12.10.2017 | Glockenklang für Klimaschutz – Glockenspiel auf der Plantage klingt mit

Carilloneure im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus sind zur Teilnahme bei der Aktion „Klimaglocken 2017“ aufgerufen. Der Erfurter Carilloneur Ulrich Seidel, der auch als Vorsitzender der Deutschen Glockenspielvereinigung e.V. amtiert, appelliert an die Carilloneure aller Städte, auf ihren Turm-Instrumenten die dafür vom 95-jährigen Komponisten Klaus Wüsthoff komponierte Klimaglocken-Melodie erklingen zu lassen. 

Glockenklang für Klimaschutz – damit soll auf die dramatischen und unbeherrschbaren Folgen der menschgemachten Klimaerwärmung aufmerksam gemacht werden, ein Appell, der letztlich an die Verantwortung jedes Einzelnen gerichtet ist. Die Aktion startet am 13. Oktober 2017 mit dem Potsdamer Glockenspiel und einem Friedensgebet um 12 Uhr mit Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst anlässlich der in Potsdam stattfindenden Klimakonferenz IMPACT 2017. Dann sollen Carilloneure in möglichst vielen Städten darauf antworten, indem auch sie die etwa 30-sekündige Klimaglocken-Melodie spielen und so die Botschaft weitertragen. Die Aktion erlebt dann im November in der Stadt Bonn ihren Höhepunkt - dort findet die UN-Weltklimakonferenz statt und tausende internationale Besucher können erleben, wie in diesem Zeitraum täglich die Klimaglocken durch das Carillon St. Joseph in Bonn-Beuel erklingen. Die Bonner Klimaglocken sind auch Teil des offiziellen Veranstaltungsprogramms der Weltklimakonferenz, die von den Fidschi-Inseln ausgerichtet wird, aber stellvertretend im dafür besser geeigneten Bonn stattfindet. Wohlwollend unterstützt wird die Aktion durch das Potsdamer Klimafolgeninstitut (PIK) unter Prof. Dr. Dr. hc Hans Joachim Schellnhuber und dem Bundesumweltministerium.

Das Klima-Thema geht jeden etwas an – der weit tönende und für viele Menschen emotional bewegende Klang gespielter Carillons soll an die Verantwortung eines jeden gegenüber Klima und Umwelt erinnern. Klingende Glocken haben einen besonderen Nimbus und strahlen emotionale Tiefe aus, ob als Symbol der vergehenden Zeit in der Turmuhr, als Kirchenglocken, Feuer- oder Totenglocken oder in der Gestalt von festlichem Geläut.

Die Idee zu den Klimaglocken stammt  vom Berliner Komponisten Klaus Wüsthoff (geb. 1922). Nach dem persönlichen Kontakt mit Prof. Schellnhuber wurde Wüsthoff in Sorge um die Lebensgrundlage künftige Generationen im Alter von 94 Jahren noch einmal tätig und entwickelte aus dem Leitmotiv seiner sinfonischer Dichtung „Die Regentrude“ das Klimaglockenspiel. Die Regentrude ist eine sinfonischer Dichtung für Sinfonieorchester nach dem gleichnamigen Märchen von Theodor Storm. Die Melodie der Klimaglocken-Komposition führt abwärts, was an fallenden Regen erinnern soll. Gestört wird der Ablauf durch zwei dissonante Schläge, ein Ausdruck von Gefahr und eine Erinnerung daran, das von der Weltgemeinschaft formulierte „Zwei-Grad-Ziel“ nicht aus den Augen zu verlieren – Ein beeindruckender künstlerischer Beitrag zu einem drängenden Thema der Gegenwart.

 

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