrheitlich entschieden, dass kein Hochhaus höher sein dürfe als die Münchner Marienkirche. Zu Recht, wie ich finde. Dürfte aber zu Recht mehrheitlich entschieden werden, dass die Commerzbank ein Hochhaus bauen darf, die Deutsche Bank nicht?

Die Garnisonkirchenstiftung als Bauherr des Grundstücks in der Breiten Straße besitzt Baurecht. Welche Mehrheit wollte es ihr untersagen, zumal es auch noch die Forderung von 1989 und der Beschluss von 1991 war, zu einer Wiederannäherung an den historischen Stadtgrundriss zu kommen, im Wissen, dass eine Stadt in ihrem Kern anders und älter aussehen muss als in dem, was von diesem Kern ausgeht?

So gesehen: Die 6.000 Unterschriften bislang, die aus recht unterschiedlichen Gründen gegen die Wiedererrichtung der Garnisonkirche gesammelt wurden (und die einen Bruchteil dessen ausmachen, was die dagegen einstelllten Parteien bei Wahlen zustande bringen:) Was sind diese Unterschriften anderes als das, was schon mehrfach gesagt und geschrieben wurde, ein bloßes Geplänkel Im Zuge des Wahlkampfes?


18. April 2014 | 09:22

Uhlenbrock

Den Beitrag von "Freiheit" muss man zweimal lesen.
Da ist die Rede von fragwürdigen Umfragen, wie zum Schloss. Er oder sie schreibt, man sei frustriert, wie man mit Ihnen umgegangen ist. Was ist an der bürgerbefrsgung zum Standort des Parlaments fragwürdig gewese? Was ist denn ihnen angetan worden, welcher Umgang passt denn nicht? Es hat ja nach dem Bürgerbescheid zum Standort des Landesparlamentes in der tstneinigengeuppen gegeben,die das Ergebnis uminterpretieren wollten. Dazu gehörten einige aus der Partei "Die Linke", die Partei "Die Andere". Und man höre und staune die DKP, eine westdeutsche von Honecker finanzierte Partei mischte dabei auch mit. Deren Interpretation war, der Platz für das Parlament hätte nur eine relative Mehrheit bekommen, also sei die Mehrheit der Potsdamer dagegen. Man müsste sich deshalb an das Ergebnis gar nicht halten. Das hat Gott sei Dank Herr Scharfenberg nicht mit gemacht. Das wird Freiheit wohl gemeint haben. Vor dieser Form von Freiheit bewahre man uns. Er ist wohl auf der Seite der Anderen, wie überhaupt die initiatoren der Bürgererhebung auf Seiten dieser Partei zu finden sind. Man sollte die Urheber ruhig benennen und deutlich deren Denkstruktur rausarbeiten.
Das ganze Gerede von der Wiederauferstehung des Militarismus ist nur vorgeschoben, da glauben die selbst nicht dran.


17. April 2014 | 21:27

franck_gk

Sehr geehrter Herr Maier,

wie Sie denke auch ich, daß wir beim Wiederaufbau der zerstörten Potsdamer Stadtmitte die Zukunft und nicht die Vergangenheit im Blick haben müssen.
Potsdam gehört in erster Linie seinen Einwohnern, darüber hinaus aber als Kulturerbe wohl allen Deutschen. Für die vielen Nichtpotsdamer war meines Wissens die Garnisonkirche bekannter und stadtbild- und vorstellungsprägender als das Schloß. Aber diese Frage ist unwichtig.
Wichtiger ist, daß die heutigen Touristen nicht wegen der Plattenbauten und nicht wegen der postmodernen Bauten nach Potsdam kommen, sondern wegen der historischen Bauten und des historischen Stadtbildes, gleich ob original oder rekonstruiert. Potsdams historische Innenstadt zieht bereits jetzt mehr Touristen an als seine Schlösser und Gärten.

Natürlich kann und will man modernisierte Plattenbauten oder unpassende postmoderne Gebäude nicht sofort wieder abreißen, aber man sollte sich für zukünftige Bauvorhaben mehr Gedanken machen als bisher, welche Architektur in welche Umgebung paßt. Das ist meiner Ansicht nach nicht rückwärtsgewandt sondern eine Aufgabe für die Zukunft, um zumindest in der historischen Mitte neue Bausünden zu vermeiden.

Viele Grüße,
Burkhart Franck


17. April 2014 | 20:40

Freiheit

Sehr geehrter Herr Franck,

es geht mir um die heutigen Gegebenheiten. Ob die Garnisonkirche stadtbildprägender als das Schloss früher war bezweifle ich. Dies steht auch im Widerspruch zu dem Verständnis eines absolutistischen Herrschers. Ihre unterschwellige westlertypische Kritik an Plattenbauten lassen ich außen vor. Was gerne vergessen wird Plattenbauten gibt es auch im Westen, sogar Eigenheime und Vorzeigebauten. Die wurden nicht von der DDR im Westen gebaut.

Wie kommen Sie darauf, dass der IHK der Postmoderne zu zuordnen sei? Welche Elemente bei der IHK ordnen Sie der Postmoderne zu?

Danke, dass Sie mir recht geben, dass die Kopie der Garnisonkirche nicht in die heutigen Gegebenheiten passt. Genau dies habe ich letztens gemeint. Sollen nun IHK und Studentenwohnheim abgerissen werden?

Bei meinen Hinweis auf das Versöhnungskonzept ging mir nicht um Architektur. Es ging darum das Entscheidungen gegen die Wünsche und Interessen vieler Potsdamer-Bürger getroffen werden. Man sollte den Potsdamern überlassen wie diese sich die Entwicklung der Stadt vorstellen, modern nach den heutigen Erfordernissen oder rückwärtsgewandt aus dem vor-vor-letzten Jahrhundert.

Viele Grüße
Freiheit




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