29.05.2018 | Weil es Versöhnung ohne Erinnerung nicht gibt

Präsentation der Schulbausteine, Foto: Kathrin Deisting/Nagelkreuzgemeinde Potsdam

Hannah-Maria Liedtke bei der Präsentation der Bausteine, Foto: SGP

Einen Koffer auspacken, Rollenspiele, Originaltexte lesen und analysieren, eine kreative Schreibübung – die neuen Bausteine für die Arbeit mit Schulklassen der Sekundarstufen I und II sind vielfältig. Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst hat sie in der Nagelkreuzkapelle vorgestellt und den vielen Ehrenamtlichen und Unterstützenden für die mehrjährige Mitwirkung gedankt.

„Die Bausteine stehen unter dem Dreiklang 'Geschichte erinnern, Verantwortung lernen, Versöhnung leben' und dienen der Aufarbeitung derjenigen geschichtlichen Themen, die mit der Garnisonkirche verknüpft sind“, erläuterte Radeke-Engst. Dazu gehört der „Tag von Potsdam“ ebenso wie die die Altpreußische Union 1817, die Bekennende Kirche oder die Friedens- und Versöhnungsarbeit unter dem Nagelkreuz. Die Mappe mit den Modulen sei ausdrücklich auf Wachstum um weitere Bausteine angelegt.

Als Initiative der Gemeinde, begleitet von einem 2014 gegründeten pädagogischen Beirat, sind die neun Bausteine zu den Themen „Kirche und Staat“, „Freiheit und Widerstand“, „Frieden und Versöhnung“ in den vergangene vier Jahren entstanden als Teil der Friedens- und Versöhnungsarbeit in der Nagelkreuzkapelle. Die Workshops dauern 90 Minuten, der längste füllt einen ganzen Schultag. Die Erarbeitung erfolgte zu großen Teilen ehrenamtlich. Als Redakteurin hat die Erziehungswissenschaftlerin Hannah-Maria Liedtke gewirkt.„Der nächste Schritt ist nun, eine pädagogische Fachkraft für die Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern einzustellen und hierfür Mittel zu finden“, sagte Radeke-Engst.

Die Stiftung Garnisonkirche Potsdam gehört ebenso zu den Unterstützerinnen des Gemeindeprojekts wie die Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam, die Hilfswerk-Siedlung und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische  Oberlausitz (EKBO). Hauptgeldgeber sei die Flick-Stiftung.

„Für das Kuratorium ist die Arbeit mit jungen Menschen an diesem Ort ganz besonders wichtig“, betonte Irmgard Schwaetzer, stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Garnisonkirche Potsdam und Präses der EKD. „Wir können aus unserer Geschichte nicht aussteigen, sondern müssen und mit ihrer Ambivalenz und ihren dunklen Seiten auseinandersetzen, um junge Menschen in ihrer Haltung zur Demokratie zu stärken.“ Auch Kuratoriumsmitglied Manfred Stolpe hat ein – schriftliches – Grußwort beigesteuert. „Die Materialien für die Arbeit mit Jugendlichen greifen wichtige Ereignisse aus der Geschichte der Garnisonkirche auf und regen die jüngere Generation an, sich selbst und ihre Haltung zu überprüfen, Verantwortung zu lernen und Versöhnung zu leben“, schreibt Stolpe. Er wünsche sich, dass der wiederaufgebaute Turm mit Hilfe der pädagogischen Bausteine „sich zu einem Lernort entwickelt für Jugendliche und für alle, für die es Versöhnung ohne Erinnerung nicht gibt“.

Mehr Informationen gibt es hier: Ev. Pfarramt der NagelkreuzkapelleBreite Straße 714467 Potsdam, Tel. + 49 (0)331 97931947, E-Mail: radeke-engst@garnisonkirche-potsdam.de

 

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