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Gästebuch

13. Juli 2017 | 14:20

In der historischen Symbolik der evangelischen Garnisonkirche verbinden sich auf ganz besondere Weise zwei menschenfeindliche Haltungen: Der Antisemitismus und eine antidemokratische Gehorsamshaltung, die sich auch aus dem in der Kirche symbolisierten Preußentum herleitet. Am „Tag von Potsdam“ wurde diese Verbindung auf historisch einmalige Weise unter den wohlwollenden Blicken des damaligen Generalsuperintendenten Otto Dibelius symbolisch vollzogen. Diese Verbindung aus altem und neuem Antisemitismus sowie preußisch-antidemokratischer Gehorsamshaltung hat in den nachfolgenden Jahren zu dem Massenmord an den jüdischen Mitbürger in Deutschland geführt.

Wenn jetzt ein Wiederaufbau dieser Kirche geplant ist, der der Versöhnung dienen soll, so sollte zuerst einmal die Frage gestellt werden, wie denn die Nachfahren der Opfer zu diesem Projekt stehen. Denn Versöhnung kann nur gelingen, wenn auch die Opfer eine Stimme haben, sonst verkommt sie zur hohlen Geste der Macht, die schon soviel Unglück gebracht hat.

„Als „Kirche der Schande“ bezeichnet die Gesetzestreue Jüdische Landesgemeinde in einer Erklärung das Gotteshaus, dessen Wiederaufbau seit Jahren von der Garnisonkirchenstiftung vorangetrieben wird: „Schon allein das Vorhaben des Wiederaufbaus schadet dem nationalen und internationalen Ansehen der Stadt Potsdam und sorgt für tiefste Enttäuschung bei weiten Teilen der jüdischen Bevölkerung“, schreibt der Vorstand rund um Shimon Nebrat.“

„Dabei sei die 1945 im Zweiten Weltkrieg zerstörte und 1968 in der DDR abgerissene Garnisonkirche, um deren Wiederaufbau sich seit Jahren verschiedene Initiativen bemühen, "nicht nur für die jüdische Gemeinschaft äußerst negativ-symbolträchtig“.“

Sieht so Versöhnung aus? Versöhnungsgottesdienste können schon jetzt an diesem Ort gefeiert werden. Ernst gemeinte Versöhnung verzichtet demütig im Bewußtsein der eigenen Schuld der evangelischen Kirche an der Shoa auf einen Wiederaufbau der Garnisonkirche gegen den Willen von Teilen der jüdischen Gemeinden in Deutschland.



30. Dezember 2016 | 18:43

Günther Mierisch

Herr Linn,was finden Sie besser?-wenn für sich Günther Jauch eine Luxus Jacht plus Maybach kaufen würde,oder er spendet für ein architektonisch besseres Stadtbild?Wenn Sie ein Problem mit einer städtebaulichen Verbesserung Potsdams und den,,wenigen mit viel Kohle"haben,so ist es Ihre persönliche Sichtweise.Und übrigens falls Sie es noch nicht wissen sollten Herr Linn,,,der da mit viel Kohle"(Günther Jauch) hat in der Vergangenheit viele Einzelobjekte in der Potsdamer Innenstadt aus eigener Tasche komplett saniert und hat sich noch finanziell an der Sanierung des Neuen Palais und Belvedere/Pfingstberg beteiligt,Ok?!.Hier bestimmen nicht die ,die viel Kohle haben wie das Stadtbild auszuehen hat,sie Spenden einfach für etwas was sie überzeugt in der Stadt in der sie leben.Ja wenn Ihnen das alles auf den S...geht,dann treten Sie eben aus der Kirche aus und spenden Ihren Anteil der Friedenskirche .Die Gemeinde wird es Ihren danken.Herr Linn,erst informieren,dann vielleicht ,,die einigen wenigen mit viel Kohle",oder wenn überhaupt zu kritisieren.Neid und Missgunst ist ein Grundübel der Menscheit,das müsten Sie ja als Kirchenmitglied wissen Herr Linn.Solche Potsdamer wie G.Jauch bringen für Potsdam etwas als jene Potsdamer die nichts tun aber dafür deftig gegen diese Leute wettern.
Herr Pomrehn, über das für und wieder GK ob mit Brüche oder Modern brauchen wir nicht mehr zu reden.Im nächsten Jahr geht es endlich mit dem Turm der GK los und zwar im historischen Gewand(Barock)und das ist jetzt gut so.Punkt!!


