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Gästebuch

17. Januar 2018 | 09:26

Wendt

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen meinen ganz persönlichen Dank für Ihre zum Wiederaufbau der Garnisonkirche geleistete Arbeit sagen und ein produktives Jahr 2018 wünschen.
Ich bitte Sie zudem darum, allen Widerständen zum Trotz, an dem Vorhaben festzuhalten, den Wiederaufbau möglichst umfänglich zu gestalten.
Ich verfolge die Diskussionen in Ihrer Stadt, der ich seit frühster Jugend verbunden bin, darum, mit nicht geringem Erstaunen (um nicht "mit Entsetzen" zu sagen). Mit welcher Geschichtsvergessenheit, einseitiger Sicht auf das Projekt Preußen und Hass (?) Teile der politischen Klasse der Stadt und Umgebung Ihre Bemühungen begleiten, das zeugt davon, dass jene Menschen nunmehr selbst hinter den Erkenntnisstand der späten DDR (!) zurückgefallen sind (1787 - 1987). Jenen sei deshalb auf diesem Weg empfohlen, den von W.I. LENIN verfassten "Linken Radikalismus" zu lesen und zu beherzigen!!!
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Thomas Wendt
(Kemberg/Leipzig)


27. Dezember 2017 | 15:33

Helmut Krüger

Auch wenn das hier ein Gästebuch und kein Blog ist, so will ich dennoch eine Antwort auf den Beitrag von Martha Müller vom 18. Nov. schreiben.

Frau Müller, Sie reden von Seele und es lohnt in der Tat, empfindsam über Seele zu sprechen. - Nach meiner Empfindung kann die Seele nie zerrissen, sondern nur eines sein.

Das gilt im übertragenen Sinne auch für die Stadt. Und erst recht für den Kern einer Stadt. Auch und gerade für die Frage, inwieweit das Neue das Alte ergänzt oder mit dem Anspruch antritt, es zu ersetzen.

Das Zweitgenannte war zweifellos der Fall gewesen. Im Westen und - ideologisch überhöht - auch im Osten. Das Alte wurde allenfalls als "Geschichtsfenster" geduldet und stand permanent unter Vorbehalt. Dementsprechend sahen dann auch die Neubauten aus.

Mithin gilt es m. E. zu unterscheiden zwischen jenen, leider recht wenigen Neubauten, die sich als Ergänzung verstanden und den vielen, die dem Alten in erklärter Gegnerschaft gegenüberstanden. Der Verbindungsbau zwischen Altem Rathaus und Knobelsdorffhaus stellt eine wunderbare Verbindung dar, das Rechenzentrum, die Fachhochschule und die glücklicherweise verschwundene Straßengabelung haben große Teile des überlieferten Grundrisses bewusst auf den Kopf gestellt. Das war der Gegnerschaft geschuldet.

Wie kann zur eben dieser Stadtseele gekommen werden, wenn der entstandene Riss weiterhin zementiert bleiben soll und eine geschichtliche Zwischenperiode sich angemaßt hat, das sichtbar alles umzukrempeln? Der Riss soll überwunden werden, nicht die Zeugnisse der DDR-Zeit.


18. Dezember 2017 | 00:48

Thomas Weyer

Bauen Sie eine Kirche an der betreffenden Stelle. Bauen Sie nicht die ursprüngliche Kirche. Wenn Sie Zeugnis ablegen wollen vor der Geschichte, darf der alte Bau nicht wieder erstehen. Nichts gegen eine Kirche aber alles gegen eine "unhistorische Wiederaufrichtung".


