18.04.2017 | "Dunkle Zeiten brauchen das Licht der Hoffnung"

„Die Osterbotschaft erreicht uns an einem Ort der Versöhnung“, stellte Bischof a.D. Professor Dr. Wolfgang Huber in der mit etwa 200 Besuchern völlig überfüllten Nagelkreuzkapelle fest. Das Wort von der Versöhnung und des Wiedersehens spielten dann auch in seiner Predigt eine tragende Rolle: Die Frauen, die zum Grab gehen, machen eine umwerfende Erfahrung: „Auf einem Weg zu einem Toten sind sie und stoßen auf einen Lebenden“, beschrieb Huber, der bis 2009 Ratsvorsitzender der EKD war, die Ereignisse. Zuerst geschah den Frauen wie in der Weihnachtsgeschichte den Hirten das „Fürchtet euch nicht“, mit dem sie eine Zuversicht ergriffen habe. Für die Auferstehung gebe es keine naturwissenschaftliche Erklärung, aber Zuversicht sei mehr: „Der Osterglaube ist eine Erfahrung des Herzens“, erklärte Huber den Text des Evangelisten Matthäus. Hier werde ein Porträt der Hoffnung gezeichnet und Frauen seien bis heute noch immer Boten der Hoffnung. „Wenn wir die Hoffnung weitergeben, entsteht neuer Mut“, zeigte sich der Berlin-Brandenburgische Altbischof und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Garnisonkirche Potsdam überzeugt.  

Huber ging mit seinen Kanzelrede auf den israelischen Historiker Yuval Noah Harari ein, der in seinem neuen Buch „Homo Deus“ (Gott-Mensch) die Zukunft der Menschheit mit dem neuen, ultimatives Ziel beschreibt: Nach der Bewältigung der drei bisher größten Bedrohungen Hunger, Krankheit und Krieg könne man für das Individuum eine Lebensverlängerung bis zur göttlichen Unsterblichkeit erreichen. Der Mensch lasse sich von Maschinen sein Leben verlängern, er versuche sich selbst zu überleben. Huber plädierte aber dafür, dass in unserer Zeit der „Deus Homo“ - der Mensch gewordene Gott - für das eigene Leben seinen Platz behalte. Jedem einzelnen Menschen gelte die Verheißung der Auferstehung. „Dunkle Zeiten wie unsere brauchen das Licht der Hoffnung erst recht.“

Ein Regenbogen hatte kurz vor Beginn des Gottesdienstes am frühen Abend über der Nagelkreuzkapelle in Potsdam gestanden. Dazu sagte Huber zu Beginn der Osterfestfeier, das Zeichen göttlicher Versöhnung mit den Menschen gelte auch diesem Ort.

Dr. Roger Töpelmann

 

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