19. Dezember 2016 | 13:10

Sascha Linn

Mir geht es auf den Sack dass einige wenige mit viel Kohle bestimmen wie das Stadtbild in Potsdam auszusehen hat und ich überlege ernsthaft aus der Kirche auszutreten und meinen Anteil direkt an die Friedenskirche Potsdam zu spenden!!!


19. Dezember 2016 | 13:06

Wolfgang Pomrehn

Ich halte nichts von einem originalgetreuen Wiederaufbau. Eine Kirche ja, ein Ort der Versöhnung und des Gedenkens - selbstverständlich. Aber dazu wäre eine Kirche in heutiger Architektursprache viel besser geeignet. Wir sollten nicht dem Alten nachtrauern, sondern nach vorne schauen. Wieviele der Unterstützer wünschen sich denn tatsächlich einen Ort des Gedenkens und sind nicht doch eigentlich eher sentimental und rückwärtsgewandt? Eine moderne Gesellschaft braucht moderne christliche Antworten. Die Garnisonkirche ist Vergangenheit wie so Vieles. Man sollte Zeit, Energie und Geld lieber in neuen Ideen investieren.


17. Dezember 2016 | 11:51

Frank Rösler

Werte Freunde und Förderer des historisch korrekten Wiederaufbaus der Garnisonskirche Potsdam, bitte lasst Euch nicht entmutigen und bleibt bei Eurem ehrenwerten Vorhaben. Es ist unglaublich wichtig, auch gegen vermeintliche Wiederstände das gute und richtige zu verteidigen und zum Ziel zu führen. Die stalinistisch anmutenden Methoden der Anders- und Ungläubigen, sind ja absehbar nicht darauf abzielend "Schaden" vom architektonischen Stadtbild abzuwenden, sondern es geht im Gleichschritt mittelmäßiger Piefkesierung, nur um ideologiebelastete Sichtweisen und die historisch einseitige Verklitterung von Personen der Zeitgeschichte, die sich mal an gewissen Orten und Bauten aufgehalten haben und nun soll nachträglich ein Gebäude verantwortlich gemacht werden, für Fehlentwicklungen in einzelnen, über gewichteten Geschichtsepochen. Lassen Sie eine frei wählbaren Monatssparplan zu und orientieren Sie sich an bürgerlichen Spenden- und Wiederaufbauwerken, der Frauenkirche zu Dresden, mit Ihren Stifterbriefen, Uhren und Plätzen. Bauen Sie neben Facebook, vor Allem Twitter, Instagram, Google+ und PayPal mit ein und Sie werden überrascht sein wie gut und weltweit die Sache läuft. Viel Erfolg und Gottes Segen beim Gelingen.


13. Dezember 2016 | 15:46

Dr. Reinhard Kallweit

Ich habe die Befreiung von Kirche und Garnison als Befreiung empfunden und ihre Restaurationsversuche als Zwang in erneute Knechtschaft. Sollte es nicht möglich sein, den Verlust eines Bauweerkes zu ertragen, wo die den Verlust bedauernden Leitfiguren doch schon wieder leiten und gen Russland ziehen. Was an Militär ist eigentlich so versöhnlich. Welcher Widerstandskämpfer hat denn aufbegehrt, als er noch Sieger war. Welche Religionsfreiheit symbolosiert ein Turmbau eines monarchistischen Gehorsamstempels. Waren die Söhne des Landadels nicht jene Wehrmachtsoffiziere, die keine Probleme mit der Verfolgung von Juden und Kommunisten hatten. Haben sie nicht maßgeblich Mitschuld auf sich genommen am Verlust der Heimat von Millionen Deutschen. Können Sie nicht auf dieses eine Symbol von Nationalismus und Krieg, der hübsch gemachten Staats-Auftragskust verzichten, angesichts der Trümmer, die auch in diesem Gleichschaltungshaus ihre Wurzeln hatten.
Tätige Reue wäre angebrachter denn Restauration eigentlich längst überholter Verhältnisse und Turmbauten.