19. November 2017 | 18:04

Dr.-Ing. Jürgen Wessel

Es fällt schwer, den Gegnern des Wiederaufbaus der Garnisonkirche in Potsdam zu folgen, deren Argumentation sich ausschließlich auf den 21. März 1933, des „Tags von Potsdam“, und auf die historisch einseitige Verurteilung von Militär und Militarismus beschränkt. Am „Tag von Potsdam“ prägte die „Hof – und Garnisonkirche“ mit ihrem unverwechselbaren Barockturm bereits seit 200 Jahren das Stadtbild Potsdams! Der Bauherr der Garnisonkirche war Friedrich-Wilhelm I, der 40 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges geboren wurde, d.h. jenes Krieges, der in Deutschland und besonders in Brandenburg auch Jahrzehnte danach noch als der schrecklichste aller Kriege, die Erinnerung prägte und das Empfinden der Menschen beherrschte. Im Verlauf dieses Krieges wurden die Menschen in Stadt und Land dreißig Jahre lang zu wehrlosen Opfern der durchziehenden Heere marodierender Landsknechte der kriegführenden Parteien. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges entwickelte sich - was in jedem Geschichtsbuch nachzulesen ist - der "moderne Staat", der sich durch ein "stehendes Heer", ein gut ausgebildetes Beamtentum und durch den "Merkantilismus" auszeichnete. Dankbarkeit gegenüber dem Militär für die Gewissheit, auch in Friedenszeiten in Sicherheit zu leben und der aus der Demut des erduldeten Leids der Kriegsjahre geborene Glaube manifestierten sich sinnstiftend in der barocken Garnisonkirche des 1679 in Spandau geborenen, Architekten Philipp Gerlach!

Bauherr, Friedrich-Wilhelm I, der "Soldatenkönig", war der einzige König Preußens, der trotz seines martialischen Beinamens nie einen Krieg führte, dagegen aber geflüchtete Salzburger Protestanten aufnahm, um sie in den durch Krieg und Pest vewüsteten Regionen seines Königreichs anzusiedeln. Zudem trug der Soldatenkönig durch konsequente Sparpolitik gemeinsam mit spartanischer Hofhaltung und durch Förderung von Landwirtschaft und Manufakturen (Merkantilismus) dazu bei, dass sich das Land von sozialer Not befreite. Durch seine Lebensführung unterschied sich Friedrich Wilhelm ungemein vorteilhaft von den Standesgenossen seiner Zeit und bewies damit, was "Treu und Redlichkeit" ihm allen seinen Staatsgeschäften und in den Angelegenheiten seiner Famlie bedeutete. Es ist diese - nach den Maßstäben unserer Zeit - belächelte "Einfalt des Glaubens" des Soldatenkönigs, die bis heute den Geist der Garnisonkirche prägt. Die Geschichte hat längst bewiesen, wie verlogen sich das NS Regime anmaßte, "preußische Tugenden" zu pflegen und zu verteidigen, nur um sie in selbstverschuldeten Katastrophen zu verraten. Die Garnisonkirche nicht wieder aufzubauen, weil das NS Regime die Kirche im Dienst eines verbrecherischen Krieges und ebeso einer solchen Ideologie missbrauchte, würde bedeuten, man rechtferigte nachträglich sogar noch die Deutungshoheit des NS Regimes über diese im zutiefst pietistischen Geist gebauten Kirche.


18. November 2017 | 22:47

Martha Müller

Die meisten Beiträge hier im Gästebuch sind extrem verkopft und für Leser kaum nachvollziehbar - da autistische Geschichts-Theoriegebilde. Das ist auch typisch für die Diskussion um diese leidige Kirche. Die Autorenschaft dieses Monologes sollte mal zur Kenntnis nehmen, dass es im HIER und JETZT viele Menschen in der Stadt gibt, die keine toten preussischen Fassaden mehr wollen und die bereit sind, die DDR-Geschichte dieser Stadt architektonisch zu akzeptieren und diese sogar vielleicht mögen. Die Seele Potsdams stirbt gerade, weil diese Stadt ein Museumsdorf reicher alter Leute wird und junge kreative Menschen und die ganz normale Arbeiterschaft hier keinen Platz mehr finden. Potsdam lebt von den Widersprüchen und Brüchen im Stadtbild, welche bisher viele Nischen für unterschiedliche Menschen bot. Das wird alles gerade plattgemacht. Das Geld für eine Kirche, die die kommende Generation nicht braucht, wäre wesentlich besser in der Unterstützung der Kinder angelegt, die in bildungsfernen Schichten in den Plattenbausiedlungen Potsdams aufwachsen. Diese Kirche ist ein rückwärtsgewandter langweiliger Bau und der Anblick der Baustelle nur sehr schwer zu ertragen.


18. November 2017 | 11:55

Köhler

Der Wiederaufbau ist mich der entgültige Grund aus der evangelischen Kirche auszutreten. Der Rechtsruck, der hier passiert ist für mich untragbar und ich schäme mich vor den Opfern des Zweiten Weltkrieges und deren Nachfahren. Es gibt so viel zu tun an Menschlichkeit, an Versöhnungsarbeit, daran, dass es wieder Hoffnung gibt und oft fehlt für die wirkliche Arbeit am und mit dem Menschen das Geld. Was würde Jesus sagen, wenn ihr so an solchen Tempeln hängt .....


