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Gästebuch

14. Mai 2018 | 15:12

Sigrid und Jörg Marquardt

Sehr geehrte Frau Körting,

gern folgen wir Ihrer Einladung, einen Beitrag zum Gästebuch der Garnisonkirche zu schreiben.

wer Christopher Clark´s ´Preussen´ gelesen hat (und das sollte Pflicht für alle sein, die sich an den Diskussionen beteiligen) findet da unter vielen anderen auch die folgenden Sätze:

´Am 21.März 1933 war die Garnisonkirche in Potsdam Schauplatz einer Zeremony, bei der Adolf Hitler das ´neue Deutschland´ ausrief....
Unter normalen Umständen hätte man dieses Ereignis im Reichstagsgebäude selbst gefeiert...`

Hier wäre unter Anderem die Frage zu diskutieren, ob nicht auch der Reichstag hätte abgerissen werden müssen, wäre er nicht schon vor dem ´Tag von Potsdam´ eingeäschert worden.

wenige Seiten später schreibt Christopher Clark:

´Keine Einheit der deutschen Wehrmacht war im Widerstand so engagiert wie das Potsdamer Infantrieregiment 9, ein preussisches Traditionsregiment (die offizielle Nachfolgeeinheit des alten preussischen 1.Garderegiments zu Fuss) , das eng mit der Potsdamer Garnisonkirche verbunden war.´

Man mag das als ´Militarismus´ einordnen. Es zeigt aber bei differenzierter Betrachtung , was man als ´Militarismus´ alles verunglimpfen kann.
Diese Tatsachen werden von den Gegnern des Wiederaufbaus beharrlich ignoriert.

Gäbe es nicht genügend andere Gründe die Neuerrichtung von Teilen -oder am Besten der ganzen- Garnisonkirche zu wünschen: die angeführten Zitate sind einige davon.

Wir grüssen Sie freundlich,

Sigrid und Jörg Marquardt
Mangerstrasse 15



02. April 2018 | 10:30

Wolfgang Mohr

Ich habe mich hier schon in zwei Beiträgen in den letzten Jahren für den Wiederaufbau der Garnisonkirche ausgesprochen und freue mich als Katholik in ökumenischer Gesinnung, dass die Evangelische Kirche seit dem letzten Jahr mit dem Bau des Turmes begonnen hat. Man kann die Gegnerschaft zum Wiederaufbau in Potsdam nicht verstehen. In Russland erlebte nach der Wende und dem Niedergang der atheistischen UdSSR die Orthodoxe Kirche eine Renaissance, die beeindruckend ist. Im ganzen Land wurden seit dem rund 30.000 Kirchen und Kapellen wieder eröffnet, rekonstruiert, oder neu gebaut. Es ist einfach für Christen jeder Konfession wichtig, dass es Räume gibt um Gottesdienste zu halten. Eigentlich wäre es in Potsdam das Normalste gewesen, recht bald zur Wiederherstellung der Garnisonkirche zu kommen. Ich kann den jahrelangen Kampf in Potsdam von der Gegnerschaft des Wiederaufbaus nicht begreifen. Eine Kirche ist in erster Linie ein Haus des Gottesdienstes. Das Beispiel während der französischen Revolution zeigt es, als damals eine gottlose Gesinnung die Notre- Dame-Kathedrale in Paris entweihte und zum Tempel der Vernunft umfunktionierte. So ist alleine der Mensch schuld am Missbrauch von Kirchen, so wie es auch damals in der Nazizeit in Potsdam an dem geschichtlich schlimmen, berüchtigten Tage war. Es ist daher völlig unverständlich ein kirchliches Bauwerk dafür heranzuziehen.
Wolfgang Mohr Hattersheim


13. März 2018 | 09:55

Lothar & Silvia hayn

Sehr geehrte Damen und Herren,
auch wir gehören zu den Befürwortern des Wiederaufbaus.
Da ich nun Rentner bin und meine Frau nicht arbeiten brauch, kommen wir gut zu recht. Und da schon sichtbar fleißig "gewerkelt" wird, wollen wir mit einer kleinen Spende unseren Beitrag leisten.
Vor geraumer Zeit wurden Steine für je 100 € angeboten. Sind da noch zwei übrig?
Bitte um Mitteilung und Angaben zum Procedere.
Viele Grüße aus der Kunersdorfer Straße! S&L


12. März 2018 | 22:45

Peter Rolando

Hallo
Ich bin Peter ich komme Aus Perú . Ich finde diese projekt sehr interesant. Ich bin katolische Ich möchte, dass Potsdam diese Kirche der Versöhnung so bald wie möglich hat.

