06.12.2017 | Alte Fragemente für den neuen Turm

Thomas Bolze, Felix Brusberg, Wieland Eschenburg mit gespendetem Originalfragment am Baufeld der Garnisonkirche. Foto: SGP

Thomas Bolze und Wieland Eschenburg mit Zeichnung der Armatur. Foto: SGP

Zeichnung der Armatur auf der linken Lisene neben dem Hauptportal in der Südfassade des Turmes. Die vorhandenen Fragmente sind dunkel unterlegt. Den Adlerkopf des Schildes hat Felix Brusberg zur Verfügung gestellt. Quelle: Thomas Bolze

Thomas Bolze ist Dipl.-Ing. und Mitarbeiter der Arge für den Wiederaufbau der Garnisonkirche. Er hat die Fragmente geprüft. Felix Brusberg betreibt eine Galerie in Berlin-Charlottenburg. Er hat die Sandsteinfragmente von seinem Vater übernommen, der die historischen Steine Anfang der 90er Jahre für einen niedrigen vierstelligen D-Mark-Betrag ersteigert hatte.

„Die Steine stammen eindeutig vom alten Garnisonkirchenturm“, sagt Thomas Bolze. Dadurch, dass der Turm der Garnisonkirche zeichnerisch so gut dokumentiert ist, konnte Bolze die Fragmente eindeutig zuordnen. „Eines gehört zum Beispiel zu der Armatur auf der linken Lisene“, erklärt Bolze. Mit „Lisene“ bezeichnen Fachleute die optische Unterteilung einer Fassade. Ein anderes Fragment war Teil der Kartusche (Zierrahmen) vor dem Gesims des ersten Turmabsatzes.

Felix Brusberg bittet um Nachsicht, dass die Fragmente etwas Grünstich haben: „Bei uns standen sie im Garten, und ich bin froh, wenn sie bald ihren Platz im wiederaufgebauten Turm finden. Das ist ein Vorhaben, das ich voll und ganz unterstütze.“ Auch eine Spolie hat Brusberg dem Natursandsteinfachmann übergeben, der sich darüber überaus glücklich zeigte: „Die Spolie wollen wir in die Bauplastik integrieren.“ Mit "Spolie" bezeichnen Fachleute den Überrest von Relief, Skulptur oder Fries. 

Der Turm der Garnisonkirche war reich an barocker Bauplastik, überwiegend als Darstellung von Armaturen, Trophäen und Kartuschen, die sowohl auf die Bestimmung der Kirche für die Potsdamer Garnison, wie auch für den preußischen Hof hinwiesen. Mit der Zerstörung der Kirche sind die Bauplastiken fast vollständig verloren gegangen.

Der Wiederaufbau ist mit einer weitestgehend originalgetreuen Wiederherstellung der Kunstwerke verbunden. Natursteinbildhauer haben bereits mit der Nachschöpfung begonnen. „Je mehr originale Teile wir integrieren können, desto besser“, sagt Wieland Eschenburg, Kommunikationsvorstand der Stiftung Garnisonkirche Potsdam. „Wir freuen uns über jede weitere Spende von Originalteilen, seien es Stein-Fragmente, Metall- oder Holzteile von Türen und Fenstern oder Dekorationselemente. Da muss doch noch mehr sein!“ Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, damit sie noch in den Turm eingebaut werden können. Möglich sind auch Spenden für die Dauerausstellung.

Spenderinnen und Spender weiterer Originalteile wenden sich gerne an Wieland Eschenburg, Stiftung Garnisonkirche Potsdam, Gutenbergstraße 71/72, 14467 Potsdam, Telefon 0331 5058168, mobil 0176/21326275, stiftung@garnisonkirche-potsdam.de

 

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