09. November 2017 | 17:26

Helmut Krüger

Auch wenn es gewiss schon oftmals und auch von anderen in analoger Form gesagt worden ist, liegt es mir doch gerade nach den gesuchten Krawallen - so "muss" ich es wohl ausdrücken - auf der Seele:

Es gibt eine weitaus höhere Berechtigung, das Reichsluftfahrtministerium / Haus der Ministerien der DDR / Bundesfinanzministerium in Berlin wieder abzureißen, weil genau dieser Bau Prototyp der Welthauptstadt Germania war, als die Garnisonkirche in Potsdam nicht wieder aufzubauen.

Zu Bauzeiten war die Hof- und Garnisonkirche Potsdam baulicher Ausdruck eher eines Philosophenstaates, der sich nebenbei auch noch ein Militär hielt, als dass das Ausdruck eines Militarismus war, wie erklärte Gegner der Garnisonkirche das behaupten. Auch die Präsentation des Figurenschmucks zeugt von dieser eher indirekten Lesart, der nur "rückwärtsgewandt" und mit heutigen Augen als militärverherrlichend angesehen werden kann.

Wieweit ist eine Gesellschaft in der Lage, Geschichte in weiter Perspektive zu denken, alle Facetten mit einzubeziehen und wieweit ist sie eher propagandistisch veranlagt, dass Geschichte auf ganz wenige Facetten reduziert wird, pardon: im Sinne eines Reiz-Reaktions-Musters?

In einem solchen weiten Sinne kann nur eine Einladung ausgesprochen werden. Jetzt wie auch nach Errichtung des Turms.


08. November 2017 | 17:56

Melka Eleni

Sehr geherte Damen und Heeren. Neulich Habe ein Bericht im zdf über die Garnison Kirche in Berlin gesehen. und der anderem hieses das wenig Maerial übrich geblieben ist von der zerstörung des Grieges. Meine Scheiegermutter lebte in Potztamt und besas ein öl Bild das die Kirche und umgebung dar stelt. wer interese über diesen beweis bestet stele ich euch das bild zur verfügung .


06. November 2017 | 11:27

Auggie Wren

Es zeugt von einem merkwürdige Menschenbild, wenn Menschen in Sippenhaftung genommen werden, nur weil ein paar Leute, die keine Mieter im Rechenzentrum sind, ein wenig zu laut auf der letzten Schimärenveranstaltung waren.
Es zeugt auch von moralischer Schwäche und Selbstherrlichkeit, über den Hebel der Nichtduldung des Rechenzentrums Dirhgebärden abzuspulen. Vielleicht offenbart sich letztlich darüber ein Geist, vor dem die Protestierenden zurecht gewarnt haben?
Es sollte ohnehin immer nachdenklich stimmen, wenn Menschen mehr für Fassaden übrig haben als eben FÜR MENSCHEN!


31. Oktober 2017 | 14:41

C J van Avesaath

Ich bin Niederlander und grade nach dem Krieg geboren. Ich wohnte neben die Grenze mit Deutschland. Ich weiss was es bedeutet um Angst zu haben für den bösen nachbarn Deutscher. Aber meine Tante war eine Deutsche, und meine Nachbarin war eine Deutsche,
und daneben hat mein Vater mich mitgenommen wenn er für seine Hobby nach Deutschland fur. Und da habe Ich auch Kriegsversehrten gesehen. Und lernte die Deutschen wieder als Menschen zu sehen. Weshalb sollte also keinen Soldatenkirche gebaut werden, 63 Jahr nach dem Krieg, obwohl Ich nicht glaubig bin. Mir stört mehr das die Bayreuther Musiktempel zur zeit von Hitler über viele Jahren besucht wurde, und nun noch immer besucht wird durch den Deutsche Elite. Was mir ach stört, is das vom Linker extremistischer Seite in Deutschland immer so geschimpft wird, obwohl das gedankengut vom Baader Meinhof und RAF noch immer herum schwirmt. Last uns also eine Kirche bauen, und gedenken das jeglicher Form der gewalt, so wie vom rechts, und von Links, niemals daführ gesorgt hat das sich Menschen näher kommen. Also wohne Ich nun 9 Jahren in Deutschland und sehe welche mühe die Deutschen machen um dieses Gespenst des Terror
zu bekämpfen. Und laßt es eine Friedenskirche werden




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