Viel Grüße


28. Februar 2018 | 09:26

Frank Brensing

Seit vielen Jahren bin ich Potsdam auf vielfältige Art und Weise verbunden. Mindestens 15 Besuche habe ich seit dem Jahr 1999 in der Stadt absolviert und fühle mich immer wieder wohl !
Die kritischen Stimmen, die es gerade in der Stadt gegen Elemente der " neuen Mitte " gibt, sind in jedem Fall zu akzeptieren, wenn sie sachgerecht und vor allem unideologisch vorgetragen werden. Als nicht in Potsdam sondern im Rheinland lebend, kann ich nur meinen persönlichen Eindruck wiedergeben, der sich wie folgt darstellt.: Ich erinnere gut, wie ich mit meiner großen Tochter auf der Aussichtsplattform vor der Baugrube des
" Stadtschlosses " gestanden habe. Und nun konnte ich im vergangenen August mit ihrer Schwester das " Palais Barberini " besuchen und nicht nur ein weiteres grandioses Bauwerk, sondern auch eine phantastische Kunstausstellung bestaunen. Garade solche Projekte und Investitionen ( z.B. gerade von Leuten wie Hasso Plattner, der sein Geld auch auf einer Jacht und mit Hauptwohnsitz an der südfranzösichen Küste verleben könnte !! ), geben der Stadt ein interessantes, weil sowohl historisches als auch zukunftsweisendes " Bild ". Und gerade deshalb kommen Leute und Gäste ( genau wie wir ) aus aller Herren Länder in diese wunderbare Stadt. Genau in diesem Geiste erfüllt es uns mit allergrößter Freude, in Form einer personalisierten Ziegelspende einen bescheidenen Beitrag zum Gelingen des Wideraufbaus der Garnisonkirche geleistet zu haben. Übrigens ist aus meiner Sicht definitiv nicht zu akzeptieren, dass ordentlicher Wohnraum aus rein kapitalistischen Gewinnmaximierungserwägungen für " normale Bürger " quasi unbezahlbar wird; Dagegen muss man ausgewogen aber deutlich vorgehen ! Was aber im Kern nichts mit der " neuen Mitte " zu tun hat. Denn auch in Düsseldorf z.B. war es nie möglich, als Angehöriger der vor genannten Gruppe auf der " Königsallee " ( also sozusagen in der Mitte ! ) einen preiswerten Wohnsitz zu beziehen. Schlussendlich halte ich die " Warnungen vor faschistoiden Zusammenhängen " im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Garnisonkirche für vollkommen absurd !
Dieses Bauwerk hat eine weit mehr als 200 jährige Geschichte und ist durch nur einen Tag
" mit in der Tat beklagenswerten Besuch " leider dauerhaft in Misskredit geraten. Gerade deshalb dient der Wiederaufbau im besten Sinne nicht nur der Wiederherstellung eines weiteren Leuchtturmes der historischen Mitte, sondern rückt die Pflege des " guten preussischen Traditionserbes, das es beim objektiven Blick in die Geschichtsbücher definitiv gegeben hat ", in den Mittelpunkt. Und analog zu England und Frankreich kann uns Deutschen ein gesteigertes Maß an " GESUNDEM NATIONALBEWUSSTSEIN " nichts schaden, um endlich wieder zu einer objektiveren Bewertung der eigenen Gesamtgeschichte zu kommen, die definitiv nicht nur aus " 12 Jahren " besteht. Das die in dieser Zeit begangenen humanen Untaten, unbeschadet davon, nicht in Vergessenheit geraten, versteht sich wohl von selbst !! Frank Brensing