11. September 2016 | 10:24

Uwe Blöcher

Guten Tag
Ein paar Dinge die mir während der Gottesdienstübertragung durch den Kopf gingen..:Schade das die Teilnehmer ein Durchschnittsalter von geschätzt 60 Jahren haben..es fehlen junge Familien mit Kindern..aber da die Anzahl der Stühle ja genau der Teilnehmeranzahl entsprach war das wohl gewollt....leider.
Und der Gottesdienst war zu einem grossen Teil nur ein Werbe- und Ethikvortrag über den Turmaufbau..ich kann verstehen das es kontroverse Diskussion um den Wiederaufbau gibt aber ob man das wirklich in einem Gottesdienst vortragen muss bezweifle ich.


28. Juli 2016 | 23:40

Helmut Krüger

Eine Nachricht vor einigen Tagen aus Thüringen, genauer aus der - wie ich auch finde - wunderschönen Stadt Erfurt:

Neben vielen anderen Parteien und Listen setzt sich auch die örtliche Gliederung der Partei Die Linke dafür ein, dass per Bürgerentscheid nicht einfach über ein religionsstiftendes Gebäude abgestimmt werden dürfe. Gleich, um welche Religion es geht. Das besage schon die Religionsfreiheit.

In diesem Fall geht es darum, dass ein Teil von Bürgern dort über den Bau einer Moschee befinden will.

Ich teile dieses Argument der Nichtabstimmungsfähigkeit voll und ganz.

Es ist Ausdruck der (positiven) Religionsfreiheit, dass nicht die Allgemeinheit über Kirchen-, Synagogen- und Moscheebauten abstimmt, sondern die Kirchen über Kirchen befinden, jüdische Gemeinden über Synagogen, Muslime über Moscheen.

Gleich wo.

Die übergriffigen Interventionen tragen viele Namen, in vielen Orten und mit ebensovielen Begründungen.


04. Juli 2016 | 14:14

Andreas Neuhaus

Ich möchte ein Zitat von Simone Weil anbringen, von deren Werk einige Sprüche in einer Photoausstellung in der berühmten Kirche in Frankfurt/O. angebracht sind.

Menschen errichten Mauern, Jesus sagt "Ich bin die Tür."

Wir sollten keine Mauern errichten und unsere Türen verschließen, ohne unser Gewissen wirklich geprüft zu haben. Wir sollten unsere Türen nicht für alle verschließen.

Zur Geschichte: Wer Geschichte schon unnütz zerstört hat wie manche unserer Vorgänger, sollte sich bewusst sein, was er da gemacht hat. Und wer den Rest von Geschichte auch noch zerstört, der wird keine Zukunft haben. So kann man die Tür mit der Wiedererrichtung der Kirche wieder öffnen. Der ästhetische und symbolische Wert von Architektur ist nicht unnütz. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.

So soll die Garnisonkirche wieder durch die vielen Unterstützer rekonstruiert werden und eben ein Ort der Versöhnung sein.

Andere Projekte in Deutschland zeigten und zeigen, dass die Menschen sich nach mehr sehnen als nur nach einem Stück Brot und Oberflächlichkeit. Der Mensch besteht nicht nur aus Körper, sondern auch aus Geist und Seele, idealiter auch aus Transendenz.

Andreas Neuhaus, 13353 Berlin




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