17. Januar 2018 | 09:26

Wendt

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Ihnen meinen ganz persönlichen Dank für Ihre zum Wiederaufbau der Garnisonkirche geleistete Arbeit sagen und ein produktives Jahr 2018 wünschen.
Ich bitte Sie zudem darum, allen Widerständen zum Trotz, an dem Vorhaben festzuhalten, den Wiederaufbau möglichst umfänglich zu gestalten.
Ich verfolge die Diskussionen in Ihrer Stadt, der ich seit frühster Jugend verbunden bin, darum, mit nicht geringem Erstaunen (um nicht "mit Entsetzen" zu sagen). Mit welcher Geschichtsvergessenheit, einseitiger Sicht auf das Projekt Preußen und Hass (?) Teile der politischen Klasse der Stadt und Umgebung Ihre Bemühungen begleiten, das zeugt davon, dass jene Menschen nunmehr selbst hinter den Erkenntnisstand der späten DDR (!) zurückgefallen sind (1787 - 1987). Jenen sei deshalb auf diesem Weg empfohlen, den von W.I. LENIN verfassten "Linken Radikalismus" zu lesen und zu beherzigen!!!
Mit herzlichen Grüßen
Dr. Thomas Wendt
(Kemberg/Leipzig)


27. Dezember 2017 | 15:33

Helmut Krüger

Auch wenn das hier ein Gästebuch und kein Blog ist, so will ich dennoch eine Antwort auf den Beitrag von Martha Müller vom 18. Nov. schreiben.

Frau Müller, Sie reden von Seele und es lohnt in der Tat, empfindsam über Seele zu sprechen. - Nach meiner Empfindung kann die Seele nie zerrissen, sondern nur eines sein.

Das gilt im übertragenen Sinne auch für die Stadt. Und erst recht für den Kern einer Stadt. Auch und gerade für die Frage, inwieweit das Neue das Alte ergänzt oder mit dem Anspruch antritt, es zu ersetzen.

Das Zweitgenannte war zweifellos der Fall gewesen. Im Westen und - ideologisch überhöht - auch im Osten. Das Alte wurde allenfalls als "Geschichtsfenster" geduldet und stand permanent unter Vorbehalt. Dementsprechend sahen dann auch die Neubauten aus.

Mithin gilt es m. E. zu unterscheiden zwischen jenen, leider recht wenigen Neubauten, die sich als Ergänzung verstanden und den vielen, die dem Alten in erklärter Gegnerschaft gegenüberstanden. Der Verbindungsbau zwischen Altem Rathaus und Knobelsdorffhaus stellt eine wunderbare Verbindung dar, das Rechenzentrum, die Fachhochschule und die glücklicherweise verschwundene Straßengabelung haben große Teile des überlieferten Grundrisses bewusst auf den Kopf gestellt. Das war der Gegnerschaft geschuldet.

Wie kann zur eben dieser Stadtseele gekommen werden, wenn der entstandene Riss weiterhin zementiert bleiben soll und eine geschichtliche Zwischenperiode sich angemaßt hat, das sichtbar alles umzukrempeln? Der Riss soll überwunden werden, nicht die Zeugnisse der DDR-Zeit.


18. Dezember 2017 | 00:48

Thomas Weyer

Bauen Sie eine Kirche an der betreffenden Stelle. Bauen Sie nicht die ursprüngliche Kirche. Wenn Sie Zeugnis ablegen wollen vor der Geschichte, darf der alte Bau nicht wieder erstehen. Nichts gegen eine Kirche aber alles gegen eine "unhistorische Wiederaufrichtung".


19. November 2017 | 18:04

Dr.-Ing. Jürgen Wessel

Es fällt schwer, den Gegnern des Wiederaufbaus der Garnisonkirche in Potsdam zu folgen, deren Argumentation sich ausschließlich auf den 21. März 1933, des „Tags von Potsdam“, und auf die historisch einseitige Verurteilung von Militär und Militarismus beschränkt. Am „Tag von Potsdam“ prägte die „Hof – und Garnisonkirche“ mit ihrem unverwechselbaren Barockturm bereits seit 200 Jahren das Stadtbild Potsdams! Der Bauherr der Garnisonkirche war Friedrich-Wilhelm I, der 40 Jahre nach Ende des Dreißigjährigen Krieges geboren wurde, d.h. jenes Krieges, der in Deutschland und besonders in Brandenburg auch Jahrzehnte danach noch als der schrecklichste aller Kriege, die Erinnerung prägte und das Empfinden der Menschen beherrschte. Im Verlauf dieses Krieges wurden die Menschen in Stadt und Land dreißig Jahre lang zu wehrlosen Opfern der durchziehenden Heere marodierender Landsknechte der kriegführenden Parteien. Als Folge des Dreißigjährigen Krieges entwickelte sich - was in jedem Geschichtsbuch nachzulesen ist - der "moderne Staat", der sich durch ein "stehendes Heer", ein gut ausgebildetes Beamtentum und durch den "Merkantilismus" auszeichnete. Dankbarkeit gegenüber dem Militär für die Gewissheit, auch in Friedenszeiten in Sicherheit zu leben und der aus der Demut des erduldeten Leids der Kriegsjahre geborene Glaube manifestierten sich sinnstiftend in der barocken Garnisonkirche des 1679 in Spandau geborenen, Architekten Philipp Gerlach!

Bauherr, Friedrich-Wilhelm I, der "Soldatenkönig", war der einzige König Preußens, der trotz seines martialischen Beinamens nie einen Krieg führte, dagegen aber geflüchtete Salzburger Protestanten aufnahm, um sie in den durch Krieg und Pest vewüsteten Regionen seines Königreichs anzusiedeln. Zudem trug der Soldatenkönig durch konsequente Sparpolitik gemeinsam mit spartanischer Hofhaltung und durch Förderung von Landwirtschaft und Manufakturen (Merkantilismus) dazu bei, dass sich das Land von sozialer Not befreite. Durch seine Lebensführung unterschied sich Friedrich Wilhelm ungemein vorteilhaft von den Standesgenossen seiner Zeit und bewies damit, was "Treu und Redlichkeit" ihm allen seinen Staatsgeschäften und in den Angelegenheiten seiner Famlie bedeutete. Es ist diese - nach den Maßstäben unserer Zeit - belächelte "Einfalt des Glaubens" des Soldatenkönigs, die bis heute den Geist der Garnisonkirche prägt. Die Geschichte hat längst bewiesen, wie verlogen sich das NS Regime anmaßte, "preußische Tugenden" zu pflegen und zu verteidigen, nur um sie in selbstverschuldeten Katastrophen zu verraten. Die Garnisonkirche nicht wieder aufzubauen, weil das NS Regime die Kirche im Dienst eines verbrecherischen Krieges und ebeso einer solchen Ideologie missbrauchte, würde bedeuten, man rechtferigte nachträglich sogar noch die Deutungshoheit des NS Regimes über diese im zutiefst pietistischen Geist gebauten Kirche.


18. November 2017 | 22:47

Martha Müller

Die meisten Beiträge hier im Gästebuch sind extrem verkopft und für Leser kaum nachvollziehbar - da autistische Geschichts-Theoriegebilde. Das ist auch typisch für die Diskussion um diese leidige Kirche. Die Autorenschaft dieses Monologes sollte mal zur Kenntnis nehmen, dass es im HIER und JETZT viele Menschen in der Stadt gibt, die keine toten preussischen Fassaden mehr wollen und die bereit sind, die DDR-Geschichte dieser Stadt architektonisch zu akzeptieren und diese sogar vielleicht mögen. Die Seele Potsdams stirbt gerade, weil diese Stadt ein Museumsdorf reicher alter Leute wird und junge kreative Menschen und die ganz normale Arbeiterschaft hier keinen Platz mehr finden. Potsdam lebt von den Widersprüchen und Brüchen im Stadtbild, welche bisher viele Nischen für unterschiedliche Menschen bot. Das wird alles gerade plattgemacht. Das Geld für eine Kirche, die die kommende Generation nicht braucht, wäre wesentlich besser in der Unterstützung der Kinder angelegt, die in bildungsfernen Schichten in den Plattenbausiedlungen Potsdams aufwachsen. Diese Kirche ist ein rückwärtsgewandter langweiliger Bau und der Anblick der Baustelle nur sehr schwer zu ertragen.




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